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umweltzerstörung 8. Juni 2012
Zu spät?Wissenschaftler zeigen in einer neuen Studie, dass das globale Ökosystem schon im Jahr 2025 kollabieren könnte. Sie fordern sofortiges Handeln, um das Schlimmste zu verhindern.Ein bedrohliches Bild malt eine Gruppe von Wissenschaftlern in einer neuen Studie im Wissenschaftsmagazin Nature: Bereits in den nächsten zwanzig Jahren könnte laut ihrer Analyse das globale Ökosystem zusammenbrechen. Sie stützen ihre Aussage auf Vergleiche mit starken Umweltveränderungen in früheren erdgeschichtlichen Perioden, etwa während der Eiszeit. Der „tipping point“ oder kritische Punkt, an dem das System kippt, wird demnach erreicht, wenn mehr als die Hälfte der Teilökosysteme zerstört sind. Heute würden bereits 43 Prozent der Erdoberfläche landwirtschaftlich oder urban genutzt, große Teile des verbleibenden Landes seien mit Straßen überzogen. Die wachsende Weltbevölkerung werde diesen Trend weiter verstärken. Im Zusammenspiel mit dem Klimawandel könnte der kritische Punkt deshalb schon im Jahr 2025 erreicht sein. Als Beispiele für kollabierende Ökosysteme nennen die Wissenschaftler die Ozeane, die durch die steigende CO2-Konzentration in den letzten zwei Jahrzehnten versauert seien. Außerdem haben Verunreinigungen aus der Landwirtschaft dazu geführt, dass viele Küstengebiete zu „toten Zonen“ geworden sind. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind durch menschliche Einflüsse vom Aussterben bedroht. Die Wissenschaftler warnen zudem, dass einige Effekte erst mit Zeitverzögerung in ihrem ganzen Ausmaß erkennbar werden könnten und deshalb umso gefährlicher seien. Um die Entwicklung aufzuhalten, müssten unter anderem das Wachsen der Weltbevölkerung und der Ressourcenverbrauch vermindert sowie der Energieverbrauch gesenkt und mit nicht-fossilen Energieträgern befriedigt werden. Desweiteren fordern die Wissenschaftler eine effizientere Produktion sowie die Umverteilung von Lebensmitteln, anstatt immer neue Flächen in Ackerland umzuwandeln. Im Vorfeld des UN-Umweltgipfels Rio+20 vom 20. bis 22. Juni veröffentlichen derzeit verschiedene Organisationen Berichte zu Umweltthemen – und zeichnen ein alarmierendes Bild der Lage des Planeten. So stellte das UN-Umweltprogramm UNEP in seinem Bericht „Geo 5“, einer globalen Bestandsaufnahme, der Weltgemeinschaft ein ernüchterndes Zeugnis aus: Von 90 Problemen haben die beteiligten Staaten nur vier in den Griff bekommen. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat am Donnerstag die Rote Liste bedrohter Tierarten 2012 vorgestellt. Sie warnt zum Beispiel, dass durch Abholzung des Regenwaldes am Amazonas rund 100 Vogelarten aussterben könnten. ESTHER WIDMANN Also alles zu spät? Nehmen Sie's lieber als Ansporn zum Handeln! „77 Tipps für eine bessere Welt“, die jeder umsetzen kann, haben wir in unserem Tu was!-Buch zusammengestellt. Außerdem erfahren Sie im Greenpeace Magazin immer aktuell über die guten und die schlechten Entwicklungen in Umwelt, Politik und Wirtschaft – per Abo kommt das Heft bequem ins Haus. |
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