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erfolg

20. Mai 2009

Genehmigung für Cholera-Kartoffel verschoben

Die Zulassung sogenannter Pharmakartoffeln hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilweise verschoben. Zwar wurden zwei Gen-Kartoffelsorten genehmigt, die Entscheidung über die sogenannte „Cholera-Kartoffel“ wurde jedoch vorläufig auf Eis gelegt. Das Umweltinstitut München freut sich zwar über die Verschiebung, sieht dahinter aber ein Wahlkampfmanöver der CSU.

Die Universität Rostock hatte beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) einen Antrag auf Genehmigung und Ausbringung dreier Linien genmanpulierter Kartoffelpflanzen gestellt. Je eine soll den plastikähnlichen Stoff Cyanophycin und einen Impfstoff gegen die Kaninchenseuche RHD herstellen. Die dritte soll ebenfalls einen Impfstoff bzw. ein Impfstoff-Hilfsmittel produzieren und enthält Gene des Cholera-Bakteriums. Gegen alle drei Knollen hatte das Umweltinstitut München mehr als 57.000 Einwendungen gesammelt und dem BVL übergeben.

 

Das Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) unterstehende BVL verschob nun aber nur die Genehmigung der „Cholera-Kartoffel“, die zwei anderen Linien wurden zugelassen. Andreas Bauer vom Umweltinstitut München findet diese Entscheidung „absurd“. Ein Zulassungsantrag werde normalerweise entweder genehmigt oder nicht, erklärte Bauer gegenüber greenpeace-magazin.de. „In punkto Risikobewertung würde ich sagen, dass die beiden jetzt zugelassenen Knollen sogar noch gefährlicher sind als die Cholera-Kartoffel.“

 

Hinter der ungewöhnlichen Entscheidung des BVL vermutet der Experte denn auch Wahlkampftaktik: „Die Cholera-Kartoffel sorgte in der Öffentlichkeit für das meiste Aufsehen, die Vorgehensweise der CSU ist sehr durchschaubar, man möchte vor den Wahlen nicht mehr für Wirbel sorgen“, so Bauer. Auch die Begründung des BVL für die Verschiebung der Entscheidung mutet merkwürdig an: Die Uni Rostock habe mitgeteilt, die Cholera-Kartoffel dieses Jahr nicht ausbringen zu wollen, daher sei die Entscheidung vertagt worden, so das BVL. „Das macht gar keinen Sinn, denn man hätte die Kartoffel trotzdem zulassen können. Schließlich gilt die Genehmigung für mehrere Jahre“, so Bauer. Auch die beiden anderen Kartoffeln sind bis 2012 zugelassen.

 

Sollte das BVL über den diesjährigen Antrag erst nächstes Jahr entscheiden, könnte es zudem sein, dass ein neuer Antrag fällig wird. Denn bis dahin könnten neue Erkenntnisse über die Umweltauswirkungen der Knolle vorliegen, weswegen dann eine neue Bewertung vonnöten sei, so Bauer.

 

Die erbetene Stellungnahme aus dem Bundesamt war bis Redaktionsschluss leider nicht eingetroffen.

 

KURT STUKENBERG


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