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		<title>greenpeace-magazin.de: Lügendetektor</title>
		<link>http://www.greenpeace-magazin.de/</link>
		<description>greenpeace magazin Lügendetektor</description>
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			<title>greenpeace-magazin.de: Lügendetektor</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 20 Feb 2013 18:00:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
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			<title>Bild: Der Irrsinn mit den Schlagzeilen</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2013/02/20/bild-der-irrsinn-mit-den-schlagzeilen/</link>
			<description>Seit einer Woche liefert der Pferdefleisch-Skandal den Medien &lt;link...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Seit einer Woche liefert der Pferdefleisch-Skandal den Medien <link http://www.tagesschau.de/suche2.html?searchText=Pferdefleisch&ergebnisse=10&ob=dateToSearch&suchen=Suchen - external-link-new-window "Opens external link in new window">täglich Schlagzeilen</link>, weil immer mehr betroffene Produkte und immer neue Details über die kriminellen Methoden der Fleischpanscher bekannt werden. 
Um sich da von der Konkurrenz noch abzuheben, hat sich die Bild-Zeitung am Mittwoch eine&nbsp;Variante ausgedacht<img src="fileadmin/user_upload/Meldungen/2012/Bild.jpg" style="cursor: move; float: right;" height="232" width="300" alt="" />: „Der Irrsinn mit den Gütesiegeln!“ titelte sie in grüner Optik und gab sich aufklärerisch: „Jetzt kommt raus: Auch Produkte, die Pferdefleisch enthielten, waren mit Qualitätssiegeln ausgezeichnet.“ 
Fünfzig verschiedene Lebensmittel-Label druckte das Blatt auf Seite eins ab, größtenteils die Siegel der Bioverbände und Bio-Markenembleme. Das sah gut aus und vermittelte den Eindruck, die Biobranche sei in den Pferdefleischskandal irgendwie verstrickt.
<b>Erst auf der zweiten Seite erfuhr man dann, was „der Pferdefleisch-Skandal“ beziehungsweise die Bild-Zeitung&nbsp;<link http://www.bild.de/ratgeber/verbrauchertipps/guetesiegel/guetesiegel-irrsinn-pferdefleisch-skandal-29189538.bild.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">tatsächlich aufgedeckt</link> hatten: „Die Tortelloni Marke Combino enthielt Pferdefleisch – und war gleichzeitig mit dem Gütesiegel der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ausgezeichnet.“ </b>Hier stellte die Zeitung plötzlich auch die richtigen Fragen: „Was nützt ein Gütesiegel, wenn nicht drin ist, was draufsteht?“ 
Das DLG-Siegel, das auf Seite eins zwischen 49 anderen Siegeln kaum auffiel, <link http://www.mdr.de/umschau/dlg-siegel100.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">steht seit langem in der Kritik</link>, weil es fast gar nichts aussagt: <b>Es wird an konventionelle Lebensmittel verliehen, nicht staatlich überprüft und prangt auf zahllosen Produkten zweifelhafter Qualität. </b>Der Bild-Zeitung erklärte ein DLG-Sprecher, die Siegelvergabe erfolge vor allem aufgrund von Aussehen, Konsistenz, Geruch und Geschmack. Im Jahr 2011, kurz bevor die katastrophalen hygienischen Zustände bei „Müller-Brot“ bekannt wurden, erhielten 14 Produkte dieser Marke DLG Gold.
Auf Seite zwei zeigte die Bild-Zeitung auch noch ein paar Siegel, denen man vertrauen könne: das deutsche Bio-Sechseck, das „Ohne Gentechnik“-Logo, das „Regional-Fenster“ und die Siegel von drei großen Bioverbänden. Dass die meisten der anderen abgedruckten „Label“ sehr wohl ihre Berechtigung haben, ob nun als Hinweis auf den veganen oder glutenfreien Inhalt oder einfach als Bio-Marke, war da schon wieder zu kompliziert. Nach einem Hinweis, dass Pferdefleisch bisher in keinem einzigen Bioprodukt gefunden wurde, suchte man vergeblich.
„Wer blickt da noch durch?“, fragte Bild auf dem Titel. Ganz klar: Nur derjenige, der sich bis ins Kleingedruckte auf Seite zwei überhaupt durchkämpfte.]]></content:encoded>
			<category>Ernährung</category>
			<category>Newsletter</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 20 Feb 2013 18:00:00 +0100</pubDate>
			
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			<title>Deutsche Bahn: „Gutes Beispiel“</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2013/02/08/deutsche-bahn-gutes-beispiel/</link>
			<description>Das Ergrünen roter Logos macht Schule: Auf das &lt;link record:tt_news:67116 -...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Ergrünen roter Logos macht Schule: Auf das <link record:tt_news:67116 - internal-link>McDonald's-M</link> folgt nun die Bahncard. Im April startet die Bahn „beim Klimaschutz in eine neue Dimension“, schreibt das Kundenmagazin <link http://mobil.deutschebahn.com/was-verbindet/okostrom-fur-alle-bahncard-reisen/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">DB mobil</link>. Alle 4,8 Millionen Bahncard-Kunden und die<img style="float: right;" src="uploads/RTEmagicC_Grube_Ramsauer.jpg.jpg" height="207" width="300" alt="" /> Inhaber von Streckenzeitkarten sollen dann „komplett CO<sub>2</sub>-frei“ fahren. „Das ist ein Meilenstein für die Energiewende in Deutschland“, erklärte Bahnchef Rüdiger Grube (im Foto links) bei der Vorstellung des Projekts mit Verkehrsminister Peter Ramsauer. „Dabei gehen wir als Bahn wieder einmal mit gutem Beispiel voran.“<br /><br />Nun ja, Herr Grube. <b>Haben Sie nicht erst 2010 als Mitunterzeichner des <link http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/energiepolitischer-appell-bdi-verpasst-merkel-den-denkzettel-a-712910.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Energiepolitischen Appells</link> Kanzlerin Merkel dazu gedrängt, an Atom- und Kohlekraft festzuhalten? Hat nicht Ihre Bahn gerade erst durchgesetzt, dass die veralteten Blöcke I bis III des Kohlekraftwerks Datteln <link http://www.klimaretter.info/politik/nachricht/12336-eon-altkraftwerk-datteln-darf-weiterlaufen - external-link-new-window "Opens external link in new window">länger am Netz bleiben</link> dürfen? Verlangt nicht Ihre Bahn vehement den Weiterbau des <link http://www.nein-zu-datteln4.de/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">umstrittenen Kohlemeilers Datteln IV</link>? Und lag nicht der Ökoanteil am Bahnstrommix 2011 gerade mal bei 21,8 Prozent – also kaum über dem Bundesschnitt?<br /> </b><br />Die Bahn erklärt, sie kaufe für ihre grünen Angebote, die man bisher gegen einen Aufpreis buchen konnte, noch „zusätzlichen“ Strom aus erneuerbaren Energien ein. Eine <link http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&ved=0CDkQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.deutschebahn.com%2Ffile%2F2777242%2Fdata%2FKompenium_fahren_mit_Oekostrom.pdf&ei=weUUUdKDGob_4QTA1YCgCA&usg=AFQjCNHBJ2w8Nc0bENFD9XEJMXwXHnC6YQ&bvm=bv.42080656,d.bGE - external-link-new-window "Opens external link in new window">Broschüre</link> erläutert&nbsp; wortreich, aber kaum verständlich, was das bedeutet. Durch den Ökostromzukauf, den man den fernreisenden Bahnkunden zurechne, werde „der herkömmliche Bahnstrommix in gleichem Umfang verdrängt“. „Die DB geht davon aus, dass schon die durch die DB ausgelöste zunehmende Nachfrage nach Strom aus erneuerbaren Energien Impulse für den Zubau von Anlagen zur Stromproduktion aus erneuerbaren Energien auslöst.“<br /><br />Doch diese Hoffnung ist vage. <b>Der zugekaufte Strom stammt nach Bahnangaben schon jetzt vorwiegend aus Wasserkraft, und um den Bedarf langfristig zu sichern, hat die Bahn einen <link http://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/oekologie/klimaschutz/erneuerbare_energien/wasserkraft.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Vertrag mit dem RWE-Konzern</link> geschlossen: Der wird ihr ab 2014 </b><b><b>dauerhaft </b>„Ökostrom“&nbsp;liefern – aus uralten Wasserkraftwerken. </b>Um der Kritik vorzubeugen, dass so die Energiewende nicht vorangebracht werde, gibt es einen sogenannten Neuanlagenbonus. Mit dem Erlös hat die Bahn bereits den Bau eines <link http://www.deutschebahn.com/de/nachhaltigkeit/oekologie/klimaschutz/hybridkraftwerk.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Hybridkraftwerks in Prenzlau gefördert</link> – mit gerade mal 500.000 Euro.<br /><br />Kritiker <link http://www.greenpeace.de/nachrichten/artikel/energiewende_bei_der_deutschen_bahn_ein_bisschen/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">fordern</link>, die Bahn müsse konsequent und in großem Stil zum Beispiel in eigene Windräder investieren, um die Energiewende tatsächlich voranzubringen. Sie solle sich ehrgeizige Ziele für einen rasch steigenden Anteil von Erneuerbaren im Gesamtkonzern stecken. Tut sie aber nicht. „Mindestens 35 Prozent“ sollen es laut Bahnangaben bis 2020 sein – das entspricht dem wenig ambitionierten Ziel der Bundesregierung für ganz Deutschland. <b>Und 100 Prozent Erneuerbare sind erst für 2050 anvisiert.</b><br /><br />Kurzum: <b>Was die Bahn tut, ist zu wenig – und die grüne Bahncard ein „gutes Beispiel“ allenfalls für Greenwashing. </b><br /><br />PS: Wir fahren natürlich trotzdem Bahn.]]></content:encoded>
			<category>Mobilität</category>
			<category>Newsletter</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 08 Feb 2013 12:32:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Hamburger Abendblatt: Recherche gestoppt?</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2013/01/07/hamburger-abendblatt-recherche-gestoppt/</link>
			<description>Das Hamburger Abendblatt, eine der größten Lokalzeitungen Deutschlands, hat am Freitag mal wieder...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Das Hamburger Abendblatt, eine der größten Lokalzeitungen Deutschlands, hat am Freitag mal wieder ein Eisbärenfoto aus dem Archiv gekramt und auf Seite 1 groß mit der Frage aufgemacht:
<img src="fileadmin/user_upload/Meldungen/2012/Abendblatt_Ausschnitt.jpg" style="cursor: move;" height="198" width="370" alt="" />
„Neue Studie des Weltklimarates“, stand darunter: „Seit 15 Jahren kein globaler Anstieg der Temperaturen mehr. Forscher streiten über die Ursachen.“ In der Überschrift des dazugehörigen Artikels im Wissenschaftsteil, der <link http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article112396213/Die-Erderwaermung-macht-erst-mal-Pause.html# - external-link-new-window "Opens external link in new window">auch im Internet</link> zu lesen ist, gibt es schon gar kein Fragezeichen mehr: „Erderwärmung macht erst mal Pause“, heißt es dort. Ein vorläufiger Bericht des Weltklimarates IPCC liefere „neuen Diskussionsstoff zur Güte der Klimamodelle und zum Einfluss des Treibhauseffekts“.
Die Autorin bezieht sich auf einen Entwurf für den nächsten IPCC-Bericht, der <link http://www.stopgreensuicide.com/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">im Internet veröffentlicht</link> wurde, obwohl&nbsp;der endgültige Report erst im kommenden September erscheinen soll. Vor allem eine Grafik daraus (Figure 1.4.), wohl gemerkt noch nicht unter den hunderten IPCC-Experten abgestimmt und zur Veröffentlichung bestimmt, wurde von sogenannten Klimaskeptikern aufgegriffen. Bei oberflächlicher Betrachtung sieht es in der Darstellung so aus, als halte die gemessene globale Temperatur in den letzten Jahren mit den IPCC-Projektionen nicht Schritt. Manche Kritiker sehen darin einen Beweis, dass die Prognosen der Klimaforschung falsch sind.
<b>Dabei wird über eine vermeintliche „Pause“ der Erderwärmung <link http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2013-01-20/globale-temperatur-2012 - external-link-new-window "Opens external link in new window">schon seit langem diskutiert</link>, und Klimaforscher haben wiederholt betont, dass die seit etwa Anfang des Jahrtausends zu beobachtende Abflachung des Temperaturanstiegs innerhalb der natürlichen Variabilität liegt.</b> Im Abendblatt erklärt denn auch Jochem Marotzke vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie: <b>„Solche Plateaus tauchen auch in unseren Modellen auf.“</b>
Dessen ungeachtet schreibt das Abendblatt, nun gerieten „die Klimamodelle in die Kritik“. Sie würden bei der Temperaturentwicklung der vergangenen 15 Jahre „klar danebenliegen, da sie eine kontinuierliche Erwärmung errechnet haben“. Zum vorläufigen IPCC-Report heißt es, der Text zeige „sehr deutlich, dass der globale Temperaturanstieg nicht mit dem ungebrochenen Wachstum des CO<sub>2</sub>-Ausstoßes übereinstimmt“. 
<b>Seltsamerweise findet sich in dem durchgesickerten Entwurf aber gar keine entsprechende Textstelle. </b>In der <link http://www.stopgreensuicide.com/Ch1-Introduction_WG1AR5_SOD_Ch01_All_Final.pdf - external-link-new-window "Opens external link in new window">Erläuterung zu Grafik 1.4</link> wird außerdem darauf hingewiesen, dass natürliche Faktoren wie das unregelmäßig auftretende Klimaphänomen El Niño/La Niña und die Solarzyklen in die früheren IPCC-Projektionen nur zum Teil eingeflossen sind, und dass sich eine bessere Übereinstimmung ergibt, wenn man diese herausrechnet (so wie der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf es in einer <link http://environmentalresearchweb.org/cws/article/news/51673 - external-link-new-window "Opens external link in new window">neuen Studie</link> vorschlägt; siehe dazu auch der Artikel <link 7007 - internal-link "Opens internal link in current window">„Das Fieber steigt“</link> im Greenpeace Magazin 6.12).
<b>Die auf Seite 1 des Abendblatts angekündigten „Forscher, die über die Ursachen streiten“, sucht man in dem Artikel vergeblich. Und der von der Zeitung erweckte&nbsp;Anschein, der IPCC sehe eine Stagnation der Erdtemperatur in den vergangenen 15 Jahren, ist schlicht falsch. </b>Vielmehr heißt es in der Zusammenfassung: „AR4 (der letzte IPCC-Report von 2007) hat festgestellt, dass die Erwärmung des Klimasystems eindeutig ist. Neue Beobachtungen, längere Datenreihen und weitere palaeoklimatische Informationen unterstützen diesen Schluss.“&nbsp;
<b> </b>Und übrigens: Trotz des abgeflachten Trends war <b><link http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2011-12-08/globale-temperatur-reloaded - external-link-new-window "Opens external link in new window">2010 das bisher&nbsp;wärmste Jahr seit Beginn der Messungen und 2011 das wärmste La-Ni</link></b><b><link http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2011-12-08/globale-temperatur-reloaded - external-link-new-window "Opens external link in new window">ña-Jahr,</link> </b>in denen die globale Durchschnittstemperatur normalerweise besonders niedrig ist. Im Jahr 2012 machte dann wieder einmal die Arktis Schlagzeilen, weil <link http://www.verwaltung.uni-hamburg.de/onTEAM/pressemitteilungen/pdf/PM_71_12.pdf - external-link-new-window "Opens external link in new window">das Meereis auf ein Rekordminimum geschrumpft</link> ist – die Dynamik der Entwicklung hat selbst Experten überrascht. 
Gibt es also, wie das Abendblatt fragt, neue Hoffnung für die Eisbären? Wohl kaum. <b>Wenn in den Medien immer wieder der Anschein erweckt wird, selbst die Klimaforscher seien sich über die Dringlichkeit des Klimaschutzes uneinig, dann schmilzt die Hoffnung auf einen radikalen Kurswechsel in Politik und Wirtschaft so schnell wie das arktische Eis.</b>]]></content:encoded>
			<category>Forschung</category>
			<category>Newsletter</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 11:33:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Stubaital: Mit Airberlin zur Gletscherschmelze</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2012/11/30/stubaital-mit-airberlin-zur-gletscherschmelze/</link>
			<description>Hamburger Bäcker kleben in letzter Zeit öfter mal Reklame-Postkarten auf die Tüten, in denen sie...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Hamburger Bäcker kleben in letzter Zeit öfter mal Reklame-Postkarten auf die Tüten, in denen sie zum Beispiel ihre Franzbrötchen verkaufen (das ist eine Hamburger Gebäckspezialität mit Zimt). In dieser Woche, <link record:tt_news:152271 - internal-link>während in Katar mal wieder über den Klimaschutz geplaudert wird,</link> verbreiten sie Werbung der Fluggesellschaft Airberlin.<br /><img style="float: left; " src="uploads/RTEmagicC_Airberlin_Auschnitt.jpg.jpg" height="427" width="300" alt="" />Dazu muss man wissen, dass Hamburger, die es sich leisten können, traditionell gerne Skiurlaub machen, obwohl die Berge relativ weit weg sind (noch so eine Spezialität der Hansestadt sind die <link http://www.abendblatt.de/reise/article1370435/Mit-dem-Flugzeug-in-den-Skiurlaub.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Skiferien</link>&nbsp;im März, übrigens auf Kosten der Osterferien). Mit dem Flugzeug in die Alpen zu jetten ist also für viele Hamburger ganz normal, und das Tragikomische an dem Airberlin-Slogan auf der Brötchentüte wird wohl nur den wenigsten auffallen.
Tatsächlich ist es jedoch mit der Schneesicherheit im Stubaital nicht mehr so weit her. Noch bis 2002 konnte man auf dem <link http://de.wikipedia.org/wiki/Stubaier_Gletscher - external-link-new-window "Opens external link in new window">Stubaier Gletscher</link> nahe Innsbruck auch im Sommer Ski fahren. Doch <link http://derstandard.at/1237229714122/Gletscherzungen-in-den-Oetztaler-Alpen-zerfallen-ueberdurchschnittlich-stark - external-link-new-window "Opens external link in new window">wie bei fast allen Gletschern der Alpen</link> schmilzt infolge der Klimaerwärmung mehr Eis, als sich nachbildet. <b>Seit einigen Jahren werden deshalb im Sommer Teile des Stubaier Gletschers mit einem schützenden Vlies abgedeckt, um den Eisschwund zu verlangsamen </b>– <link 2925 - internal-link "Opens internal link in current window">eine Reportage im Greenpeace Magazin</link> berichtete über die „Heftpflaster für weiße Riesen“. Was anfangs als skurrile Notlösung belächelt wurde, ist fast schon zur Normalität geworden: In einem <link http://www.youtube.com/watch?v=bT2ziP7jEaw - external-link-new-window "Opens external link in new window">Imagefilmchen</link> zur alljährlichen Verhüllung&nbsp;des Stubaier Gletschers wird nicht einmal erwähnt, dass ein Zusammenhang mit dem Klimawandel besteht. <b>Die Gletscherränder müssen inzwischen künstlich beschneit werden,</b> aber all das <link http://www.stern.de/reise/sport_wellness-old/stubaier-gletscher-schneekanonen-und-naturkost-645807.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">findet das Tourismusmanagement nicht weiter besorgniserregend</link>.
Lieber lockt man mithilfe von Airberlin und Brötchentütenwerbung Hamburger Familien ins „starke Tal“ – egal, dass der Hin- und Rückflug einer vierköpfigen Familie von Hamburg nach Innsbruck <b>Treibhausgase mit der Klimawirkung von 1680 Kilogramm CO<sub>2</sub></b> freisetzt. Das ist doppelt so viel wie ein Durchschnittsinder im ganzen Jahr erzeugt, wie man bei <link http://www.atmosfair.de/ - mail "Opens window for sending email">Atmosfair</link> schnell ausrechnen kann.
Falls irgendjemand im Stubaital oder Hamburg den Zusammenhang noch nicht verstanden haben sollte: <b>Immer mehr CO<sub>2</sub> in der Atmosphäre führt dazu, dass es <link 7005 - internal-link "Opens internal link in current window">immer wärmer wird</link>, wodurch in den Alpen und anderswo <link http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/steigender-meeresspiegel-die-polkappen-schmelzen-dramatisch-a-870145.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">die Gletscher immer schneller schmelzen</link> – was neben dem Verlust von Skigebieten <link 5743 - internal-link "Opens internal link in current window">noch andere Probleme</link> verursacht.</b>
Übrigens: Nach Innsbruck, das nicht weit hinter der deutschen Grenze liegt, kommt man – familienfreundlich, vergleichsweise klimaverträglich und ganz gemütlich – auch mit der <link http://www.vcd.org/bahntest_2012.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Eisenbahn</link>.
<br />PS: Den Schnee zum Schmelzen bringen kann man auch als Österreicher: Ein Wiener Reiseveranstalter bietet jetzt&nbsp; unter dem Motto <link http://www.abzumschnee.at/home/flugzumschnee/angebote/33 - external-link-new-window "Opens external link in new window">Flug zum Schnee</link> eintägige (!) Flugreisen von Wien ins Hochzillertal an. Geht's noch?
PPS: Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) <link http://www.vcd.org/pressemitteilung.html?&cHash=14c34e5c2e1256975e48b56fead92102&tx_ttnews[tt_news]=1028 - external-link-new-window "Opens external link in new window">weist darauf hin</link>, dass es in vielen Skigebieten Extra-Services für Urlauber gibt, die mit der Bahn anreisen. ]]></content:encoded>
			<category>Mobilität</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 30 Nov 2012 15:02:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft: Kunst-Fälscher</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2012/10/04/initiative-neue-soziale-marktwirtschaft-kuenstlerisch-wertlos/</link>
			<description>Galerietauglich ist das eher nicht: Filzstiftkritzeleien auf Steckdose und Raufaser zeigen zum...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Galerietauglich ist das eher nicht: Filzstiftkritzeleien auf Steckdose und Raufaser zeigen zum Beispiel einen untergehenden Dampfer, eine falsche Schlange, einen ertrinkenden Schwimmer und ein&nbsp;Männlein, das dem Edvard-Munch-Gemälde „Der Schrei“ ähnelt.<br /><img src="uploads/RTEmagicC_Munch-Schrei.jpg.jpg" height="353" width="300" alt="" />
Darüber Slogans wie dieser: 
<img src="fileadmin/user_upload/Meldungen/2012/Hilfe_Energiewende.jpg" style="cursor: move; " height="118" width="319" alt="" />
In den Anzeigentexten ist die Rede von Subventionen&nbsp;für „willkürlich ausgewählte Technologien“. Gemeint sind die staatlich garantierten Einspeisevergütungen für Strom aus Sonne, Wind und Co. – besser bekannt als Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
„EEG stoppen – sonst scheitert die Energiewende“, warnt die „<link http://www.insm.de/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Initia­tive Neue Sozia­le Marktwirtschaft</link>“ (INSM), eine neoliberale <link http://lobbypedia.de/index.php/INSM - external-link-new-window "Opens external link in new window">Lobbyvereinigung des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall</link>, mit dieser Kampagne. Auf der zu­gehörigen Website erklärt ein gewisser Professor Doktor Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen In­stitut für Wirtschaftsforschung (RWI), von 2000 bis 2011 habe die EEG-Umlage auf den Strompreis die Deutschen 52 Milliar­den Euro gekostet. „Die Klimaschutzwirkung“ liege aber „tatsächlich bei Null“.
Huch, denkt man da. War das EEG nicht dieses Gesetz, das weltweit kopiert wurde? Das damit die Technologien mit dem Potenzial zur Weltrettung wettbewerbsfähig gemacht hat? Und das hierzulande nicht nur Wind- und Solarkraft zum Durchbruch verholfen, sondern auch deren Preis stark gesenkt hat? Doch.
Das hindert den RWI-Experten Frondel aber nicht&nbsp;daran, <link http://www.klima-luegendetektor.de/tag/manuel-frondel/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">zum wiederholten Mal</link> auf „die Förderung sehr teurer Technologie – insbesondere von Solarstrom“ einzuhacken. Mit durchschnittlich 25 Cent pro Kilowattstunde sei Fotovoltaik im vergangenen Jahr bezuschusst worden – geschenkt, dass es natürlich inzwischen&nbsp;längst <link http://www.solarwirtschaft.de/eeg-update.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">deutlich weniger</link> ist. Worauf die INSM-Herrschaften hinaus wollen, das ist: „eine marktbasierte Quotenlösung“.
Im „Quotenmodell“, das zufällig den <link http://www.hans-josef-fell.de/content/index.php?option=com_docman&task=doc_download&gid=738&Itemid=77 - external-link-new-window "Opens external link in new window">Ideen von FDP-Fraktionschef Brüderle</link> und Bundeswirtschaftsminister Rösler entspricht, soll der Ökostrom-Anteil staatlich festgeschrieben – sprich: gedeckelt – werden. Schließlich will Schwarz-gelb bis 2020&nbsp;<link http://www.bmu.de/erneuerbare_energien/kurzinfo/doc/3988.php - external-link-new-window "Opens external link in new window"> 35 Prozent grünen Strom</link> – nicht etwa 50! Dabei könnten die Erneuerbaren sogar noch <link http://www.greenpeace.de/themen/energie/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">deutlich mehr</link>, wenn man sie denn ließe. Und gut fürs Klima wär’s natürlich auch.
Dass Schützenhilfe für diese Stimmungsmache der Industrie ausgerechnet aus dem RWI kommt, ist nicht verwunderlich. Unterhält das Institut doch gute Kontakte zum Atom- und Kohleriesen RWE. Oder wie sonst soll man es verstehen, dass RWE-Finanzvorstand Rolf Pohlig bis vor kurzem Präsident des RWI-Freundeskreises war?
Und das alles rechtzeitig vor Bekanntgabe der neuen EEG-Umlage, die <link http://www.greenpeace-magazin.de/tagesthemen/einzelansicht/artikel/2012/09/25/rwe-erwartet-drastischen-anstieg-der-eeg-umlage-1/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">laut RWE-Chef Peter Terium</link> Mitte Oktober von derzeit 3,6 auf bis zu 5,4 Cent pro Kilowattstunde steigen könnte.
52 Milliarden für Erneuerbare? 5,4 Cent pro Kilowattstunde? Mann-oh-Mann! Da ist es ja kaum der Rede wert, dass Atom- und Kohlestrom seit 1970 stolze 429 Milliar­den Euro Subventionen ver­schlungen haben, wie eine Studie von Greenpeace Energy neulich ergab, und dass die „<link http://www.greenpeace-energy.de/presse/pressedetails/article/verbraucher-zahlen-versteckte-konventionelle-energien-umlage-fuer-kohle-und-atomstrom.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">versteckte Konventionellen-Umlage</link>“ inklusive aller gesellschaftlichen Folgekosten bei 10,2 Cent pro Kilowattstunde liegen müsste. Die steht aber auf keiner Stromrechnung.
Seltsam auch, dass es ausgerechnet die – von der INSM vertretene – stromintensive Industrie ist, die hier laut „Hilfe!“ ruft. Sind doch immer mehr Stromfresserkonzerne überwiegend vom Ökostromaufschlag&nbsp;befreit. Allein 2012 werden sie <link http://www.sonnenseite.com/Aktuelle+News,Rekordzahl+von+Unternehmen+werden+von+EEG-Umlage+befreit,6,a23158.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">mit 2,5 Milliarden Euro entlastet</link>. Mehr noch: Die Erhöhung der EEG-Umlage geht sogar „zum großen Teil auf die gesetzwidrige Befreiung von Großbetrieben durch die Bundesregierung zurück“, wie der <link http://www.energieverbraucher.de/de/Erneuerbare/Erneuerbare/Das-EEG__510/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Bund der Energieverbraucher</link> feststellt. <link http://www.greenpeace.de/themen/energie/nachrichten/artikel/erneuerbare_energien_als_preistreiber/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Nur 0,2 Cent</link> der erwarteten Erhöhung kommen tatsächlich neuen Solar- und Windkraftanlagen zugute.
Sprich: Nicht Subventionen für „willkürlich ausgewählte Technologien“ sind&nbsp;schuld am Preisanstieg, sondern Subventionen&nbsp;für willkürlich ausgewählte <i>Unternehmen</i>. Ohne die – das ist wahr – wäre der Strom für alle billiger.]]></content:encoded>
			<category>Energie</category>
			<category>Newsletter</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 12:00:00 +0200</pubDate>
			
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			<title>Geflügelerzeuger: Ein Dutzend „echte“ Hühnermäster</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2012/08/16/ein-dutzend-echte-huehnermaester/</link>
			<description>Mit einer groß angelegten Charmeoffensive versucht die Geflügelbranche zurzeit, ihr ramponiertes...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Mit einer groß angelegten Charmeoffensive versucht die Geflügelbranche zurzeit, ihr ramponiertes Image aufzupolieren. Der Marktführer „Wiesenhof“ zapft als <link http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/media/hallonds10929.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Trikotsponsor</link> das positive Image des SV Werder Bremen an, und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft schaltet seit Wochen eine auffällige Anzeigenserie, in der es heißt:<br /><a href="typo3/sysext/rtehtmlarea/mod4/select_image.php?editorNo=data_tt_news__144314__bodytext_&amp;expandFolder=%2Fvar%2Fcustomers%2Fwebs%2Fmagazin%2Fweb%2Ffileadmin%2Fuser_upload%2FMeldungen%2F2012%2F&amp;act=magic&amp;sys_language_content=0&amp;RTEtsConfigParams=tt_news%3A144314%3Abodytext%3A5070%3A0%3A5070%3A#" onclick="return jumpToUrl('?editorNo=data_tt_news__144314__bodytext_&amp;insertImage=%2Fvar%2Fcustomers%2Fwebs%2Fmagazin%2Fweb%2Ffileadmin%2Fuser_upload%2FMeldungen%2F2012%2FGestatten.jpg');"><img src="uploads/RTEmagicC_Gestatten_01.jpg.jpg" height="119" width="375" alt="" /></a><br />Zu sehen ist ein netter Landwirt, scheinbar zufällig aus einer Menschenmenge ausgewählt. Elf weiteren Personen blickt man ins freundliche Gesicht, dahinter drängeln sich, so scheint es, Hunderte, von denen nur die Haarschöpfe zu erkennen sind.<br /> <img src="fileadmin/user_upload/Meldungen/2012/Gestatten_Wendt_Foto.jpg" style="cursor: move;" height="273" width="380" alt="" />
Der Text wirbt für Vertrauen: „Jeder der rund 6500 deutschen Geflügelhalter kümmert sich Tag für Tag sorgsam um die Aufzucht des eigenen Geflügels und achtet dabei konsequent auf Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz.“ Vor dem Auge des Lesers erscheint ein ländliches Idyll mit Bauern, die ihren Hühnern Körner auf den Hof streuen. Eine altmodische Bretterwand im Hintergrund verstärkt diesen Effekt. 
Doch schon die Zahl macht skeptisch. <b>658 Millionen Masthühner und Puten wurden 2011 in Deutschland geschlachtet – durchschnittlich mästet einer der 6457 Geflügelhalter also Jahr für Jahr mehr als 100.000 Vögel.</b> Man ahnt, dass das nicht immer auf idyllischen Bauernhöfen alten Schlages geschehen kann. Angesichts wiederkehrender Berichte über Tierquälerei und übermäßige Antibiotikagaben in Ställen scheint darüber hinaus die Behauptung gewagt, „jeder“ Geflügelhalter arbeite stets „sorgsam“ und „konsequent“. Wer ist denn dieser Rainer Wendt, der seine Hand für tausende Kollegen ins Feuer legt?
Eine Internetrecherche ergibt: <b>Er hat <link http://www.az-online.de/nachrichten/landkreis-gifhorn/wittingen/als-haehnchenmaester-relativ-glaesern-1064759.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">drei 40.000er-Masthuhnställe</link>, nimmt als Sprecher der Wiesenhof-Mäster den Konzern regelmäßig in Schutz, ist <link http://www.zdg-online.de/verband/mitglieder/bundesverbaende/bundesverband-baeuerlicher-haehnchenerzeuger/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Vorsitzender des Bundesverbandes bäuerlicher Hähnchenerzeuger</link> (BVH) und darüber hinaus <link http://www.zdg-online.de/verband/strukturen-meinungsbildung/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Vizepräsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft</link>, der die Anzeigenserie schaltet </b>– also nicht irgendein Mäster, wie das Bild suggeriert, sondern ein Branchenfunktionär. Immerhin, es gibt ihn wirklich.
Anders als die Menschenmenge auf dem Bild – die hat sich so nie zusammengefunden. <b>Lichtverhältnisse und Perspektive stimmen hinten und vorne nicht, das vermeintliche Foto wurde offensichtlich am Computer zusammengebastelt.</b> Wendt gibt gegenüber Kollegen auch zu, dass in der Werbekampagne getrickst wird. Im Juni präsentierte er bei der Mitgliederversammlung des BVH mit abendlichem „Mästerball“ das Anzeigenmotiv und erklärte vor rund 200 Gästen: <b>„Neben mir stehen ein gutes Dutzend ‚echte’ Hähnchen- und Putenhalter für diese Anzeigenkampagne Pate – und zeigen die Menschen hinter der Branche, die sich Tag für Tag voller Sorgfalt um ihre Tiere kümmern.</b>“ Zu lesen ist dieser Satz im <link http://www.dgs-magazin.de/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">DGS-Magazin</link>, dem offiziellen Organ des Geflügel-Zentralverbandes (Heft 27/2012). Was hat man sich unter „unechten“ Geflügelmästern bloß vorzustellen?
Die Anzeigen verweisen auf eine <link http://www.deutsches-gefluegel.de/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Internetseite</link>, die für die neue Transparenz steht, mit der die Fleischbranche derzeit ihr Image zu retten versucht. Im <link http://www.deutsches-gefluegel.de/erzeugung/gefluegeltv - external-link-new-window "Opens external link in new window">Geflügel.TV</link> erläutern „echte“ Menschen die Stationen der Hähnchen- und Putenproduktion von der Brüterei bis zum Schlachthof. <b>Wer sich die Filmchen tatsächlich ansieht, bekommt immerhin einen <link http://www.deutsches-gefluegel.de/erzeugung/gefluegeltv/verarbeitung/tiergerechte-verladung-von-haehnchen - external-link-new-window "Opens external link in new window">Eindruck</link> davon, wie man Geflügel heute produziert, behandelt und <link http://www.deutsches-gefluegel.de/erzeugung/gefluegeltv/verarbeitung/tiergerechte-schlachtung-durch-sachgerechte-betaeubung - external-link-new-window "Opens external link in new window">schlachtet</link> – wie Massengut nämlich. </b>Die langen Texte auf der Internetseite, die vermutlich kaum jemand liest, wirken informativ. <b>Doch sie verschleiern geschickt, was schiefläuft.</b>
Nur ein Beispiel. Unter dem Stichwort „Im Fokus: Antbiotika-Einsatz“, steht: <br /><img src="fileadmin/user_upload/Meldungen/2012/Gestatten_Antibiotika.jpg" style="cursor: move;" height="116" width="431" alt="" /><br />Wirklich nur „das erkrankte Tier“? Wirklich „gezielt“? So richtig „wirklich“?
<b>Tatsächlich ist es bei Masthähnchen üblich, über das Tränkewasser dem ganzen Bestand Antibiotika zu verabreichen, </b>wenn Tiere krank werden – das räumt übrigens auch Rainer Wendt ein. Das bedeutet, dass ein ganzer 40.000er-Stall das Mittel erhält, wenn einige Tiere krank sind. 
<b>Und: Der „Krankheitsfall“ tritt nicht nur ab und zu ein, sondern ist eher die Regel. </b><link http://www.youtube.com/watch?v=J84q_vhwxmI - mail "Opens window for sending email">Wendt sagt zwar, er setze in seinen Ställen keine Antibiotika ein</link>, wäre damit in der Branche aber eine seltene Ausnahme. <b>In <link http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Niedersachsen/Antibiotika-in-fast-jedem-Maststall - external-link-new-window "Opens external link in new window">Niedersachsen</link> verabreichen 83 Prozent der Hähnchen- und sogar 92 Prozent der Putenmäster Antibiotika, in <link http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article2330820/Die-meisten-Masthaehnchen-schlucken-Antibiotika.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Mecklenburg-Vorpommern</link> kamen in 36 von 38 untersuchten konventionellen Hähnchenbetrieben Antibiotika zum Einsatz, und in <link http://www.umwelt.nrw.de/verbraucherschutz/tierhaltung/antibiotikastudie/antibiotikastudie_abschlussbericht/index.php - external-link-new-window "Opens external link in new window">Nordrhein-Westfalen</link> werden&nbsp;</b><b></b><b>9 von 10 Masthühnern mit den</b><b> problematischen Medikamenten </b><b>behandelt.</b> In diesen drei Bundesländern wird übrigens das meiste Geflügel gemästet.<b><br /></b>
Und was das Anzeigenmotiv angeht – da fragt man sich, ob die Geflügelbranche mit ihrer Agentur einen guten Griff gemacht hat. Im Onlineratgeber <link http://www.marketing-und-trend.de/tipps-und-praxiswissen/streichen-sie-natur-und-bio-aus-ihrem-werbewortschatz.php - external-link-new-window "Opens external link in new window">Marketing und Trends</link> empfiehlt ein Werbefachmann: „Seien Sie vorsichtig bei Fotomontagen, mit der die Wirklichkeit nicht nur geschönt, sondern verändert wird.“ <b>Das könne als „unlauter“ gelten.</b>]]></content:encoded>
			<category>Ernährung</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 16 Aug 2012 13:47:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Bauer Joghurt: Erster sein ist relativ</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2012/06/05/bauer-joghurt-erster-sein-ist-relativ/</link>
			<description>Kaum ein Produkt kommt so harmlos daher wie Fruchtjoghurt. Doch gerade das scheint halbseidene...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Kaum ein Produkt kommt so harmlos daher wie Fruchtjoghurt. Doch gerade das scheint halbseidene Werber besonders zu inspirieren. Seit Jahren geraten Joghurts und andere Milchprodukte immer wieder ins Visier von Verbraucherschützern – und des Greenpeace Magazins.<b></b>
Schon im Jahr 2004 haben wir eine Werbung der Molkerei Bauer in einer Fake-Anzeige aufgespießt: Acht Erdbeeren standen dort um einen „Großen Bauer“ Spalier, der nur eine Frucht enthielt – dafür aber Aroma aus dem Labor. Auch die Konkurrenten der Privatmolkerei aus dem bayerischen Wasserburg fördern den Joghurtabsatz mit allerlei Tricks. Danone zum Beispiel preist seine süßen, teuren <link http://www.abgespeist.de/actimel/index_ger.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Actimel</link>-Joghurts als abwehrkräftesteigernd und&nbsp;<link http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=6523 - - "Opens internal link in current window">Activia</link>-Becher aus Mais-Plastik als „umweltfreundlicher“ an – obwohl beides nicht belegt ist.
<img src="fileadmin/user_upload/Meldungen/2012/Bauerjoghurt_Ausschnitt.jpg" style="cursor: move; float: right;" height="326" width="274" alt="" />Nun versucht es wieder einmal Bauer: „Der erste gentechnikfreie Fruchtjoghurt Deutschlands“ prangte kürzlich in großen Lettern auf Werbeanzeigen in „Focus“, „Bunte“ und „Freundin“. Plötzlich ist der Bauer-Schriftzug grün und alles sieht total öko aus. Ist es aber nicht: Die Milch liefern nach wie vor konventionell gehaltene Kühe. Und vor allem: <b>Was da steht, stimmt gar nicht – Bauer ist nicht „erster“. Schließlich geben Ökobauern ihren Tieren schon immer gentechnikfreies Futter. </b>Die Biobranche reagierte verständlicherweise verschnupft, und die <link http://www.lebensmittelklarheit.de/cps/rde/xchg/lebensmittelklarheit/hs.xsl/4597.htm - external-link-new-window "Opens external link in new window">Verbraucherzentralen</link> kritisierten die Werbung als „missverständlich“.
Inzwischen hat Bauer reagiert – mit einem Winkelzug. Die sonst unveränderte Anzeige erscheint nun mit dem Slogan: „Der erste Fruchtjoghurt ohne Gentechnik Deutschlands“. Für Juristen mag der Unterschied zwischen <i>gentechnikfrei</i> und <i>ohne Gentechnik</i> <link http://www.horizont.net/aktuell/marketing/pages/protected/Posse-um-Joghurt-Werbung-Wie-Bauer-die-Verbraucherschuetzer-ausbremst_107267.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">bedeutsam sein</link>, denn das Bauer-Produkt wurde als erstes konventionell erzeugtes Fruchtjoghurt mit dem offiziellen Siegel <link http://www.ohnegentechnik.org/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">„Ohne Gentechnik“</link> ausgezeichnet und durchläuft ein entsprechendes Kontrollverfahren. Für Verbraucher ist der Unterschied zwischen beiden Aussagen nicht nachvollziehbar, die Werbung bleibt irreführend.
<b>Dass Bauer dem Druck von Umweltschützern nachgibt und die Fütterung der Kühe umstellt, <link http://blog.greenpeace.de/blog/2012/03/09/schlemmen-ohne-gentechnik/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">ist schön</link> – die Reklame aber einfach dreist.</b>]]></content:encoded>
			<category>Ernährung</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 05 Jun 2012 14:59:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Fraport: Ja zu Fluglärm!</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2012/02/20/fraport-ja-zu-fluglaerm/</link>
			<description>Schon wieder ein echt engagierter Großkonzern: Die Fraport AG hat als Reaktion auf die &lt;b&gt;&lt;link...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Schon wieder ein echt engagierter Großkonzern: Die Fraport AG hat als Reaktion auf die <b><link http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/3/0,3672,8469667,00.html - - "Opens internal link in current window">anhaltenden Proteste gegen den anschwellenden Fluglärm</link></b> rund um den Frankfurter Flughafen zusammen mit Lufthansa und Condor die Initiative <b><link http://ja-zu-fra.org/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">„Ja zu FRA!“</link></b> gegründet. Erst ließ der Flughafenbetreiber <b><link http://www.welt.de/print/welt_kompakt/vermischtes/article13876888/Ernst-nehmen-ist-nicht-genug.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">rund eine Million Flugblätter</link></b> an die Haushalte in der Region verteilen, auf denen Vorstandschef Stefan Schulte erklärt, dass man die „Sorgen und Klagen der Menschen ernst nehmen“ müsse – ohne allerdings das Wort Nachtflugverbot auch nur zu erwähnen. Am 1. März soll es dann auch noch eine <link http://www.fraport.de/content/fraport-ag/de/ja-zu-fra--.html - external-link-new-window "Opens external link in new window"><img style="float: right; " src="uploads/RTEmagicC_Ja_zu_Fra.jpg.jpg" height="223" width="293" alt="" /></link><b><link http://www.fraport.de/content/fraport-ag/de/ja-zu-fra--.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Kundgebung am Frankfurter Römerberg</link></b> geben: Weil die Debatte um den Ausbau momentan „sehr einseitig und emotional“ geführt werde, wolle man „ein Signal für die Zukunft des Frankfurter Flughafens“ setzen, heißt es auf der eigens geschaffenen Internetseite. Auch hier ist vom Thema <b><link http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/interview-der-woche/-/id=659202/nid=659202/did=9114498/1sq7v18/index.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Fluglärm und seiner krankmachenden Wirkung</link></b> nichts zu lesen.
Bemerkenswert finden wir vor allem das Logo, mit dem sich die Luftfahrtindustrie für sich selbst engagiert: Der Schriftzug „Ja zu FRA!“ wird von fluffigen Kondensstreifen auf himmelblauem Untergrund gebildet – im Kinderzimmer-Schäfchenwolkendesign. <b>Kondensstreifen stehen jedoch in den Augen von Umweltschützern für eine andere Nebenwirkung des Luftverkehrs: Sie sind <link http://www.klimaretter.info/forschung/nachricht/8286-kondensstreifen-mit-hoher-klimawirkung - external-link-new-window "Opens external link in new window">eine der Hauptursachen dafür</link></b><b>, dass Flugzeuge so <link http://www.atmosfair.de/index.php?id=62 - external-link-new-window "Opens external link in new window">extrem klimaschädlich</link> sind. Auch deshalb sollten diese – zum Wohle der gesamten Menschheit – so selten wie möglich abheben.</b>
Kondensstreifen für Werbezwecke zu nutzen ist dreist und genial zugleich, und wir freuen uns schon auf Nachahmer aus anderen Branchen. BP zum Beispiel könnte mit bunt schillernder Ölschlieren-Schrift eine Initiative <b>„Ja zu Tiefseebohrungen“</b> illustrieren. Aufmerksamkeit würde bestimmt auch eine Imagekampagne <b>„Ja zum Kleinwaffenexport“</b> für den&nbsp;berüchtigten G3-Hersteller Heckler &amp; Koch erregen – mit einem Schriftzug aus Einschusslöchern. Und wie wär’s mit einer Pro-Endlager-Demo der Atomindustrie mit Bannern zum Runterladen: <b>„Ja zur Asse“</b> – geformt aus rostigen Atommüllfässern? ]]></content:encoded>
			<category>Mobilität</category>
			<category>Newsletter</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 13:56:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Fritz Vahrenholt: Der eiskalte Leugner</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2012/02/13/fritz-vahrenholt-der-eiskalte-leugner/</link>
			<description>In seinem gerade erschienenen Buch „Die kalte Sonne“ erklärt der scheidende RWE-Manager und...</description>
			<content:encoded><![CDATA[In seinem gerade erschienenen Buch „Die kalte Sonne“ erklärt der&nbsp;scheidende RWE-Manager und ehemalige Hamburger Umweltsenator Fritz Vahrenholt (SPD), „warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“. <img style="float: right; " src="uploads/RTEmagicC_Vahrenholt_Titel_01.jpg.jpg" width="270" height="262" alt="" />Das Buch kommt seriös daher, ist überzeugend und provokant geschrieben, und wie erwartet stürzen sich die Medien auf das Thema: Die Bild-Zeitung widmete Vahrenholts Thesen unter dem Titel <b><link http://www.bild.de/politik/inland/globale-erwaermung/die-co2-luege-klima-katastrophe-ist-panik-mache-der-politik-22467268.bild.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Die CO<sub>2</sub>-Lüge</link></b> eine ganze Serie, im <b><link http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,813357,00.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Spiegel-Interview</link></b> erklärt der Buchautor, dass wir alle „hinters Licht geführt“ werden, sogar die <b><link http://www.zeit.de/2012/07/Klimawandel-Vahrenholt - external-link-new-window "Opens external link in new window">Zeit</link></b> fragt auf der Titelseite „Wird die Erde doch nicht wärmer?“ – um sein Werk dann zu zerpflücken. Es ist&nbsp;der meistbeachtete Vorstoß eines <b><link http://www.pik-potsdam.de/~stefan/klimaskeptiker.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">„Klimaskeptikers“</link></b> in Deutschland seit Jahren.
Vahrenholts Thesen lauten, kurz gefasst: Die Erderwärmung habe vor mehr als zehn Jahren ausgesetzt. Der Einfluss von Kohlendioxid werde von der Mainstream-Klimaforschung überschätzt und natürliche Faktoren wie Sonnenaktivität, kosmische Strahlung und ozeanische Schwankungen unterschätzt. In den nächsten Jahrzehnten werde sich die Erde deshalb viel geringer erwärmen als vorhergesagt und bis 2020 erst mal sogar wieder abkühlen. Dennoch weigere sich der Weltklimarat IPCC, diese unterdrückten Wahrheiten anzuerkennen, weil er von Greenpeace- und WWF-Leuten unterwandert sei.
Was ist dran? Ausgangspunkt der Vahrenholt-Argumentation ist die Beobachtung, dass sich die Atmosphäre in den letzten Jahren nicht mehr oder jedenfalls nicht mehr so stark erwärmt hat wie in den Jahrzehnten zuvor: „(...) um das Jahr 2000 war der Spuk dann vorbei und der Temperaturanstieg beendet“, heißt es in dem Buch. <b>Klimawissenschaftler haben jedoch stets betont, dass solche Phasen geringerer oder fehlender Erwärmung mit ihren Rechenmodellen zusammenpassen – schließlich verhält sich das Klima auch ohne menschliches Zutun nicht linear, <link http://klimafakten.de/behauptungen/die-globale-erwaermung-stoppte-1998 - external-link-new-window "Opens external link in new window">sondern es gibt Schwankungen, die den langfristigen Trend überlagern können.</link> </b>Der US-Wissenschaftler Gavin Schmidt hat gerade mit den Daten für 2011 seinen jährlichen <b><link http://www.realclimate.org/index.php/archives/2012/02/2011-updates-to-model-data-comparisons/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Vergleich der wichtigsten Temperatur-Messreihen mit den IPCC-Prognosen</link></b> aktualisiert: Die Entwicklung widerspricht ihnen nicht und liegt im Bereich der 95-Prozent-Wahrscheinlichkeit. <b>Sicher ist, dass das vergangene Jahrzehnt das mit Abstand wärmste seit Beginn der Messungen war und 2005 und 2010 die beiden heißesten je gemessenen Jahre.</b>
Vahrenholt unterstellt dem IPCC, er unterschlage bewusst neuere Erkenntnisse über natürliche Klimafaktoren – was nachweislich Unsinn ist. Der Einfluss der Sonne, Meeresströmungen und andere natürliche Faktoren sind wichtige, viel diskutierte Forschungsgebiete, die im IPCC-Bericht ausführlich behandelt werden. Nur: <b>Es ist längst erwiesen, dass die Sonne zwar in der Vergangenheit einer der wichtigsten Antreiber von Klimaänderungen war, jedoch ihre Aktivität und die Temperatur auf der Erde in den letzten Jahrzehnten</b> <b><link http://klimafakten.de/behauptungen/die-sonne-verursacht-den-klimawandel - external-link-new-window "Opens external link in new window">unterschiedliche Wege eingeschlagen haben.</link></b> Klimaforscher sind sich deshalb sicher: Hauptursache der Erwärmung in den vergangenen Jahrzehnten ist das Kohlendioxid.
Die zahlreichen von Vahrenholt und seinem Co-Autor Sebastian Lüning gesammelten Arbeiten und Thesen sind entweder umstritten, bereits widerlegt oder unbestätigte Thesen Einzelner. Dessen ungeachtet stellen die beiden auf dieser Basis eine gewagte Rechnung auf: Sie sagen eine Abkühlung bereits für die nächsten Jahre voraus. Die meisten seriösen Wissenschaftler erwarten dagegen, <link http://data.giss.nasa.gov/gistemp/2011/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">dass die Erwärmung in den nächsten Jahren umso schneller voranschreitet.</link><b> Das ist die gute Nachricht: Wer recht hat, wird sich schon bald herausstellen.</b>
Vahrenholt bestreitet übrigens die Klimawirkung von Kohlendioxid gar nicht. <link http://www.welt.de/dieweltbewegen/article13853684/Geht-die-Klimakatastrophe-an-der-Erde-vorbei.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">„Ich kann jetzt nicht genau sagen, ob der Anteil des CO<sub>2</sub> an der Klimaerwärmung 40, 50 oder gar 60 Prozent ausmacht“,</link> erklärt er in einem Interview mit der „Welt“. <b>Da schon heute alljährlich Millionen Menschen durch die zunehmenden Wetterextreme <link http://www.welt.de/wissenschaft/article13417539/Klimawandel-fuehrt-zu-Millionen-Fluechtlingen.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">sterben oder ihre Heimat verlieren</link>, erscheint seine Absage der „Klimakatastrophe“ schlicht menschenverachtend.</b>
PS: Ach ja, in dem Welt-Interview erklärt Vahrenholt, der noch vor kurzem ein „Verfechter der CO<sub>2</sub>-Theorie“ war, seinen plötzlichen Sinneswandel mit einem „Schlüsselerlebnis“: Er habe mitbekommen, dass bei einem IPCC-Report zu erneuerbaren Energien ein Greenpeace-Vertreter „die Endfassung redigieren“ durfte. <b>Auch das ist Quatsch.</b> Der Ökonom Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, der wegen der Mitarbeit des Greenpeace-Experten in seiner IPCC-Arbeitsgruppe in die Kritik geraten war, erklärt im <link http://www.tagesspiegel.de/politik/ottmar-edenhofer-erneuerbare-energien-es-gibt-immer-eine-alternative/6180546.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Tagesspiegel</link>, wie es wirklich war.]]></content:encoded>
			<category>Forschung</category>
			<category>Newsletter</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 13 Feb 2012 12:58:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Nestlé Pure Life: Verpackung mit sieben Siegeln</title>
			<link>http://www.greenpeace-magazin.de/luegendetektor/artikel/2012/01/25/nestle-pure-life-verpackung-mit-sieben-siegeln/</link>
			<description>In deutschen Supermärkten, zum Beispiel in einem Rewe in Hamburg-Eimsbüttel, ist derzeit ein...</description>
			<content:encoded><![CDATA[In deutschen Supermärkten, zum Beispiel in einem Rewe in Hamburg-Eimsbüttel, ist derzeit ein schönes Beispiel für Grünfärberei zu bewundern. Wort- und trickreich versucht der Nestlé-Konzern, sein umstrittenes Produkt „Pure Life“ ins rechte Licht zu rücken. Kehren wir mal nur die Adjektive auf der Verpackung zusammen: Großartig – belebend – reichhaltig – pur – natürlich – nachhaltig – ENGAGIERT. Hui, das ist wirklich beeindruckend! 
<img style="float: right; " src="uploads/RTEmagicC_Pur.jpg.jpg" height="331" width="287" alt="" />
Was da angepriesen wird, ist schlicht Mineralwasser, erhältlich mit Kohlensäure oder „still“ – letzteres schmeckt wie Leitungswasser. Nestlé ist weltweit Marktführer bei abgefülltem Wasser, seine 70 Marken – darunter S. Pellegrino, Perrier und Vittel – bescheren dem Lebensmittelriesen aus der Schweiz siebeneinhalb Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. <b>Wegen seiner Geschäftspraktiken steht der Konzern jedoch in der Kritik.</b> Am Sonntag lief in Solothurn der Dokumentarfilm <link http://www.bottledlifefilm.com/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Bottled Life – Nestlés Geschäfte mit dem Wasser</link> an, der die Folgen der Wasserabfüllung und den Protest dagegen am Beispiel mehrerer Länder schildert.<b> </b><link http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/01/23/Kultur/Bottled-Life-wirft-Licht-auf-Nestles-Geschaeft-mit-dem-Wasser - external-link-new-window "Opens external link in new window">So werden im pakistanischen Lahore für „Pure Life“ Grundwasservorräte ausgebeutet.</link> <b>Mehrere Brunnen in der Nähe sind bereits ausgetrocknet, die arme Lokalbevölkerung kann sich das teure Flaschenwasser nicht leisten.&nbsp;</b><link http://www.youtube.com/watch?v=Se12y9hSOM0 - external-link-new-window "Opens external link in new window">Widerstand gegen Nestlé und Flaschenwasser anderer Firmen gibt es auch in den USA</link>.<b><br /></b>
Kritiker beobachten fassungslos, wie das zweifelhafte Nestlé-Konzept dennoch aufgeht. Eine Tankwagen-Füllung Quellwasser kostet im US-Bundesstaat Maine zehn Dollar, verkauft wird das Ganze für 50.000 Dollar. Dabei ist die Qualität des mit einem künstlichen Mineralienmix angereicherten Wassers nicht unbedingt besser als die von Leitungswasser. <b>In deutschem „Pure Life“-Wasser</b><b> fand Öko-Test jüngst </b><b> <link http://www.badische-zeitung.de/panorama/reines-wasser-mit-pestizidresten--46709886.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Abbauprodukte von Pestiziden,</link> aus PET-Flaschen können zudem <link http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/visite/ernaehrung/plastikflasche101.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">hormonartige Substanzen in Wasser übergehen</link>.</b> 
Außerdem ist der Verkauf von Mineralwasser in Einweg-Plastikflaschen eine <b>klassische Umweltsauerei</b>. Wer, wie von Nestlé nahegelegt, eine 1,5-Liter-Flasche „Pure Life“ am Tag trinkt, produziert bis zum Jahresende einen 117 Meter hohen Flaschenturm. Würden alle Deutschen der Empfehlung nachkommen, entstünden pro Jahr rund eine Million Tonnen Plastikmüll – man könnte die Menge mit 14 Kreuzfahrtschiffen aufwiegen. 
Das alles ist unschön, hat mit „purem Leben“ wenig zu tun und bringt schlechte Presse – weshalb Nestlé mit seiner geballten Werbe-Macht dagegenhält. 
<p style="text-autospace:none"><img style="float: right; " src="uploads/RTEmagicC_reichhaltig4.jpg.jpg" height="192" width="220" alt="" />In Großbuchstaben prangt das Wort ENGAGIERT auf der Folien-Umverpackung der „Pure Life“-Sixpacks. Nestlé engagiere sich „nachhaltig für ein gesundes Trinkverhalten von KINDERN UND FAMILIEN“, steht dort. Hinzu kommt zweimal ein tropfenförmiges Schwarz-Rot-Gold-Logo „AUS DEUTSCHER QUELLE“, zweimal der kryptische Aufdruck „Was(s)erforschen“ und dreimal ein grünes, rundes Element – das macht sich natürlich immer gut. <b>Sieben Siegel. </b>Was verbirgt sich denn nun hinter Nestlés <link 6155 - internal-link "Opens internal link in current window">nachhaltigem</link> „Pure Life“-Engagement?</p>
Unter der angegebenen <link http://www.nestle-purelife.de/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">Internet-Adresse</link> erfährt man, dass Wassertrinken gesund ist.&nbsp;In sieben Grundschulen in Rheinland-Pfalz lernen das mit Nestlé-Unterstützung schon die Kleinen. Man kann einen dicken Bericht herunterladen, in dem Sätze wie dieser stehen: „Da Qualität die Grundlage all unseres Handelns ist, sorgen unsere Flaschen kontinuierlich für sichere und gesunde Alternativen zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs von Verbrauchern, unabhängig davon, wo sie sich befinden.“ Okay, Nestlé kann laut dem Bericht ein paar Erfolge vorweisen: Das Gewicht der Plastikflaschen und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen konnten in den letzten Jahren etwas verringert werden. Bravo.
Aber: Man kann auch einfach Leitungswasser trinken. Das ist im Schnitt 183-mal billiger als „Pure Life“, hat eine vielfach bessere Ökobilanz – und erhielt im aktuellen Bericht des Gesundheitsministeriums die Testnote <link http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-presse/2012/pd12-003_deutsches_trinkwasser_erhaelt_testnote_sehr_gut.htm - external-link-new-window "Opens external link in new window">„sehr gut“</link>. <b>„Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken zu sich nehmen“</b>,<b> </b>sagt Umweltbundesamt-Präsident Jochen Flasbarth.
<b></b>Wer trotzdem lieber Flaschenwasser mag, dem empfiehlt die Deutsche Umwelthilfe regionale Produkte. <link http://www.duh.de/2636.html - external-link-new-window "Opens external link in new window">Ein Mineralwasser-Kasten mit zwölf Glas-Mehrwegflaschen ersetzt 480 PET-Einwegflaschen</link>, die Transportwege sind deutlich kürzer.
Nestlé zapft sein „Pure Life“-Wasser in Deutschland übrigens aus zwei Quellen: der Eschenquelle im Hochtaunus bei Frankfurt und der Zedernquelle im Sachsenwald vor den Toren Hamburgs. <b>Die Flaschen im Hamburger Supermarkt stammten aus der 400 Kilometer entfernten Eschenquelle. </b>]]></content:encoded>
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			<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 17:09:00 +0100</pubDate>
			
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