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lügendetektor

26. Februar 2008, 13:23

Epson: Grüner Strom für weniger grüne Drucker

Der Drucker-Hersteller Epson hat seine Deutschland-Dependance auf Ökostrom umgestellt. Das sei, meldet die Firma heute stolz auf ihrer PR-Homepage, "ein weiterer Schritt auf dem 'Green Way', wie das Programm zur nachhaltigen Unternehmensführung bei Epson heißt".

 

Tatsächlich hat das Unternehmen einiges vorzuweisen. So verzichtet man "weitgehend" auf Inlandsflüge der Mitarbeiter, kompensiert den CO2-Ausstoß der firmeneigenen Autos durch die Aufforstung von zwölf Hektar Wald. "Bereits seit mehreren Jahren", so Geschäftsführer Henning Ohlsson, setze der Büromaschinen-Hersteller auf "nachhaltiges Wirtschaften".

 

Nun also der nächste Schritt:

epson_sh.jpgVon einem RWE- Vertreter ließ sich Ohlsson in der Epson- Zentrale ein Öko- Strom- Zertifikat über- reichen.

 

Wie bitte? RWE und Ökostrom? „Der TÜV hat uns das bestätigt", sagt Firmensprecherin Andrea Koepfer. Lieferant des Ökostromes sei die RWE Rhein-Ruhr AG. „Es handelt sich um Ökostrom aus Wasserkraft", so die Epson-Sprecherin, und er stamme aus einem Kraftwerk in Trier. In der Tat erzeugt RWE auch ein bisschen sauberen Strom, der Konzern ist aber wegen seiner zahlreichen Kohlekraftwerke der größte Kohlendioxid-Emittent ganz Europas.

 

Und Epson? Bezieht nun also sauberen Strom. Ein Blick auf die Produktpalette der Firma aber ist eher ernüchternd. Auf der Homepage www.energieeffizienz-im-service.de - betrieben von der Deutschen Energie-Agentur und übrigens unterstützt von RWE -, kann man sich mit wenigen Klicks eine Liste der zehn energieeffizientesten Drucker anzeigen lassen. Epson-Geräte rangieren da erst auf Rang neun und zehn.

 

Übrigens sitzt Epson Deutschland in Meerbusch. Meerbusch liegt 35 Kilometer vom Braunkohle-Tagebau Garzweiler II entfernt, der von RWE betrieben wird. Das nachhaltig wirtschaftende Unternehmen Epson könnte sich die dort entstehende Mondlandschaft ja mal im Rahmen eines Betriebsausflugs anschauen.

 

P.S. am 3. März 2008: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland hat heute anlässlich der CeBIT eine Studie über den Stromverbrauch von Tintenstrahldruckern veröffentlicht - und bei zahlreichen Modellen den hohen Stand-by-Verbrauch kritisiert. Bei diesem Vergleich von “Multifunktions-Tintenstrahldruckern” kommt Epson mit drei getesteten Geräten auf ein Gesamturteil “gut” und liegt damit an der Spitze aller Marken, Schlusslicht sind hier Hewlett-Packard und Kodak. Die BUND-Studie bietet Hinweise, wie man aus dem schier unüberschaubaren Drucker-Angebot die energiesparendenGeräte herauspickt.




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