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lügendetektor

24. Oktober 2008, 08:17

RWE: Angst vor dem Stromwechsel?

"RWE verliert 200.000 Kunden", titelte vor ein paar Monaten Spiegel Online. Allein im ersten Quartal 2008 hätten damit fast so viele Stromabnehmer dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern den Rücken gekehrt wie im ganzen Jahr zuvor. Dagegen unternimmt RWE natürlich einiges, Konzernchef Jürgen Großmann hat beispielsweise eine "Internationalisierung" angekündigt. Und natürlich rührt RWE kräftig die Werbetrommel, hat die millionenschwere Imagekampagane "voRWEg gehen" gestartet. Am vergangenen Wochenende schaltete die Regionalgesellschaft RWE Rhein-Ruhr in der Aachener Zeitung diese Annonce:

 

 

Nanu, fragt man sich, was soll das heißen? Denn natürlich ändert sich an der Steckdose des Verbrauchers physikalisch überhaupt nichts, wenn er den Anbieter wechselt. Weshalb auch die (elektrische) Spannung sich weder erhöht noch verringert, sie nicht mehr oder weniger schwankt als vorher. Denn es kommt dort nach wie vor derselbe Strom aus der Steckdose – nur wird die vom Kunden abgenommene Menge nach dem Wechsel von einem anderen Anbieter an anderer Stelle ins Netz eingespeist.

 

Der Sprecher von RWE Rhein-Ruhr bestätigt dies auf Nachfrage natürlich auch. "Rein physikalisch ist die Aussage so nicht haltbar", gibt er zu, aber man betrachte den Spruch "als Metapher" für die Servicequalität. Augenzwinkernd wolle man den Kunden sagen, dass man bei anderen Anbietern unliebsame Überraschungen erleben könne – bei RWE aber garantiert zufrieden sein werde. Dass man die Annonce auch anders verstehen könne, sagt er, das wundere ihn. Und wir seien auch die ersten, die in der Sache nachfragten. Allerdings sei der Spruch auch ganz neu im Werberepertoire von RWE. Aber niemand, wirklich niemand im Unternehmen, betont er, wolle damit Kunden verunsichern oder irgendwelche Ängste schüren vor einem Wechsel des Stromanbieters.

 

Na, dann ist ja gut.

 

Danke an Udo H. für den Hinweis




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