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lügendetektor

21. Januar 2009, 14:47

Wibo-Werk: Verschwendung - jetzt noch besser!

Schon vor fast einem Jahr beschäftigte uns das Hamburger Wibo-Werk, ein Anbieter von  Stromheizungen. Die Produkte sorgten für "co2-freie" Wärme, hieß es damals auf Postwurfsendungen. Was natürlich Blödsinn ist - jedenfalls solange wie in Deutschland etwa die Hälfte des verbrauchten Stroms aus Kohlekraftwerken stammt.

 

In ihrer neuen Werbung behauptet das Wibo-Werk nun die Klimafreundlichkeit nur noch für Kunden von Ökostrom-Anbietern. Energie- Verschwendung ist das dann immer noch, weil in den Stromnetzen bei der Übertragung Elektrizität verloren geht und Strom ohnehin eine viel zu wertvolle Energieform ist, um damit Räume zu heizen. Aber egal.

 

Auch die anderen "Vorteile", die Wibo in seiner Werbung aufführt, sind zweifelhaft: Mit Strom zu heizen sei "günstig" - Verbraucherzentralen dagegen warnen regelmäßig vor diesem "Märchen". Wer mit Strom heizt, zeige "ein Bewusstsein für die Umwelt", behauptet die Firma, denn die "staatlich streng kontrollierten Kraftwerke" hätten "hohe technische Wirkungsgrade". Auch dies stimmt nicht, die üblichen Großkraftwerke auf Kohle- oder Atom-Basis haben lausige Wirkungsgrade, meist geht dort mehr als die Hälfte der eingesetzten Primärenergie verloren. 

 

Besonders schräg aber ist die Behauptung, mit Wibo-Stromheizungen seien "Einsparungen bis zu 40 Prozent" möglich. Nicht ohne Grund findet sich hinter der Zahl ein Sternchen. Es verweist auf dieses Kleingedruckte:

Damit ist wohl gemeint: Die "hochentwickelten" Wibo-Produkte verfügen über Thermostate, die den Heizkörper ab und zu auch mal abschalten, weshalb gegenüber einem ständig laufenden Stromfresser natürlich etwas weniger Energie verbraten wird. Das ist seit langem technischer Standard, auch bei anderen Heizungen.

 

Mit der Einsparung im Regelbetrieb, wie sie etwa Energiesparlampen gegenüber konventionellen Glühbirnen aufweisen, hat das nichts zu tun. Trotzdem wirbt das Wibo-Werk auf seinen Postwurfsendung mit diesem Motiv:

 

Danke an Michael M. aus Lechbruck für den Hinweis




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