greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de

lügendetektor

26. Februar 2009, 12:30

Lebensmittel: Wetteifern um Negativ-Preis

Ach, wie schön, dass man sich hierzulande nicht nur sattessen kann, sondern auch gesund – sogar die körpereigenen Abwehrkräfte lassen sich durch das Verspeisen handelsüblicher Lebensmittel stärken, und bei Markenprodukten dürfen wir Konsumenten selbstverständlich erstens erlesene Zutaten erwarten und zweitens der Werbung und den Etikettenaufdrucken trauen.

 

Dürfen wir? Nö, sagt die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch, die den Lebensmittelherstellern gern mal das Tütensüppchen versalzt, etwa indem sie diesen Tricksereien und Täuschungen nachweist. Hier fünf besonders dreiste Beispiele, die beweisen, dass auch auf diesem Sektor geschwindelt und gemogelt wird, dass sich die Balken biegen:

 

1.  Etikettenschwindel: Actimel von Danone. Soll Wunder wirken gegen Erkältungen, was ein normaler Naturjoghurt aber auch schafft – für ein Drittel oder ein Viertel dessen, was man für das Produkt aus dem Haus Danone berappen muss. Außerdem ist ordentlich Zucker drin im großen Activator.

 

2.  Nebelkerzen: Bahlsen Gourmet-Genießerkuchen. Das sind die mit der "besondere(n) Kombination erlesener Zutaten". Kann man wohl sagen: Zusatzstoffe, Aromen und Eier, die nach foodwatch-Informationen aus Käfighaltung stammen, was Bahlsen allerdings vornehm verschweigt.

 

3.  Mogelpackung: Bertolli Pesto Verde von Unilever. Schwärmerisch als "Klassiker nach original italienischer Rezeptur" gepriesen, natürlich mit "besten Zutaten" wie Pinienkernen und Olivenöl. Stimmt – aber, so foodwatch, nur „in winzigen Alibi-Mengen“.  Als wesentlich preisgünstigerer Ersatz sind dagegen Sonnenblumenöl und Cashewnüsse reichlich vorhanden.

 

4.  Zuckerbombe: Biene Maja von Bauer. Der Trinkjoghurt tut so, als wäre er ein gesundes Milchprodukt für Kinder, enthält aber stolze 44 Stück Würfelzucker pro Liter. Das lässt sogar einen Liter Cola (28 Stück Würfelzucker) wie einen veritablen Schlankmacher aussehen.  

 

5.  Irreführung: Frucht-Tiger von Eckes-Granini. Was als "gesunder Durstlöscher" daherkommt, ist mit zahnschädigender Citronensäure (E330) und dem umstrittenen Süßstoff Aspartam versetzt. Aber wer braucht schon Zähne? Mut zur Lücke, lautet die Devise!


Diese Negativ-Beispiele sind übrigens handverlesen: Fernsehköchin Sarah Wiener, Moderator Tobias Schlegl, "Spiegel"-Reporter Ullrich Fichtner, Autor Harald Dzubilla und Bloggerin Andrea Nienhaus haben hier als Juroren fungiert. Alle Produkte sind nämlich für eine Trophäe nominiert. Erstmals verleiht foodwatch den "Goldenen Windbeutel 2009" für den besten Etikettenschwindel. Verbraucher können bis zum 19. März online abstimmen, von welchem Produkt sie sich am meisten in die Irre geführt sehen. Na dann: Mahlzeit!




greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de