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lügendetektor

13. März 2009, 17:22

Johannes B. Kerner: Kein gutes Beispiel

Johannes B. Kerner hat am Freitag eine „ökologisch verträgliche Sendung“ zum Thema Klima gemacht und ist damit laut ZDF-Internetseite „mit gutem Beispiel" vorangegangen. Das Catering war „Bio, aus der Region und jahreszeitgemäß“, und als besonderen Clou schaltete die Studiotechnik nach zehn Minuten die Beleuchtung auf Neonröhren um, womit der Energieverbrauch angeblich auf ein Zweihundertstel des Üblichen sank.

Kerner wirkte fortan, ebenso wie seine Gäste, etwas bläulich. Mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, dem Klimaforscher Mojib Latif und dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer plauderte der nette Talkmaster dann darüber, was jeder Einzelne für den Klimaschutz tun kann – zum Beispiel Ökostrom beziehen, über Atmosfair die Klimaschäden von Flugreisen kompensieren und weniger Fleisch essen, weil für den Anbau von Soja als Futtermittel Regenwälder in Südamerika abgeholzt werden.

Eine schöne Idee, solch eine Sendung zu machen – bravo! Deshalb nur ein kleiner Hinweis: Wenn Kerner das mit dem Klima auch nur ein bisschen ernst nimmt und einigermaßen glaubwürdig sein möchte, möge er doch künftig darauf verzichten, sein ohnehin ordentliches ZDF-Gehalt mit Werbung für ökologisch fragwürdige Firmen und Produkte aufzustocken, wie zum Beispiel für

    • den Geflügelwursthersteller Gutfried, der an seine Puten Soja verfüttert, das vermutlich eher nicht aus Deutschland kommt (es stamme aus “deutschen Futtermühlen”, versichert Gutfried auf seiner bunten Firmenhomepage, aber angebaut und geerntet wird es sicher ganz woanders)

     

    oder

    • das Tafelwasser Bonaqa vom Coca-Cola-Konzern. Dieses aber ist gewöhnliches Leitungswasser der regionalen Wasserwerke, das von dem Konzern lediglich in zentralen Anlagen in Plasteflaschen gefüllt und mit dieselverschwendenden Liefer-Lkw zum Kunden gebracht wird, der dafür dann teures Geld bezahlt - weshalb das Manager-Magazin Bonaqa als "großen Schmu" bezeichnet.



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