1. September 2009, 16:46
Wolf «Alan» in Litauen aufgetaucht
Rietschen (dpa) - Wolf «Alan» aus Sachsen bleibt ein grenzenloser Wanderer. Nachdem er Ende April aus der Oberlausitz abwanderte und zwei Monate lang Polen durchquerte, ist er nun nach einem Abstecher nach Weißrussland in Litauen aufgetaucht, teilte das Büro «Wolfsregion Lausitz» am Dienstag in Rietschen (Landkreis Görlitz) mit. Die Bewegung von drei Jungtieren wird derzeit mit GPS- Sendern überwacht. «Alans» Bruder «Karl» ist dagegen eher bodenständig. Der einjährige Wolf streift noch immer durch elterliches Territorium oder unternimmt Ausflüge in die Gebiete anderer Rudel. Auch der dritte Wolf mit Sender blieb bisher heimisch.
Junge Wölfe trennen sich vom Rudel, um selbst eines zu gründen. Nach Schätzungen beansprucht ein Wolfsrudel etwa eine Fläche von 300 bis 500 Quadratkilometern. Der Wolf (Canis lupus) war einst weltweit verbreitet. Nach etwa 100 Jahren Pause wurde 1996 erstmals wieder ein Tier in Sachsen gesichtet - auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Bad Muskau (Landkreis Görlitz). Offenbar war es aus Polen eingewandert. Im Jahr 2000 wurden erstmals Welpen geboren. Seitdem hat sich die Zahl der hier lebenden Wölfe auf 40 bis 45 Tiere in fünf Rudeln erhöht. Im Süden Brandenburgs lebt ein weiteres Rudel. (Internet: www.wolfsregion-lausitz.de) [Büro]: Am Erlichthof 15, 02956 Rietschen