18. Oktober 2009, 14:51
13. Weltforstkongress: Waldverlust stoppen
Buenos Aires (dpa) - Unter dem Motto «Waldentwicklung - lebenswichtiges Gleichgewicht» diskutieren mehr als 5000 Waldfachleute auf dem 13. Weltforstkongress in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires Fragen der Waldnutzung und des Waldschutzes. Ganz oben auf der Themenliste des Treffens, das am Sonntag beginnt, dürfte die Frage stehen, wie der weltweite Verlust an Wäldern vor allem in den Tropen zu stoppen ist.
Weitere Diskussionspunkte sollen Fragen des Artenreichtums, der Waldnutzung und des Waldschutzes sowie damit zusammenhängende soziologische, ökologische und ökonomische Aspekte sein. Die Konferenz mit Experten aus Regierungen, Forschung, Privatwirtschaft und von Umweltorganisationen unter Schirmherrschaft der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen (UN) findet alle sechs Jahre statt und endet am Freitag (23. Oktober).
Rund ein Drittel der Landmasse der Erde ist bewaldet. Das Leben von etwa einem Viertel der Weltbevölkerung hängt direkt oder indirekt vom Wald oder seinen Produkten ab. Als wichtigstes Land-Ökosystem sind Wälder nicht nur Nahrungs-, Energie- und Holzquelle, sondern bieten auch Schutz und Lebensraum für Tiere. Zudem regulieren sie das Klima, schützen die Böden vor Erosion und liefern Trinkwasser und stellen einen der wichtigsten Speicher für den Klimakiller Kohlendioxid dar.
Die Umweltorganisation WWF rief die Delegationen zum Auftakt des Kongresses auf, endlich ein internationales Abkommen auf den Weg zu bringen, das sich zum Ziel setzt, die Entwaldung bis 2020 zu stoppen. «Nach wie vor fallen 36 Fußballwälder Wald pro Minute den Kettensägen der Holzkonzerne und der Brandrodung zum Opfer. Jährlich verlieren wir so 13 Millionen Hektar Wald», beschrieb Philip Goeltenboth, Leiter des Fachbereichs Wald beim WWF Deutschland die aktuelle Situation.
Die Welt könne sich diesen Raubbau nicht länger leisten. Der Kahlschlag führe nicht nur zu einem katastrophalen Verlust an biologischer Vielfalt und zerstöre so die Lebensgrundlage vieler Ureinwohner und der oft verarmten ländlichen Bevölkerung, sondern verschärfe zudem den Klimawandel. Fast 20 Prozent des weltweiten Ausstoßes an Treibhausgasen sei auf die Zerstörung von Wäldern zurückzuführen. Neben der Brandrodung spiele die Trockenlegung von Torfmoorwäldern und die Umwandlung von Urwäldern in Plantagen und andere landwirtschaftliche Flächen die entscheidende Rolle.