greenpeace magazin 6.08

geht doch!

Schweiz Tierlieb

Seit September gelten in der Schweiz die schärfsten Tierschutzgesetze der Welt: Haus- und Nutztiere müssen in der Alpenrepublik von nun an artgerecht gehalten werden.


Die Würde der Kreatur ist in der schweizerischen Verfassung schon lange verankert. Ein Regierungsdekret für Wirbeltiere, Kopffüßer und Panzerkrebse füllt diese ethische Absichtserklärung nun mit konkreten Inhalten: Zum Beispiel dürfen Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel nur noch paarweise gehalten werden. Hundebesitzer müssen mit ihrem Liebling einen Kurs absolvieren, um die Grundbedürfnisse des Tieres kennenzulernen. Kühe haben ein Anrecht auf mindestens 90 Tage Freigang im Jahr und dürfen nicht länger als zwei Wochen am Stück im Stall stehen. Kälber dürfen nur noch in Gruppen großgezogen werden. Pferde, Schafe und Ziegen müssen Blickkontakt zu Art­genossen haben. Für Boxen und Käfige sind Mindestgrößen festgelegt und Schafe dürfen ab 2018 nicht mehr angebunden gehalten werden – davon können Nutztiere in Deutschland nur träumen. Vor allem die Bauern hatten die Tierschutzverordnung kritisiert, sie aber letztlich nicht verhindern können. Im Gegenteil: Jetzt fordern manche Schweizer sogar auch, Pflanzen ähnlich zu schützen – nun ja. Bislang galten die Schweizer als tierlieb, in jeder zweiten Familie leben Haustiere – insgesamt etwa sieben Millionen. In Zukunft dürften sich die Schweizer aber dreimal überlegen, ob sie sich einen Hund, eine Katze oder zwei Meerschweinchen zulegen. Gut so!

 

 

Panama Delfinarium verhindert
Mit Unterstützung des ehemaligen Fernsehtrainers von „Flipper“, Richard O‘Barry, konnte der Neubau eines Delfinariums in Panama gestoppt werden. In Gefangenschaft verkümmern die hochentwickelten, bewegungsfreudigen Meeressäuger, die Todesraten sind enorm. Nach Angaben des Wal- und Delfinschutzforums WDSF will sich O‘Barry nun auch an den Protesten gegen die deutschen Delfinarien in Münster, Duisburg und Nürnberg beteiligen – in Nürnberg ist der Ausbau, auf Rügen der Neubau eines Delfinariums geplant. Un­­ter­zeichnen Sie die Petition gegen Delfinimporte: www.prowildlife.de

 

Kalifornien Transfette verbannt
Nach New York City verbannt nun auch der US-Staat Kalifornien herz- und kreislaufschädigende Fette von der Speisekarte. Von 2010 an sind sie in Restaurants und Imbissstuben, ab 2011 in unverpackten Produkten verboten. Die sogenannten Transfette sind künstlich gehärtete Fette, die der Körper nicht verarbeiten kann. Sie finden sich vor allem in Fast-Food-Produkten und frittierten Speisen.


Osnabrück Solar per Klick
Wer in Osnabrück eine Fotovoltaikanlage aufs Dach setzen will, kann mit wenigen Klicks (www.osnabrueck.de/sunarea) überprüfen, ob sich sein Haus dafür eignet. 20 Prozent der Dächer sind gute Standorte mit günstiger Ausrichtung, so die interaktive Solarkarte. Die Nutzung dieses Potenzials könnte 70 Prozent des gesamten Strom­bedarfs der Stadt decken. Erste Nachahmer sind Braunschweig und Gelsen­kirchen.



Illustration: Christoph Niemann
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