greenpeace magazin 2.09

geht doch!

USA Macht der Verbraucher

Statt schlechte Firmen zu boykottieren, verabreden sich US-Amerikaner zum Massen­ansturm auf umweltfreundliche Läden


Für Geld tun Unternehmer bekanntlich alles. Dies macht sich der Aktivist Brent Schulkin aus San Francisco zunutze und sorgt für Extra-Umsatz, allerdings stellt er Bedingungen: Das Geschäft muss umwelt- und sozial­­­ver­träglicher werden. Im Vorfeld hat der Gründer der Initiative „Carrotmob“ recherchiert, welcher Supermarkt wie viel Prozent eines Tagesumsatzes klimafreundlich investieren würde. Die übers Internet vernetzte „Karottenmeute“ verabredete sich dann zum kollektiven Einkauf beim Meistbietenden. Bei der ersten Kampagne machte David Lee, der Besitzer des kleinen Supermarktes in San Francisco, das Rennen. Dank Schulkins Anti-Boykott-Initiative konnte er seinen Tagesumsatz von 2000 auf 9200 Dollar steigern. Wie versprochen investierte er 22 Prozent davon in Energiesparlampen und neue Dichtungen von Kühltruhen. „So wird der Einkauf zum Win-win-Happening“, freut sich Schul­kin. Seine Idee hat auch schon in London und Helsinki Nachahmer gefunden. Hierzulande ist der Funke noch nicht übergesprungen.  www.carrotmob.org

Illustration: Christoph Niemann

 

Schweiz Aus für Spritfresser?
Für eine Volksabstimmung gegen die vielen übergroßen Pseudo-Gelände­­wagen haben Grüne und Um­­welt­organisationen bereits mehr als 150.000 Unterschriften gesammelt. Sie fordern, dass alle klimaschädlichen Karossen, die über 2,2 Tonnen wiegen oder mehr als 250 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen, nicht mehr zugelassen werden.


USA Lichter aus!

In mehr als 30 US-Städten wird im Frühling und Herbst die Beleuchtung der Bürohochhäuser ausgeschaltet. Das spart nicht nur Strom, sondern schützt auch nachts fliegende Zug­vögel. Diese richten sich nach Sternbildern, die über beleuchteten Bal­lungs­räumen aber nicht zu erkennen sind. Die Tiere werden vom Licht an­ge­zogen, verlieren die Orientierung und prallen häufig gegen hell er­­leuch­tete Glasscheiben. Deutsche Groß­­städte lassen solche Dimmer-Aktio­nen bislang ­missen – obwohl die Licht­­verschmutzung ständig zunimmt.


Italien Biokost für Schüler
Im europäischen Vergleich der Schul­ver­­­pflegung führt Italien unange­fochten: Seit den 80er-Jahren bekommen Kinder an italienischen Schulen Biokost serviert. Inzwischen ist der Anteil an ökologisch erzeugten Lebens­mitteln auf 40 Prozent gestiegen. In Deutschland wird noch nicht mal an jeder Schule ein Mittagessen an­­geboten – geschweige denn mit Bio-Zutaten. Wenigstens soll es bald gesunde Vitamine für Schulkinder ge­­ben: Ab Sommer 2009 stellt die EU 90 Millionen Euro für die Verteilung von kostenlosem Obst zur Verfügung.



greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de