USA Macht der Verbraucher
Statt schlechte Firmen zu boykottieren, verabreden sich US-Amerikaner zum Massenansturm auf umweltfreundliche Läden
Für Geld tun Unternehmer bekanntlich alles. Dies macht sich der Aktivist Brent Schulkin aus San Francisco zunutze und sorgt für Extra-Umsatz, allerdings stellt er Bedingungen: Das Geschäft muss umwelt- und sozialverträglicher werden. Im Vorfeld hat der Gründer der Initiative „Carrotmob“ recherchiert, welcher Supermarkt wie viel Prozent eines Tagesumsatzes klimafreundlich investieren würde. Die übers Internet vernetzte „Karottenmeute“ verabredete sich dann zum kollektiven Einkauf beim Meistbietenden. Bei der ersten Kampagne machte David Lee, der Besitzer des kleinen Supermarktes in San Francisco, das Rennen. Dank Schulkins Anti-Boykott-Initiative konnte er seinen Tagesumsatz von 2000 auf 9200 Dollar steigern. Wie versprochen investierte er 22 Prozent davon in Energiesparlampen und neue Dichtungen von Kühltruhen. „So wird der Einkauf zum Win-win-Happening“, freut sich Schulkin. Seine Idee hat auch schon in London und Helsinki Nachahmer gefunden. Hierzulande ist der Funke noch nicht übergesprungen. www.carrotmob.org