greenpeace magazin 3.09

geht doch!

Schweiz Carsharing

In der Alpenrepublik wurde die Idee, sich mit anderen ein Auto zu teilen, schon vor 60 Jahren geboren. Bis heute halten die Pioniere den Weltrekord


Mehr als 73.000 Schweizer nutzen Carsharing-Autos – das sind 
fast ein Prozent der Eidgenossen. Zum Vergleich: Weltweit fahren rund 350.000 Menschen Gemeinschaftsautos. Der Schweizer Markt schlägt also allein mit 20 Prozent zu Buche, das restliche Europa folgt mit 40 Prozent. 
In Deutschland hat die Carsharing-Idee rund 116.000 Menschen gewonnen, 
im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung sind das aber nur 0,14 Prozent. Warum gerade die Schweiz eine Hochburg ist? Entscheidend ist, dass die Alpen­republik über ein ausgezeichnetes öffentliches Verkehrsnetz verfügt. Außerdem machen sich beim Teilen die Tugenden Pünktlichkeit, Sorgfalt und Ordentlichkeit gut. Obendrein ist das Land ökologisch ambitioniert. Denn Carsharing reduziert nicht nur die Zahl der Autos und Verkehrs­staus, sondern auch den Ausstoß an 
C02-Emissionen – die energieeffizienten Fahrzeuge der Anbieter verbrauchen weniger Sprit. Das Bundesamt für Energie schätzt, dass jeder Schweizer Carsharing-Kunde pro Jahr 290 Kilogramm Kohlendioxid einspart. Dass Carsharing die Umwelt und den Geldbeutel schont, spricht sich mittlerweile auch in Chefetagen herum: Immer mehr Betriebe und Organisationen machen mit beim Autoteilen.

www.carsharing.de

Illustration: Christoph Niemann

 

 

Kalifornien Helle Dächer

Weiß reflektiert Sonnenstrahlen – diese Weisheit macht sich Kalifornien zunutze, um den Klimawandel zu bremsen. Seit 2005 müssen die Dächer aller gewerblichen Gebäude geweißelt werden, von diesem Jahr an soll 
das auch für sanierte Gebäude sowie Neubauten gelten. Würden die 
100 größten Städte weltweit Dächer und Gehwege mit weißem Material überziehen, entspräche der Abküh­lungs­effekt laut Universität Berkeley der Vermeidung von 44 Milliarden Tonnen C02. Das ist mehr als derzeit weltweit ausgestoßen wird.


Schweden & Co 
Pfandspenden

Skandinavier, Holländer und Schweizer können seit Jahren mit der Pfandflasche eine gute Tat voll­bringen. Per Spendenknopf können sie das Pfand einem guten Zweck zuführen. Erste Nachahmer gibt 
es nun auch hierzulande: Lidl führt den Spendenknopf zugunsten 
der „Tafeln“ ein, Mema in Berlin und 
die Konsum-Genossenschaft in 
Dresden sammeln für die Malteser.


Berlin Öffentlicher Ekel 

Erstmals in Deutschland hat ein 
Amt für Veterinär- und Lebensmittelaufsicht das Verbraucherinforma­tions­gesetz ernst genommen und eine 
Liste mit Ekel-Restaurants im Internet veröffentlicht. 111 der rund 7000 Betriebe im Berliner Stadtteil Pankow mussten zwischen Januar 2008 
und Februar 2009 wegen mangelhafter Hygiene geschlossen werden. 
Die sauberen Betriebe bekommen 
im Gegenzug einen Smiley-Aufkleber.
www.berlin.de/ba-pankow/
verwaltung/ordnung/smiley.html



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