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greenpeace magazin 2.10

Der Prüfer

Manfred Santen, Chemie-Experte bei Greenpeace, fordert: „Hersteller in die Pflicht nehmen“

 

Manfred Santen

ist Mitbegründer der „Arbeitsgemeinschaft Feinstaub Hamburg Berlin“ (ARGE Feinstaub), die seit 2006 die Feinstaubbelastung in Wohnräumen und Ultrafeinstaub-Emissionen aus Laserdruckern erforscht. Auf unserem Foto misst Santen den Ultrafeinstaub-Ausstoß in der Redaktion des Greenpeace Magazins

 

Sind Laserdrucker und -kopierer eine Gefahr für die Gesundheit?

Unstrittig ist, dass sie Feinstaub- und Ultrafeinstaubpartikel ausstoßen, das können wir messen. Aber von da an wird es schwierig, denn selbst baugleiche Modelle können unterschiedlich viele Partikel ausstoßen. Ziemlich sicher spielt eine Rolle, wie gut das Gerät gewartet ist. Zudem ändern sich die Messwerte je nachdem, welches Papier benutzt wird. Wir wissen immer noch nicht, woraus die gesundheitlich bedenklichen Nanopartikel bestehen, welche gasförmigen Stoffe beim Auftragen des Toners während des Druckprozesses frei werden und was die eingeatmeten Partikel im Körper anrichten. Das müsste dringend erforscht werden.

 

Etliche Drucker tragen das Umweltzeichen „Blauer Engel“ – sind diese also weniger schädlich?

Nein, der Kriterienkatalog für Drucker ist so alt, damals war von Laserdruckern als Quelle für Nanopartikel noch gar keine Rede. Erst jetzt erarbeitet die
Bundesanstalt für Materialforschung dafür Vergabekriterien.

 

Was müsste passieren, um ein Gesundheitsrisiko auszuschließen? 

Ganz einfach: Ohne effizienten Filter sollte kein Laserdrucker mehr auf den Markt gelangen, auch wenn diese längst nicht alle ultrafeinen Partikel einfangen können. Beim Verkehr haben wir die Gefahr des Feinstaubs erkannt – der Rußfilter ist für Dieselautos obligatorisch. Jetzt gilt es, auch die Hersteller von Lasergeräten in die Pflicht zu nehmen. Und es ist höchste Zeit, die Menschen aufzuklären.

  

SAUBER DRUCKEN

Was Sie beachten sollten, Um Gesundheitsrisiken beim Drucken und Kopieren zu minimieren:

 

Entscheiden Sie sich für einen Tintenstrahldrucker
Dieser wird mit flüssiger Tinte betrieben, die keinen Feinstaub verursacht. Die Farbe wird aufgespritzt und nicht durch Hitze fixiert, eine Kühlung ist deshalb nicht erforderlich.

 

Installieren Sie falls möglich einen Partikelfilter
Welcher Filter sich für welches Druckermodell eignet, finden Sie im Internet heraus: www.tesa-clean-air.de (von TÜV Nord geprüft). Wechseln Sie den Filter einmal pro Jahr oder nach 70.000 Ausdrucken. Falls Ihr Drucker oder Kopierer nicht filtertauglich ist – dazu gehören beispielsweise alle Geräte von HP – lassen Sie die Feinstaubemissionen von Spezialisten messen (circa 300 Euro).


Lüften Sie gut
Sowohl nach dem Hochfahren der Geräte als auch nach großen Druck- oder
Kopieraufträgen rät es sich, einmal kurz durchzulüften. Stellen Sie die Geräte möglichst separat, optimal ist die Absaugung der Raumluft.

 

Achten Sie auf regelmäßigen Kundendienst
Lassen Sie Ihren Drucker und Kopierer regelmäßig durch Fachpersonal
warten und mit Spezialsaugern reinigen.


Schützen Sie sich
Tragen Sie beim Kartuschenwechsel Handschuhe und Mundschutz und achten Sie darauf, dass Ihre Haut nicht mit Toner in Kontakt kommt. Waschen Sie sich auf jeden Fall die Hände.


Binden Sie den Feinstaub
Achten Sie auf regelmäßiges Wischen der Böden und stellen Sie Pflanzen auf.

 

Vermeiden Sie Feinstaub-Emissionen
Drucken Sie weniger aus. Schließen Sie beim Kopieren die Abdeckung, die
ansonsten erzeugten schwarzen Ränder führen zu unnötigem Tonerverbrauch. 

 

Gehen Sie bei auffälligen Beschwerden zum Arzt

 

www.sicher-drucken.de


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