greenpeace magazin 5.10

geht doch!

International Körperkraft

Wie aus Bewegung Energie wird

 

Automatik-Uhren aus den 70er- und Kurbelradios aus den 90er-Jahren zeigen: Die Idee, Bewegung in Energie umzusetzen, ist nicht ganz neu. 
Aber noch nie tüftelten weltweit so viele Forscher und Ingenieure an innovativen Umsetzungen. Beim Spazierengehen, Joggen oder Wandern kann man nun 
– ganz nebenbei – auch noch Strom erzeugen. Die Schuhsohlen sind entweder mit Geräten ausgestattet, die den Temperaturunterschied zwischen Fuß 
und Boden in Strom umwandeln. Oder ein sogenannter Piezo-Chip wandelt 
die Bewegungsenergie in Elektrizität um. Das reicht locker aus, um mobile 
Geräte wie Handys oder MP3-Player mit frischem Strom zu versorgen. So können Radler ihr Fahrrad zum Mini-Kraftwerk aufrüsten. Warum soll der Naben-Dynamo nur Licht erzeugen? Mit einem Zusatzgerät kann man auch Mobiltelefone, Kameras oder Navigationsgeräte bequem am Dynamo aufladen. Auch beim Tanzen verpufft viel Energie, die man mittels ausgeklügelter 
Technik nutzen kann. In der Rotterdamer Disco „Club Watt“ werden 
die Schwingungen der Tanzfläche 
in Strom umgewandelt, um bunte Dioden zum Leuchten zu bringen. Und im Kopenhagener Crowne 
Plaza Hotel gibt‘s für Watt Kalorien satt: Wer auf dem Hometrainer 
im Fitness-Raum zehn Wattstunden Strom einfährt, bekommt ein 
Gratis-Frühstück. Geübte schaffen das in schlappen 15 Minuten.

 

Schweden
 Atomsteuer
Wer behauptet, die geplante 
Brennelementesteuer sei juristisch anfechtbar, sollte mal einen Blick nach Schweden werfen. Dort kassiert der Staat bei den Atomkonzernen schon lange, 2008 waren es 400 
Millionen Euro. Besteuert wird die technisch höchstzulässige thermische Leistung des Reaktors, nicht die 
tatsächlich produzierte Strommenge. Zwar versuchte die Atomindustrie 
die AKW-Steuer zu umgehen. Aber vergeblich: Die EU-Kommission 
konnte keinen Verstoß gegen 
bestehende Gesetze erkennen.


Österreich 
Prämie für E-Bikes

Fahrräder statt Autos: Während 
hierzulande mit der Abwrack
prämie der Kauf neuer, umweltschädlicher Autos gefördert wurde, hat Österreich den richtigen Weg eingeschlagen. Für den Kauf eines Elektrofahrrads gibt’s in unserem Nachbarland vom Staat bis zu 
300 Euro Zuschuss. Die Stadt Wien beispielsweise will so bis Ende dieses Jahres den Kauf von 1000 
E-Bikes unterstützen und auch 
mehrere Ladestationen einrichten. 

München 
Grün unterwegs

Im Vergleich zu anderen Großstädten besitzen die Münchner zwar viele Autos – jeder Zweite hat eines –, aber sie lassen sie offenbar besonders 
oft stehen. In keinem anderen Großraum werden öffentliche Verkehrsmittel häufiger genutzt. Das haben zwei Institute im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ermittelt. 
Beispielsweise werden in der Altstadt nur neun Prozent aller Wege 
im eigenen Wagen zurückgelegt.



Illustration: Christoph Niemann
greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de