greenpeace magazin 6.10

Wie gut ist Billig-Bio?

Alle Discounter haben heute Bio-Lebensmittel im 
Sortiment. Doch die Kundschaft ist skeptisch, ob immer 
Bio drin ist, wo Bio draufsteht. Das Greenpeace Magazin 
hat sich auf Spurensuche begeben.

 

Dass Discounter Bioprodukte anbieten, ist mittlerweile eine  Selbstverständlichkeit. Ob Milch, Käse, Gemüse, Brot oder Eier – die Grundnahrungsmittel gibt es bei den Billigheimern auch in der ökologischen Variante. Und sie sorgen für satte Umsätze: Ein Drittel der 5,8 Milliarden Euro, die deutsche Konsumenten im vergangenen Jahr für Biolebensmittel ausgaben, nahmen Aldi, Lidl, Netto und Co. ein.


Mittlerweile verkaufen Discounter mehr Bio als die Bioläden selbst: 77 Prozent der Konsumenten holen sich Bioprodukte im Supermarkt und 62 Prozent im 
Discounter, ergab die Studie „Ökobarometer“ des Verbraucherministeriums im Jahr 2008. Nur 40 Prozent kaufen Bio im Bioladen. Das Ergebnis erstaunt umso 
mehr, weil viele Kunden zugleich offenbar die Qualität der Discounter-Bioprodukte anzweifeln: Gerade mal acht Prozent der Verbraucher glauben, dass sie die strengen Vorgaben des ökologischen Landbaus erfüllen.


Wie gut ist Billig-Bio wirklich? Und verträgt sich ökologische Produktion überhaupt mit dem Discounter-Modell, das auf preiswerte Massenware setzt?

 

Fakt ist: Alle mit dem sechseckigen EU-Biosiegel (oder seit Juli dieses Jahres auch mit dem grünen EU-Bio-Blatt) gekennzeichneten Lebensmittel – ob aus dem Discounter oder Bioladen – müssen die Vorgaben der EU-Verordnung für ökologischen Landbau erfüllen. Das bedeutet: Gentechnik, Pflanzenschutzmittel und künstliche Düngemittel sind verboten, Tiere müssen artgerecht gehalten werden und dürfen nur Biofutter bekommen. Zudem ist bei der Weiterverarbeitung zu Brot, Joghurt, Wurst und Käse nur die Verwendung von 47 der 315 in der EU zugelassenen Zusatzstoffe erlaubt.


Ein Kontrollsystem stellt sicher, dass diese Vorgaben eingehalten werden: 
Mindestens einmal im Jahr bekommt ein Biobetrieb Besuch von einem Kontrolleur, außerdem gibt es unangemeldete Inspektionen. Dabei wird geprüft, ob Pestizide oder unerlaubte Düngemittel auf dem Hof herumstehen, ob Tiere artgerecht gehalten werden und wie viel von dem Bioprodukt erzeugt wird. Verkauft eine Biobäckerei mehr Ökobrote als sie an Biogetreide eingekauft hat, muss sie dies erklären und gegebenenfalls nachbessern. Gibt es echte Verfehlungen, werden Betriebe geschlossen und zu einer Geldstrafe verdonnert. Darüber hinaus kontrollieren auch die Bio-Anbauverbände Demeter 
und Bioland ihre Mitglieder, und alle Handelsunternehmen, ob Lidl, Aldi oder Penny, testen Gemüse und Obst auf Rückstände. Schwarze Schafe gibt es natürlich dennoch. Immer wieder kommt es vor, dass Hersteller konven-tionelle Ware zu Bio umdeklarieren oder Biogemüse geringe Mengen Pflanzenschutzmittel enthält. Doch das sind Ausnahmen. Die Zahl der gefundenen Verstöße gegen die Bio-Vorschriften liege hierzulande unter einem Prozent, 
schreibt die EU-Kommission in einem Bericht zur Öko-Kontrolle.

Auf die Siegel ist Verlass, 
aber Bio ist nicht gleich Bio

Wo das Biosiegel drauf ist, ist also auch Bio drin. Doch es gibt bei Bio verschiedene Qualitätsstufen. Die EU macht nur Mindestvorgaben, anerkannte Bio-

Anbauverbände wie Bioland, Demeter oder Naturland haben wesentlich strengere Richtlinien. So darf auf einem Demeter- oder Bioland-Hof ausschließlich Öko-Landwirtschaft betrieben werden, ein Nebeneinander von biologischer und konventioneller Erzeugung, wie ihn die europäischen Bio-Vorgaben gestatten, ist tabu. So will man vermeiden, dass Bioprodukte mit konventionellen verwechselt, vermischt oder versehentlich mit Pestiziden kontaminiert werden. Es wird Kreislaufwirtschaft angestrebt, Ackerbau und Viehzucht sollen aneinander gekoppelt sein. Auch fordern die Bio-Anbauverbände, dass die Tiere ausschließlich Biofutter erhalten, das mindestens zur Hälfte auf dem eigenen Hof angebaut wird. Die 
EU-Öko-Bauern hingegen können sämtliches Futter zukaufen, fünf Prozent dürfen sogar aus herkömmlicher Landwirtschaft kommen. Es besteht also das Risiko, dass mit dem Fremdfutter Schadstoffe oder Gentechnik im Trog landen – so geschehen Mitte dieses Jahres, als dioxinverseuchtes Futter für Bio-geflügel in Umlauf kam und sich das Gift in Eiern wiederfand. Der verseuchte Mais stammte vermutlich aus der Ukraine, war in den Niederlanden zu Hühnerfutter verarbeitet und dann europaweit verkauft und verfüttert worden.

Alle Lebensmittel von Demeter, Bioland und weiteren Ökoproduzenten, die mit dem Verbandslabel gekennzeichnet sind, werden daher „Premium-Bio“ genannt. Die Verbände wollen auch gar nicht, dass ihre Label 
bei Aldi und Co. auftauchen. „Wir geben unser Bio-Zeichen nicht für Discountprodukte her“, -erklärt 
Thomas Dosch, Chef von Bioland Deutschland. Sein Verband stehe für ein faires Miteinander von Landwirten, Verarbeitern, Herstellern und Handel. „Der Discounter entscheidet oft allein nach dem Preis. Wer nicht mithalten kann, fliegt raus“, kritisiert Dosch. Auch Renée Herrnkind, Pressesprecherin von Demeter, 
sagt: „Mit Discountern machen wir nichts. Der Naturkostfachhandel ist für Demeter Wunschpartner, weil Verbraucher hier Qualität und Kompetenz erwarten können.“ Ihr Verband stehe für Spitzenqualität im Bio-Bereich, Premium eben.


Aber: Den Verbandslandwirten und -firmen ist es erlaubt, ihr Brot, ihre Milch und ihr Gemüse auch an die Discounter zu liefern. Es ist also möglich, dass die Biobutter vom Discounter doch aus Bioland-Milch erzeugt wurde und die Kartoffeln von Naturland kommen – nur mit den Premium-Siegeln bewerben dürfen die Erzeuger sie nicht. So haben inzwischen alle Discounter eigene Bio-Handels-marken. Bei Aldi gibt es „GutBio“, bei Lidl „Biotrend“, bei Netto „BioBio“ und bei Penny „B!O“ und „Naturgut“. Ob sich dahinter nun EU-Öko-Einheitsware oder Premium-Bio verbirgt, verrät das Etikett aber nicht.


Begeben wir uns auf Spurensuche. Wir nehmen eine Packung Bio-Milch und ein Paket Eier von Penny (B!O), sowie ein Stück Biobutter von Aldi (GutBio). Eingekauft wurden die Lebensmittel Ende August in Hamburger Discountern.


Der Biomilchtüte ist nicht zu entlocken, ob ein Anbauverband dahintersteht. Auf dem Etikett steht: „Ausgewählt und geprüft: Penny Markt GmbH, D-50603 
Köln“. Einen Hinweis auf die Herkunft aber gibt es: Ein Stempel im Kleingedruckten, das sogenannte 
Genusstauglichkeitszeichen. Alle abgepackten tierischen Produkte müssen es tragen. Anhand des Codes lässt sich nachvollziehen, wo ein Lebensmittel zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde.


In unserem Fall lautet er „DE SH 074 EG“. DE steht für Deutschland, SH für Schleswig-Holstein, die Ziffer für die Molkerei und EG für Europäische Gemein-schaft. Auf den Internetseiten des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebens-mittelsicherheit 
kann man herausfinden, welche Molkerei sich hinter der Ziffer 074 verbirgt: Es ist die Hahnheider Milch GmbH, ein Ende 2009 vereinbarter Zusammenschluss von Hansa-Milch AG („Hansano“) und der Trittauer Meierei.


In der norddeutschen Molkerei, 30 Kilometer vor den Toren Hamburgs, wird Milch aller Art verarbeitet – sowohl konventionell erzeugte aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden, als auch die beliebte Biomilch-Marke „Hamfelder Hof“. Sie wird in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und im nördlichen Niedersachsen in Naturkostläden, Bio-Supermärkten und bei Edeka verkauft.


„Hamfelder Hof“ ist ein Premium-Bioprodukt, verarbeitet wird nur beste Ökomilch von Bauern aus der Region, die nach den anerkannten Richtlinien von Bioland arbeiten. Die Kühe werden überwiegend mit Heu und Gras gefüttert, was die Milch reich an Omega-3-Fettsäuren macht. Und die Bauern erhalten einen fairen Milchpreis. „Öko-Test“ verlieh der Milch kürzlich die Note „empfehlenswert“.


Was hat das nun mit Penny B!O-Milch zu tun? Sowohl die Penny-Milch als auch die vom Hamfelder Hof wird in derselben Molkerei abgefüllt. „Die Penny 
B!O-Milch stammt aus drei deutschen Molkereien, die mit Bioland-Vertragsbauern sowie mit Landwirten 
zusammenarbeiten, welche nach den Richtlinien der EU-Öko-Verordnung erzeugen“, sagt Rewe-Sprecher Andreas Krämer. Fazit: In der Penny-B!O-Milch befindet sich auch Premium-Biomilch. Ob es die gleiche ist wie die, die in den Hamfelder-Hof-Milchtüten steckt, bleibt jedoch unklar.


Eindeutiger verhält es sich mit der Biobutter von Aldi. Hier führt uns die Codeziffer zur Hansa Milch AG, jener Molkerei von der die Penny-B!O-Milch stammt. Hier wird vor allem konventionelle Milch verarbeitet, aber es gibt auch eine Bio-Schiene, die „Gläserne Meierei“. Was heißt das nun für die Biobutter von Aldi? Steckt darin Premium-Bio? „Ja“, bestätigt Kirsten Böhmann, Geschäfts-führerin der „Gläsernen Meierei“. Und nicht nur Aldi beliefern sie – auch die Milch für die Biobutter von Penny und Rewe in Hamburg stammt von hier.

Bleiben noch die Bioeier von Penny. Auch hier führt die Spurensuche über den Erzeugercode, den jedes Ei als Stempel tragen muss. „0-DE-1327862“ lautet er. Die Null steht für die Haltungsform, in diesem Fall Bio, DE ist das Land, in dem die Eier erzeugt wurden, also Deutschland. Den Zahlencode können wir in der Datenbank www.was-steht-auf-dem-Ei.de entschlüsseln. Dahinter verbirgt sich die Farm Dalwitz in Fürstenhof, Mecklenburg-Vorpommern. Der Betrieb wird zu 100 Prozent biologisch bewirtschaftet und ist Mitglied beim Anbauverband Biopark. Das heißt: Die Bioeier von Penny, eingekauft in Hamburg, sind Premium-Bio. Auch die Bioeier, die es in Hamburger Rewe-Supermärkten und der Biokette Alnatura zu kaufen gibt, stammen von Dalwitz. Und die Bioeier der anderen Billigmärkte? „Ein Großteil der Bioeier in Discountern und Supermärkten wird von Wiesengold Landei kommen“, sagt der Autor und Kenner der Biobranche, Leo Frühschütz. Die Bioeier, die Wiesengold vermarktet, werden in anerkannten Betrieben erzeugt, die die strengen Vorgaben von Naturland erfüllen. Sie haben 
also auch Premium-Bioqualität. Wer nun an glückliche Hühner auf grünen 
Wiesen denkt, muss allerdings enttäuscht werden. Auch wenn die Höfe von Naturland oder Biopark zertifiziert wurden – es sind Massenbetriebe. Auf den Höfen, die man wohl besser Eierfabriken nennen sollte, werden teilweise bis zu 30.000 Hennen gehalten. Fast jede zweite Legehenne lebt heute in so einem Riesenbetrieb. Denn erst die Massenproduktion macht das Geschäft mit den Eiern rentabel.


Besser als das konventionell gehaltene Federvieh hat es ein Biohuhn dennoch. In einem Bio-Geflügelstall dürfen höchstens 3000 Hühner gehalten werden, in einem konventionellen sind es bis zu 6000. Bei der Bio-Haltung teilen sich sechs Hühner einen Quadratmeter. Bei der „Kleingruppenhaltung“, die nach dem Verbot der Lege-batterien für die konventionelle Eierproduktion vorgeschrieben wurde, quetschen sich neun auf einem Quadratmeter. Bei beiden Haltungsformen ist es aber erlaubt, mehrere Ställe aneinanderzukleben. So wächst eine Farm schnell auf 30.000 Hühner an.

Hinter Discounter-Bio 
verbirgt sich oft 
Premium-Qualität


Fazit unserer Spurensuche: Auch im Discounter gibt es Premium-Bioware. Aber warum ist sie dort billiger als im Bioladen? Discounter kaufen Bioprodukte in Massen ein. Sie handeln Rabatte aus, die Preisunterschiede bis zu 30 Prozent ausmachen können. Und der Transport wird günstiger, je mehr von A nach B gekarrt wird. Oft wird die Ware auch direkt aus dem Karton verkauft, wodurch sich Arbeitskraft sparen lässt. Die Auswahl ist kleiner, meist gibt es nur zwei Dutzend Produkte. Diese „Schnelldreher“ lassen sich gut verkaufen. Viele sind lange haltbar, weswegen sich die finanziellen Verluste durch abgelaufene Ware in Grenzen halten. Auch Beratung gibt es bei Discountern nicht: Das Verkaufspersonal wird kaum geschult und hat somit oft keine Ahnung von Bioeiern und Ökokäse. Manche Produkte werden sogar gezielt subventioniert, um die Kunden in die Läden zu locken. So sind Biobananen bei Discountern für nur 1,99 Euro pro Kilo zu haben. Sie sind damit kaum teurer als die konventionellen Früchte.


Doch können die Biobauern von solchen Preisen überhaupt leben? Es ist kein Geheimnis, dass Discounter die Preise drücken, wo es nur geht. Jeder will der Billigste sein. In den jährlichen Gesprächen mit dem Handel wird den Erzeugern der Preis diktiert. Verhandlungsspielraum gibt es meist keinen. Biomühlen wird gedroht, man würde den Weizen eben in der Ukraine kaufen, wenn sie beim Preis nicht nachgeben. Und Biomilchbauern erhalten – wie auch konventionell arbeitende Bauern – zu wenig Geld für ihre Milch. Die Massenproduktion, egal ob 
von Eiern, Gemüse oder Fleisch, hat ihren Preis: Wo sich Tausende von Tieren in einem Gehege drängeln, wie beispielsweise bei der Eierproduktion, sind Krankheiten programmiert. Die Exkremente müssen entsorgt werden, sie belasten die Umwelt. Und auch im Bioanbau sind Düngemittel erlaubt, wenn auch keine Mineraldünger. Doch wo nur noch Masse gilt, wird auch im Ökolandbau das maximal nach EU-Biovorschrift Erlaubte aus dem Boden herausgeholt.


Renée Herrnkind von Demeter sieht Discounter-Bio daher kritisch: „Es wird so kommen wie in der konventionellen Landwirtschaft“, vermutet sie, „die Umwelt wird ausgebeutet.“ Sie beobachtet einen problematischen Trend: Unternehmer steigen in die Bio-Landwirtschaft ein, machen ein paar Jahre auf öko, nutzen die Natur aus – und schwenken dann wieder auf konventionelle Landwirtschaft um. Premium-Bioproduzenten wie Bioland und Co. machen für die Erzeugung Vorgaben, die sich an der Betriebsgröße orientieren. Das Prinzip heißt Kreislaufwirtschaft, und so kann nicht mehr Gemüse angebaut werden als der Dünger aus 
dem eigenen Stall zulässt.


Die Biobauern profitieren aber auch vom Handel mit den Discountern: Durch die großen Absatzmengen sei es gelungen, die Perspektive für die Bauern zu verbessern, sagt der Chef der Naturland-Marktgenossenschaft Franz Westhues. „Natürlich bestimmen die den Preis, aber sie gucken auch links und rechts.“ Westhues sieht die Zusammenarbeit positiv: „Wir haben Aldi als fairen, zuverlässigen Marktpartner kennengelernt.“ Dennoch brauchen die Bauern auch die Bioläden, Öko-Fachgeschäfte und normalen Supermärkte mit Bio-Angebot als Absatzkanäle. Zwar lebt der eine oder andere Biobauer davon, nur Discounter zu beliefern. Doch es ist anzunehmen, dass die Discounter in den nächsten Jahren keine große Ausweitung ihres Bio-Angebots vornehmen werden. Das Potenzial ist weitestgehend ausgeschöpft, die Produktpalette begrenzt.

Was heißt das aber nun für den Verbraucher? Ist es egal, ob man Bio im Discounter oder im Bioladen kauft? Letztlich muss jeder für sich entscheiden, wo er einkaufen geht. Auch im Discounter gibt es, wie wir gesehen haben, Premium-Bio – und das für weniger Geld als im Bioladen. Und es ist auf jeden Fall sehr erfreulich, dass Discounter mit ihrem Bio-Angebot hochwertige Lebensmittel einem Massenmarkt eröffnen. Bioprodukte sind somit kein Luxus mehr, den sich nur Besserverdiener leisten können.


Zugleich ist der Discounter-Markt für die Biobranche aber auch eine große 
Herausforderung. Sie muss aufpassen, dass sie durch die steigende Nachfrage nicht ähnliche negative Entwicklungen durchläuft wie die konventionelle Lebensmittel-Wirtschaft. Wer also den ursprünglichen Gedanken der biologischen Erzeugung unterstützen will – eine nachhaltige Produktion im Einklang mit Natur und Tier –, sollte daher eher in Bioläden einkaufen. Denn eines muss klar sein: Selbst wenn man bei Aldi, Lidl, Netto und Co. ausschließlich Bioprodukte einkauft – jeder Euro, den die Discounter einnehmen, ist auch ein Euro für Massenproduktion, Preisdiktate und -konventionelle Landwirtschaft. Außerdem spricht noch mehr für den Bioladen: Das Einkaufen ist dort viel entspannter, man wird von geschultem Personal fachkundig beraten, man kann die Waren auch mal probieren. Und nicht zu vergessen: Die Auswahl ist viel größer. Genießer werden daher im Bioladen viel mehr auf ihre Kosten kommen als im Discounter.

 

Text: Annette Sabersky

Fotos: Jan Kornstaedt



Noch mehr Bio vom Discounter


Fleisch und Wurst – auch oft Premium-Bio
Hackfleisch, Schnitzel und Kotelett mit Biosiegel finden sich in vielen Discounter-Kühltruhen. Auch hier stellt sich die Frage: Ist es Spitzenqualität oder EU-Öko-Einheitsware? Meist handelt es sich um Premium: „95 Prozent aller deutschen Bio-Mastschweine, die als Schnitzel oder Wurst in den Handel gelangen, stammen 
von Landwirten, die ökologischen Anbauverbänden angehören“, schreibt das Magazin „Öko-Test“. Das gilt allerdings nur, wenn das Fleisch aus Deutschland stammt. 
Wer Bio-Rindersteaks aus Argentinien kauft, hat diese Gewähr nicht.

Bei Aldi Nord nur Naturland-Kartoffeln
Auch bei Bio-Kartoffeln von Discountern handelt es sich meist um Premium-Bio. Zwar steht das nicht auf der Verpackung, doch die Zahlen sprechen für sich. Mehr 
als drei Viertel aller Bio-Kartoffeln wurden nach Angaben der Gesellschaft für 
Konsumforschung 2009 über Discounter und Supermärkte vermarktet. Sicher ist: 
Bei Aldi Nord kommt nur Naturland in die Tüte. „Die Naturland-Marktgenossenschaft, die schon seit 1994 Bioware für Rewe handelt, ist nun alleiniger Lieferant von Aldi Nord“, schreibt „Bio-Handel“. Wer wissen will, wo seine Kartoffeln gewachsen sind, kann das auf www.bio-mit-gesicht.de herausfinden. Einfach den Herkunftscode 
von der Verpackung eingeben.


Links

Mit dem Zahlencode des Genusstauglichkeitszeichens kann man hier herausfinden, 
wo ein Produkt herkommt: http://btl.bvl.bund.de/btl

Datenbank zur Herkunft von Eiern: www.was-steht-auf-dem-Ei.de



greenpeace magazin.
Große Elbstraße 145d . 22767 Hamburg . Tel: 040/808 12 80 80 . Fax: 040/808 12 80 99 . gpm@greenpeace-magazin.de . www.greenpeace-magazin.de