greenpeace magazin 2.11

geht doch!

Kopenhagen Fahrrad-Highways 

Die dänische Hauptstadt bietet Radlern ideale Bedingungen

 

Radfahrer genießen in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen seit vielen Jahren Vorfahrt und haben vielerorts bei Tempo 20 grüne Welle. Deshalb schwingen sich Menschen aller sozialen Schichten auf den Sattel, Radfahren 
ist so selbstverständlich wie Zähneputzen. Bereits 37 Prozent der Pendler 
aus den Vorstädten sind auf das Rad umgestiegen. 2015 soll es laut Stadt­verwaltung jeder zweite sein. Um dieses Ziel zu erreichen, bauen die Verkehrspolitiker jetzt einige der meistbefahrenen Einfallstraßen ins Stadtzentrum 
zu Fahrrad-Schnellstraßen aus. Zum Beispiel die Nørrebrogade, die täglich von 36.000 Radlern befahren wird. In beiden Richtungen werden die Fahrradstreifen auf vier Meter Breite erweitert, Platz bleibt da nur noch für Busse – Autos 
werden in Zukunft umgeleitet. Entlang der Rad-Highways sollen außerdem Wartungsstationen eingerichtet werden, an denen Radler ihre Reifen auf­­pumpen oder kleine Reparaturen ausführen können. Das E-Bike wird den Trend zum Zweirad noch verstärken, denn mit einem Elektromotor sind auch Fahrten 
von zehn bis 15 Kilometern kein Problem mehr. Deutsche Städte können 
von Kopenhagener Verhältnissen nur träumen. Bislang gelten lediglich Münster, Freiburg, Bremen und Greifswald als vergleichsweise fahrradfreundlich.


www.visitcopenhagen.com (Stichwort bike)

Illustration: Christoph Niemann

Irland, Belgien, Luxemburg Kein tödlicher Profit

In Ländern wie Irland, Belgien oder Luxem­burg sind Investitionen in die seit 2008 international geächteten Streubomben und Antipersonenminen längst gesetzlich verboten. Anders 
in Deutschland: Wie eine Studie 
von „Facing Finance“, einem Bündnis von Nichtregierungsorganisationen, belegt, investieren deutsche Banken und Versicherer noch immer Milliarden in die Herstellung von Streu­munition und Antipersonenminen – allen voran die Deutsche Bank. Selbst Gelder 
aus staatlich geförderten Riester-Fonds können für die todbringenden Investitionen genutzt werden.
www.urgewald.de


Costa Rica 
C02-frei zum Geburtstag

Zum 200-jährigen Bestehen im Jahr 2021 will Costa Rica als erstes Land der Welt eine ausgeglichene Treib­haus­gas-Bilanz vorweisen. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, werden Wälder aufgeforstet, Schutzgebiete eingerichtet, Kohlekraftwerke stillgelegt, E-Busse und -Züge eingeführt. 90 Prozent des Stroms kommen schon heute aus erneuerbaren Quellen.
www.co2neutral2021.org


Dänemark 
Bio-Fans

Die Dänen schätzen gesunde und nachhalitg erzeugte Lebensmittel. Sie geben mit 132 Euro pro Kopf und Jahr am meisten für Bio­essen aus. Die Schweizer folgen mit 120 und 
die Österreicher mit 97 Euro. Obwohl Deutschland der größte Biomarkt Europas ist, liegt der Pro-Kopf-
Verbrauch im europäischen Mittelfeld: Für Biokost gibt jeder Deutsche durchschnittlich nur 71 Euro aus.
www.oekolandbau.de



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