greenpeace magazin 3.11

geht doch!

Oberbayern Regiogeld 

Ländlicher Widerstand gegen das globale Finanzkapital

 

Was aussieht wie Spielgeld, taugt in Oberbayern zum Einkaufen: 
Der „Chiemgauer“ ist Europas erfolgreichstes Regiogeld. Im Jahr 2003 nahm die Zweitwährung in einem Schülerprojekt einer Priener Waldorfschule ihren Anfang. Inzwischen kaufen 3000 Mitglieder jährlich für rund fünf Millionen Chiemgauer in 600 Läden der Region ein. Mit dem Konsum fördern die Bürger nicht nur die örtliche Wirtschaft, sondern auch das Gemeinwohl. Denn die beteiligten Unternehmen belohnen jeden Chiemgauer-Einkauf mit einem Förder­anteil von drei Prozent des Umsatzes. Welchem Verein diese Spende zugute kommt, entscheidet jeweils der Käufer. Außerdem profitiert die Umwelt, denn der regionale Einkauf sorgt für kurze Transportwege. Längst macht die Priener Idee Schule: Bundesweit existieren bereits 27 regionale Währungsinitiativen wie der „Sterntaler“, die „Havelblüte“ oder der „Urstromtaler“. Schon bald 
wollen bundesweit 38 neue Gruppen ihr eigenes Geld drucken und so Spekulanten trotzen. 
Denn um zu verhindern, dass die Menschen das Geld horten, das keine Zinsen bringt, verliert 
der Chiemgauer jedes Vierteljahr zwei Prozent 
an Wert. So lässt sich Wucher unterbinden.


www.chiemgauer.info

www.regiogeld.de

Illustration: Christoph Niemann

Slowenien Gezieltes Licht

Als weltweit erstes Land bekämpft Slowenien die Lichtverschmutzung per Gesetz: Nicht zielgerichtet 
strahlende Lampen sollen mit Reflektoren versehen werden, die das 
gelbliche Licht nicht streuen und nur die Straße erhellen. Die Regierung 
in Ljubljana erreicht dadurch vier Ziele: Weniger Lichtverschmutzung lässt Menschen besser schlafen, schützt nachtaktive Tiere, macht den Sternenhimmel sichtbar und spart obendrein viel Energie. Das Ein­sparpotenzial für deutsche Städte schätzt der Nabu auf rund 
400 Millionen Euro pro Jahr.


Spanien 

Runter vom Gas

Aufgrund der Ölkrise und der stei­gen­­den Benzinpreise verordnet 
Spanien auf Autobahnen ein Tempo­limit von 110 Stundenkilometern. Damit sollen der Spritverbrauch um bis zu 15 Prozent gedrosselt und 
die Bürger zum Energiesparen aufgefordert werden. Wer schneller fährt, muss mindestens 100 Euro Strafe zahlen. Parallel dazu werden Tickets für die Bahn um fünf Prozent billiger.

 

Rastatt Solarmodule reinigen
Dass sie ihren Wärmeverbrauch um mehr als 42 Prozent senken könnten, traute der Rastatter Bau­bürger­meister Wolfgang Hartweg den 
kommunalen Schulen nicht zu. Diese 
Wette hat Hartweg verloren – die Schüler schafften sogar 43 Prozent. Der Wetteinsatz: Hartweg muss jetzt persönlich die Module der 70 Qua­drat­meter großen Solaranlage der Carl-Schurz-Schule reinigen. Ein Wasch­­gang kann den solaren Ertrag um bis zu zehn Prozent steigern.



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