greenpeace magazin 5.11

„Der große böse Wolf“

Der norwegische Konzern Marine Harvest ist der größte Massentierhalter der 
Welt. Hundert Millionen Mastlachse verlassen jährlich seine Fischfarmen. Und die liegen nicht nur in Europa, sondern auch in Südamerika. Dokumentarfilmer Wilfried Huismann über Tier- und Menschenquälerei bei der Lachszucht in Chile


Ihr Film heißt „Lachsfieber“ – was ist so fiebrig an der Branche?
Sie geht erstens so zerstörerisch mit den Naturressourcen um, dass sie am Ende sich selbst zerstört. Und zweitens gibt es auch eine Blutinfektion der Lachse durch Virusübertragung, die absolut tödlich verläuft. Aufgrund der unhygienischen Bedingungen vor allem in den großen Käfigen in Chile ist diese Seuche die Rache der Natur an der Aquakultur.


Sie berichten über den größten Lachskonzern der Welt. Marine Harvest aus Norwegen „erntet“ hundert Millionen Tiere im Jahr, ein Drittel der Weltproduktion. Wie sind Sie auf das Thema gekommen? Ich habe eine Freundin, die südlich von Puerto Montt ein kleines Hotel hat. Sie erzählte mir, dass die Landschaft dort zunehmend verunstaltet wird. Tote Lachse würden in großen Spezialtransportern weggekarrt, es würde stinken, es gebe Gerüchte über die Verseuchung der Fjorde mit Chemikalien und Antibiotika. Und dann habe ich gefragt, wer das alles betreibt. Dass der größte Konzern aus Norwegen kommt, hat mich gewundert, denn Norwegen hat genug Lachse und genug Wasser. Warum? Das ist ja logistisch eine Riesenentfernung.


Und wie lautet die Antwort?
Das Geschäft mit norwegischen Lachsen läuft gut. Aber jemandem, der Profitraten von zehn, zwölf Prozent anstrebt, ist das nicht genug. In Norwegen gelten strenge natio­nale Gesetze und europäische Umweltauflagen. Deswegen hat Marine Harvest in den letzten Jahren stark in Chile expandiert, wo es kaum Beschränkungen gibt. Selbst wenn Umweltgesetze existieren, werden sie oft nicht eingehalten. Die Farmen im Süden sind ein- bis zweitausend Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Da herrscht das Recht des Stärkeren. Wenn ein Konzern eine Konzession für eine Million Lachse hat, aber zwei Millionen hält, interessiert das niemanden.


Sie haben mit Einwohnern, den Tauchern und anderen Angestellten der Lachsfarmen gesprochen. Wie sind die Zustände vor Ort? Die Firmen halten pro Käfig nicht 100.000 Lachse, wie in Norwegen, sondern 200.000. Bei zehn Käfigen macht das zwei Millionen. Manchmal sind es aber auch drei, vier Millionen. Die Fischerei­behörde hat irgendwo ein Boot für einen Umkreis von 300 Kilometern. Als wir da waren, war es kaputt. Das heißt, wenn die kontrollieren wollen, müssen sie Marine Harvest anrufen und fragen, ob sie sie abholen können. Und dann ist alles prima, wenn sie ankommen... Das ist ein Paradies für Inves­toren, die rücksichtslos produzieren wollen.

Was für eine Art Investor ist Marine Harvest? Das Alar­mie­rende war für mich eigentlich, wem Marine 
Harvest gehört. Hauptaktionär ist John Fredriksen, ein berüchtigter norwegischer Großinvestor. Er hat ein Vermögen von fünf bis zehn Milliar­den 
Euro, besitzt Erdölplattformen und betreibt die 
größte Öltankerflotte der Welt. Als er die Markt­chancen für Lachs sah, riss er sich einen kaputten Konzern unter den Nagel. Den hat er mit zwei ande­ren Firmen fusioniert. Schon war er Marktführer. Mich hat interessiert, wie ein Branchenfremder, der nur auf Profit aus ist, zu diesem Lebensmittelkonzern passt. Immerhin wirbt Marine Harvest damit, dass die Tiere ein artgerechtes Leben führen. Der Kon­sument soll ruhig schlafen können.

Wie lebt so ein Lachs mit 200.000 anderen in seinem Unter-Wasserkäfig?
Das ist extrem eng. Oft so eng, dass es in den Käfigen zu Sauerstoffmangel kommt. Wenn man in Chile die Fjorde entlang fährt, sieht man große Sauerstofftanks. Der Sauerstoff wird ins Meer gepumpt, damit die Tiere nicht verenden. Es kommt trotzdem ständig zu Massensterben. Die Marine-Harvest-Taucher, die wir interviewt haben, bestätigen, dass es eine ihrer Hauptaufgaben ist, täglich die to­ten Lachse aus den Käfigen zu holen. Das sind jeden Tag Hunderte, wenn es Infektionen gibt, bis zu 3000.

Wie viel schlechter als in Norwegen sind denn die Umweltstandards in Chile?
Dort dürfen die Käfige mit Farben gestrichen werden, die mit krebserregenden Polychlorierten Biphenylen (PCB) versetzt sind. Die Firmen setzen massiv Antibiotika ein, sogar solche, die auch in der Humanmedizin verwendet werden. Was hier absolut verboten ist, das ist in Chile gang und gäbe. Die Lachsindustrie kippt dort mit dem Futter jährlich 600 Tonnen Antibiotika in die Käfige. Natürlich setzt sie auch in Norwegen Antibiotika gegen mögliche Masseninfektionen ein. Aber in Chile sind es bis zu achthundertmal so viel.

Welche Auswirkungen hat das auf die Menschen vor Ort?
Es gibt Untersuchungen der Universität Valparaiso, die belegen, dass in der Region um Puerto Montt viele Menschen schon stark unter dem Problem der Resis­tenzen leiden. Sie sind sogar in höherem Maße resistent gegen Antibiotika als Chilenen, die längere Zeit im Krankenhaus lagen. Aber diese Ergebnisse werden in Chile unterdrückt. Die Konzerne haben dort eine große Macht. Lachs trägt fast genauso viel zur Wertschöpfung bei wie Kupfer. Deswegen haben weder die Firmen noch der Staat ein Interesse daran, dass die Umweltverbrechen und letztlich auch die Verletzungen der Menschenrechte aufgeklärt werden.

Was hat die Lachszucht mit Menschenrechten zu tun?
Es ist eine Menschenrechtsverletzung, wenn Taucher bei Schlechtwetter tauchen müssen, wenn sie dreimal 
länger und auch tiefer tauchen müssen als gesetzlich erlaubt. In Chile gibt es im Gegensatz zu Norwegen Seelöwen, die die Netze zerstören, weil sie Lachse auch ganz lecker finden. Daher müssen die Taucher zum Teil in Tiefen von 60 Metern Netze flicken. Das ist lebensgefährlich. Da gibt es Tauchunfälle. In den vergangenen zehn Jahren sind in Chile hundert Farm­taucher gestorben, in Norwegen nur einer.

Sie beschreiben nicht nur das Leiden der Lachse und Taucher, sondern auch der ganzen Region. Am härtesten trifft es die kleinen Fischer. Im Reloncaví-Fjord, wo wir gedreht haben, gab es vor drei Jahren eine Massenflucht von über 100.000 Lachsen. Innerhalb kurzer Zeit hatten die den Fjord leer gefressen. Denn der Atlantiklachs ist im pazifischen Ökosystem ein Eindringling. In ihrer Not fingen die Fischer an, Lachse zu fangen. Das steht unter Strafe, es gilt als „Diebstahl“ von Eigentum der Lachsfarmen. Einige Fischer sind deswegen ins Gefängnis gekommen. Muschelbänke oder Seeigel sind mit Schadstoffen aus der Lachszucht verseucht. Und riesige Flotten im Pazifik fischen alles leer, weil die gefräßigen Lachse Hunger haben. Von den Fischen, die vor Chile gefangen werden, enden rund 90 Prozent als Fischmehl, das zu Lachsfutter verarbeitet wird. Die natürlichen Fischbestände werden ruiniert – auch solche, die für die Ernährung der Menschen wichtig sind, gerade von ärmeren Leuten.

Im Film heißt es: Die Lachsindustrie vernichtet mehr tierisches Eiweiß als sie produziert. Zahlen sind natürlich umstritten. Einige Biologen gehen davon aus, dass pro Kilo Zuchtlachs acht Kilo wildlebender Fisch verfüttert werden. Marine Harvest spricht von drei. Greenpeace sagt fünf. In jedem Fall zerstört es die Bestände. Die Lachsindustrie rottet also einen ganzen Berufsstand aus, nämlich die Kleinfischerei, von der in Chile etwa 600.000 Menschen leben.

Die Fische verschwinden, dafür gibt es einen neuen Virus. ISA steht für „Infectious Salmon Anemia“, ansteckende Blut­armut bei Lachsen. Angeblich hat Marine Harvest die Seu­che nach Chile eingeschleppt. Dafür gibt es Beweise. Bio­logen der Universität Bergen waren in Chile, haben Proben 
genommen und können das anhand der Gen-Struktur nachweisen. Die infizierten Lachseier stammten aus 
einer Lachsbrüterei in Norwegen. Und die ist eine Toch­­­ter von Marine Harvest und anderen Produzenten.

Ist Marine Harvest der schlimmste Lachsfarmer in Chile?
Nein, aber der Konzern hat aus früheren ISA-Krisen in Norwegen nichts gelernt. Die Verantwortlichen handeln vollkommen unmoralisch. Der technische Direktor, der uns erzählt hat, wie grün und transparent in Norwegen alles ist, hat selber in Chile diese Industrie mit aufgebaut.

Welche Konsequenzen hat der Virus in Chile?
Wir haben dort 2009 auf dem Höhepunkt der Krise gedreht, als 70 Prozent der Farmen geschlossen werden mussten. Die Entfernungen zwischen den Anlagen sind viel zu gering. Manchmal ist die nächste Lachsfarm nur 300 Meter entfernt. Das hat sich gerächt. Die Ausbreitung der Seuche war nicht zu kontrollieren.

Was passiert mit den Fischen?
Sie verbluten innerlich. Und es gibt kein Heilmittel. Man muss sie alle töten. Sie wandern dann in Chile oft in eine Fischmehlfabrik, wo sie zu Lachsfutter verarbeitet werden. Es sind schon mehrere Lachsproduzenten pleitegegangen, aber eher die mittelgroßen, chilenischen. Die Folge ist, dass beim Neuanfang jetzt die großen Konzerne – allen voran Marine Harvest – noch mächtiger und noch größer werden.
 
Weil sie alles aufkaufen?
Ja, weil sie die verlassenen Anlagen billig aufkaufen. Vor allen Dingen bekommen sie dann die Konzessionen. Und im Gegensatz zu Norwegen gilt die Konzession nicht ein Jahr, sondern ewig. Es ist fast schon eine Privatisierung des Meeres. Ein Gesetz erlaubt es den Züchtern jetzt, das von ihnen 
gepachtete Meeresgebiet als Quasi-Eigentum aus­zu­geben. Ohne diese „Sicherheiten“ hätten die Banken den Firmen nach der Krise keine Kredite für den Wiederaufbau der Industrie gegeben. Diesen Ausweg hat die damalige sozialistische Regierung aus purer Verzweiflung mitgemacht, weil ungefähr 100.000 Arbeitsplätze dran hingen. Und 50.000 Menschen waren schon entlassen, als wir dort gedreht haben.


Wie geht Marine Harvest mit entlassenen Arbeitern um? Die Leute bekommen eine Abfindung von umgerechnet etwa 400 Euro – das sind zwei Monatslöhne – und dann sind sie arbeitslos. Fünf Jahre dauert die Rekonvaleszenz einer verseuchten Anlage etwa. Die Firmen sagen den Leuten, wenn es dann wieder was zu 
tun gibt, dann könnt ihr euch ja wieder bewerben.

Was sind die Leute eigentlich von Beruf?
Oft sind das ehemalige Kleinfischer. Und die Tendenz ist, dass sie solche Verträge wie vor der Krise gar nicht wieder bekommen. Man rekrutiert die Leute jetzt über Leiharbeitsfirmen. Die Taucher sagen, dass sie Jobs nur noch zu einem Drittel des Lohns kriegen, den sie vorher hatten. Das ist für große Konzerne wie Marine Harvest ein angenehmer Nebeneffekt der Krise. Jetzt kann man noch mehr auf Kosten von Mensch und Natur produzieren. Und die Bestände, die sie töten  mussten, sind meist voll versichert gewesen. Man hat also auch nicht so große Verluste gemacht.

Der Virus vernichtet also nicht nur Lachse, sondern auch Existenzen?
Chile hat jetzt weniger Fische und Meeres­früchte als früher. Und die sind alle teurer geworden, weil die Fischer sich nicht behaupten können gegen diese Industrie. Aber das ökonomische Kriterium siegt. Und die Umweltschützer sind zu schwach oder zu zerstritten, um etwas dagegen zu tun. Oder sie kol­­laborieren wie der WWF sogar mit der Indus­trie, weil sie dann noch schöne Beraterhonorare bekommen für „nachhaltige“ Lachszucht.

Welche Rolle spielt die Umweltorganisation WWF dabei? Der WWF Norwegen hatte eine Vertragsbeziehung zu Marine Harvest. Diesen Partnerschaftsvertrag, der offiziell von April 2008 bis vor kurzem lief, wollten wir sehen, aber wir wurden immer wieder vertröstet. Im Moment verhandeln der WWF Norwegen und 
Marine Harvest über eine Zukunft dieser Kooperation. Ich glaube, es gab nie eine Abmachung in dem Sinne, dass der WWF sagt: ‚Wir beraten euch, aber ihr müsst unseren Rat auch umsetzen.‘ Ohne Verpflichtungen des Unternehmens ist es sinnlos. Und die Direktoren von Marine Harvest haben das selbst gesagt: ‚Wir 
lassen uns auf nichts festlegen.‘ Das ist doch keine ernstzunehmende Partnerschaft, in der es darum geht, die Politik eines Konzerns zu verbessern.

Was der WWF ja als Grund für den Vertrag nennt.
Das hat nach unserer Beobachtung nicht einmal in Norwegen funktioniert. Man muss dazu wissen, dass sich der WWF von 2008 bis Anfang 2011 einen Mitarbeiter zu Aquakultur mit 100.000 Euro im Jahr voll von Marine Harvest hat bezahlen lassen. Da ist es doch fraglich, wie man noch Kritik üben kann, und ob man damit nicht die massiven Umweltverbrechen von Marine Harvest in Chile deckt. Die Industrie will die verseuchten Gebiete um die Insel Chiloé und Puerto Montt jetzt aufgeben und ein paar hundert Kilometer weiter südlich neu anfangen kann – in Magallanes. Es sind dort schon viele Konzessio­nen vergeben. Das Problem wird also einfach in Meeresgebiete verlagert, die bislang noch unberührt sind.

Marine Harvest ist ja nicht nur in Norwegen und Chile marktbeherrschend, sondern auch in Kanada und Schottland. Wie benimmt das Unternehmen sich dort?
Es gibt überall Klagen, wo Fischer in ihrer Existenz bedroht sind, weil sich solche Riesenanlagen breitmachen. Selbst in Norwegen gehen die Bestände an wildem Lachs dras­tisch zurück, weil die Lachse, wenn sie zum Laichen in die Flüsse schwimmen, durch Gebiete mit großen Lachsfarmen müssen. Dort stecken sie sich mit den Krankheitserregern der Zuchtlachse an. Der Marine-Harvest-Chef und passionierte Lachsangler John Fredrikson hat in einer Lokalzeitung sogar gesagt, das gehe zu weit. Die Farmen müssten aus den Fjorden raus, durch die Wild­lachse zu ihren Laichgründen schwimmen. Im Grunde 
genommen zerstört Fredriksen sein eigenes Hobby.

Im Film sieht man, wie Fredriksen an einem einsamen Fjord erfolglos versucht, Wildlachse zu angeln. Wie dreht man so was? Er hat in Marbella, auf Zypern, in Norwegen und in London Villen. Er hat einen Privatflieger, ist sehr mobil und hasst die Öffentlichkeit. Es ist schwer herauszukriegen, wo er gerade ist. Wir wussten nur, dass er im Sommer in dem Örtchen Naustdal angeln geht, aber nicht, wann genau. Deswegen habe ich mit meiner Tochter zusammen ein Zimmer gemietet und bin jeden Tag dreimal an die Stelle des Flusses gefahren, die er gepachtet hat. Nach zehn Tagen ist er aufgetaucht. Wir haben uns im Gebüsch angeschlichen und aus der Distanz gefilmt. So sind diese Bilder entstanden, was ich schön fand, weil man ja auch etwas wissen möchte über die Figur, die in Norwegen der große oder auch der böse Wolf genannt wird.

Warum heißt er großer Wolf?
Er wartet, bis seine Beute, also, eine Firma, angeschlagen ist. Dann schlägt er zu und verleibt sie sich ein. Das ist sein Prinzip. Er kommt aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Schlosser, er hat keine ordentliche Schulausbildung, aber einen unglaublichen Aufstieg hinter sich. Was ihm anhaftet, ist der Makel, dass er anfangs auch mit der russischen Mafia Geschäfte gemacht hat, und dass er Mitte der 80er-Jahre erwischt wurde, als er einem seiner Kapitäne den Befehl gab, von der Öl­­ladung etwas für die Hauptmaschine abzuzwei­gen, um Schiffsdiesel zu sparen. Er kam in Untersuchungs­haft. Aus Trotz hat er die zypriotische Staatsbürgerschaft angenommen und zahlt in Norwegen keine Steuern mehr. Ich habe in Naustdal versucht, mit ihm zu reden. Es ist leider nicht gelungen. Von Norwegern habe ich gehört, dass er sehr schüchtern ist und sich vor öffentlichen Auftritten fürchtet. Er vertraut nur wenigen in seinem Firmen-Finanzimperium, Menschen, die natürlich vollkommen abhängig sind.

Schließlich erwischen Sie ihn in Oslo doch und führen ein Überfallinterview. Er sagt, er werde sich zur Lachskrise in Chile nicht äußern. Er sei nur ein kleiner Lachsangler. Ja. Das sollte ein Witz sein. Aber was er damit auch 
sagen wollte: ‚Marine Harvest, das bin ja nicht nur ich.‘ Das ist natürlich ein fadenscheiniges Argument, weil er der Hauptaktionär ist und die Kontrollmehrheit hält. Außerdem weiß man, dass er in die Geschäfte eingreift. Er bestimmt Personalien und reist in die Betriebe. Er ist persönlich voll verantwortlich für das, was passiert. Und deswegen haben Arno Schumann und ich uns auch das Recht herausgenommen, seinen Spaziergang zu stören.


Interview: Katja Morgenthaler

Fotos: Roderick Aichinger 

 

 

Investigativ 
und Hartnäckig
www.anaconda-film.org


Wilfried Huismann, 60, 
ist einer der erfolgreichsten investigativen Dokumentarfilmer Deutschlands. Dreimal gewann er den Grimme-Preis. Den ARD-Film „Lachsfieber“ drehte er gemeinsam mit Arno Schumann. In Huismanns neuer Dokumentation 
geht es um die Umweltorganisation WWF und ihre Kooperationen mit Großkonzernen: „Der Pakt mit dem Panda – Was uns der WWF verschweigt“ ist 
in der ARD-Mediathek abrufbar. „Lachsfieber“ von 
2010 ist auf YouTube zu 
sehen und für 20 Euro als DVD über die Produktionsfirma Anaconda International Film erhältlich.

 


Chilenischer Zuchtlachs 
in Deutschland

Zuchtlachs aus Chile wird nur in kleinen Mengen nach Deutschland importiert. 
Als nacktes Filet verpackt muss er im Handel laut 
EU-Verordnung wie folgt gekennzeichnet sein: „Lachs aus Aquakultur in Chile“. 
Ist der Zuchtlachs zu einem Fertiggericht verarbeitet, unterliegt er keiner Kennzeichnungspflicht und ist nicht erkennbar. Betreiber von Zuchtfarmen in Chile (zum Beispiel Marine 
Harvest) sind auf den Verpackungen nicht genannt. Der Marktanteil von Fisch aus Aquakulturen wächst stark: Im Jahr 2013 wird 
er erstmals den Anteil 
wild gefangener Fische übertreffen.



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