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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.16

Karriere für das Gemeinwohl

Benjamin Todd, 26, Oxford
Kann man mit einem Job an der Börse Gutes für die Menschheit tun? Diese Frage beschäftigte Ben Todd nach seinem Physik- und Philosophiestudium an der britischen Eliteuniversität Oxford. Heute sagt er: Man kann. Um zu zeigen, wie, gründete Todd eine Organisation: 80.000 Hours bietet Karriereberatung für Altruisten mit Ambitionen. Der Name leitet sich von der Anzahl der Stunden ab, die ein Mensch in seinem Leben durchschnittlich bei der Arbeit verbringt. Unabhängig von der Branche könne diese Zeit für den sozialen Fortschritt eingesetzt werden. „Wir beraten Leute, die die Welt verbessern wollen, sich aber nicht sicher sind, wie sie das anstellen sollen“, sagt Todd. Nicht jeder sei zum Sozialarbeiter oder Entwicklungshelfer geboren, viele Menschen könnten mit ihren Talenten in anderen Berufen ebenso Gutes tun: „Je nach Fähigkeiten erreicht man als Journalist, Forscher oder Anwalt viel mehr.“ Und wer Ambitionen auf einen hochbezahlten Job bei einer Bank hat, den ermuntert Todd, diese Laufbahn gezielt zu verfolgen, aber mindestens 20 Prozent des Einkommens zu spenden. Das Prinzip nennt sich „earning to give“ – verdienen, um davon abzugeben.
80000hours.org