Greenpeace Magazin Ausgabe 2.99

Kultureller Fortschritt

Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, werden mögliche Nebenwirkungen an Tieren getestet. Forscher der Uni Bremen wollen die Augentoxizität statt an Kaninchen in Zukunft an Zellkulturen testen. Dazu werden Augenzellen von frisch geschlachteten Schweinen in einer Nährlösung vermehrt und am Leben gehalten. Schädliche Medikamente, egal ob ins Auge geträufelt oder oral eingenommen, verändern zum Beispiel die Zellmembran oder regen die Zellen zur Bildung von Enzymen an, die den „programmierten Zelltod“ auslösen. Dies läßt sich dann messen. Zwar müssen die Zell-Tests noch mit Tierversuchen verglichen werden, bis das neue Verfahren anerkannt wird. „Wir sind aber optimistisch“, sagt der Bremer Professor Horst Diehl, „auch wenn das keine wissenschaftliche Kategorie ist.“