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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.16

Lässt Wildnis wachsen

Wegweiser: Dieter Mennekes, 75, Kirchhundem
Dieter Mennekes gibt sich keine Mühe, seinen Stolz zu verbergen: „Sie erkennen, wo mein Wald anfängt, weil er viel schöner ist als die Wälder rundherum“, sagt der ehemalige Elektrotechnik-Unternehmer. Um in seinen Wald zu kommen, muss man in die Tiefen des Rothaargebirges reisen: Wo die Hundem sich durch sanfte Täler schlängelt, beginnt Mennekes’ Wildnis. „Ich wollte unberührte Wälder hinterlassen, nicht Geld.“ Deshalb überschrieb er als erster Privatwaldbesitzer in Deutschland sein 370 Hektar großes Gebiet einer Umweltstiftung – seiner eigenen – und überlässt es nun sich selbst. Es findet kein Holzeinschlag mehr statt, damit verzichtet Mennekes auf jährliche Einnahmen von mehr als 50.000 Euro. Mit einer Handvoll Helfern baute der Privatier Hochstände und Brücken ab. In Zukunft sollen die Straßen zuwuchern und das Wild weder gefüttert noch gejagt werden. Der Mensch soll nur noch Gast sein. Scheue Tiere wie die Wildkatze sind schon da, der Luchs bereits ganz in der Nähe. „Wir können nicht die Wichtigkeit von Urwäldern anderswo predigen und gleichzeitig unsere heimischen Wälder ausbeuten“, sagt Mennekes.
dieter-mennekes-umwelt.de