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Greenpeace Magazin Ausgabe 1.16

Wegweiser: Leben aus einer Kasse

Regine Beys, 25, Kassel
Wie lebt es sich ohne eigenes Geld? Um das zu erfahren, muss man nicht als Einsiedler in den Wald ziehen. Im Gegenteil. In der Villa Locomuna in Kassel ist viel los: Hier leben 19 Erwachsene und fünf Kinder gemeinsam in einer Kommune. Niemand hat privates Geld, alle Einnahmen fließen in eine Kasse, aus der sich jeder bedienen kann. „Für viele Menschen ist das unvorstellbar, eigenes Geld ist für sie gleichbedeutend mit Freiheit“, sagt Regine Beys. Doch für sie überwiegen die Vorteile des gemeinsamen Wirtschaftens. „Wir sparen enorm, indem wir gemeinsam einkaufen und Dinge wie Waschmaschinen und Autos teilen, wir beraten uns in Lebensentscheidungen und sichern einander gegen Risiken wie Arbeitslosigkeit ab.“ Beys studiert Volkswirtschaft und zog vor einem Jahr in die Villa. Davor lebte sie alleine. Der Umzug war eine politische Entscheidung. „Ich wollte, dass mein Engagement für solidarische Ökonomie nicht vor meiner Haustür aufhört“, sagt sie. Politischer Einsatz, Haus- und Lohnarbeit sind in der Kommune gleich wichtig. Regine Beys hofft, dass dieser Ansatz Schule macht. „Ich bin freier ohne eigenes Geld“, sagt sie.
villa-locomuna.de