Jetzt abonnieren Magazinarchiv durchsuchen

Greenpeace Magazin Ausgabe 6.13

Lebendig im Müll

Was taugt ein Tierschutz-Siegel? Heimliche Filmaufnahmen der „Soko Tierschutz“ in einem „Privathof“-Stall des Marktführers Wiesenhof im bayerischen Velden zeigen tote, teils verwesende Tiere und fast nackte Masthühner mit verkrüp­pel­ten Beinen, die es nicht mehr zur Tränke schaffen. „Das hat mit Tierschutz nichts zu tun“, urteilen die Soko-Aktivisten. „Pri­vat­hof“-Ställe sind mit dem neuen Tierschutz­label zertifiziert.

Ebenfalls fündig wurde die „Soko Tierschutz“ in einem Wiesenhof-Vertragsstall im bayerischen Altötting: Flatternde Hühner werden gegen Plastikeimer geschleudert und noch lebend in Kadavercontainer geworfen. Der Bauer ist schon mehrmals wegen Tierquälerei aufgefallen.

Die erneuten Skandale durchkreuzen die Charmeoffensive der PHW-Gruppe mit der Hauptmarke „Wiesenhof“, die jährlich 240 Millionen Hähnchen „erzeugt“ (Greenpeace Magazin 4.13). Zwar hat Wiesenhof den Vertrag mit dem Altöttinger Mäster ge­kündigt und den Mann angezeigt. Der Kon­zern bestreitet jedoch wie schon oft zu­vor, dass Tierquälerei bei den Vertragsmäs­tern Methode habe.
soko-tierschutz.org