|
greenpeace magazin 1.96
Das bayerische Bad Endorf setzt neue Maßstäbe bei der Nutzung der Erdwärme.
Mit einer neuartigen Bohrtechnik ist die „Jod-Thermalbad Endorf AG“ in bisher ungenutzte geologische Formationen vorgestoßen, um Thermalwasser zum Heizen und Heilen zu fördern. Die sogenannten „Chatt-Sande“, aus denen der neu erschlossene heiße Quell in knapp 2500 Metern Tiefe sprudelt, kommen in Bayern sehr häufig vor. Das 65 Grad warme Wasser aus dem Bohrloch liefert Energie im Megawattbereich. Derzeit läuft in dem oberbayerischen Heilbad ein mehrmonatiger Probebetrieb, um die Ergiebigkeit des Reservoirs zu erkunden. Kurdirektor Anton Müller will das Thermalwasser doppelt nutzen: Etwa 20 Prozent fließen einer für die Therapie wichtigen Jodquelle zu, die bislang mit erwärmtem Leitungswasser aufgefüllt werden mußte. Der Rest soll die Ölheizung des Bades überflüssig machen und so eine halbe Million Mark jährlich sparen. Das Thermalwasser wird dafür über Wärmetauscher geleitet und anschließend wieder in das Bohrloch gepreßt. Einige hundert Meter oberhalb seines Herkunftsortes wird das abgekühlte Wasser aus der Bohrleitung abgezweigt und sickert langsam in das Reservoir zurück. Diese neue Technik erspart eine zweite, etwa drei Millionen Mark teure Bohrung, die bislang als Rücklauf gebraucht wurde.
|
|
|
|