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greenpeace magazin 2.97
Atomares Plumpsklo
Im Pop-Geschäft nennt man es „das Madonna-Prinzip“: Ein in die Jahre gekommener Star produziert Skandal auf Skandal. Das ruiniert zwar den Ruf, hält aber den Plattenverkauf in komfortabler Höhe. Die Politik kennt Möllemann als Meister dieser Methode. Längst von gestern, trotzdem immer in den Schlagzeilen – das schafft der Mann nur mit einer hohen Dosis Blödsinn. Während die deutsche Nuklearlobby mit öden Info-Anzeigen („Kernkraft ist sicher“) vergeblich um Zustimmung bettelt, setzt die Atomindustrie anderswo auf den Werbefaktor Wahnsinn: In Indonesien will die Branche ein Akw auf einem Vulkan bauen. Damit macht sie selbst bei Gegnern Furore, manche vermuten gar ein revolutionäres Sicherheitskonzept (wenn der Kern schmilzt, verschwindet er im Krater wie in einem Plumpsklo). In der Südsee hatten die Kernspalter nach Moruroa mit sinkender Aufmerksamkeit zu kämpfen. Dank ihres modernen PR-Konzeptes ist die Zunft nun wieder in aller Munde. Teile des Bikini-Atolls sollen Endlager für Atommüll werden. Ein Wahnsinnsprojekt mit genialer Begründung: Ein Atomunfall fiele da unten nicht groß ins Gewicht – die Inseln sind seit den Atombombentests der Amerikaner ohnehin verseucht.
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