Greenpeace Magazin

Ausgabe 1.18

Mehr E-Auto wagen

Deutschland: Die Umweltprämie für Elektroautos nimmt Fahrt auf

Mehr E-Auto wagen

Die schlechten Nachrichten vorweg: Noch immer liegt der Marktanteil von Elektroautos hierzulande unter zwei Prozent, und jetzt gibt auch noch die Citroën-Tochter Multicity ihr E-Carsharing in Berlin wieder auf. Das Problem: zu wenige Ladepunkte, zugeparkte Säulen, kaum Unterstützung durch die Politik vor Ort. Die rot-rot-grüne Hauptstadt als Vorreiter der E-Mobilitätswende? Pustekuchen! Doch jetzt nimmt immerhin die Umweltprämie für Elektroautos Fahrt auf. Laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gingen im dritten Quartal 2017 10.636 Förderanträge zwischen 3000 und 4000 Euro für Elektroautos und Hybride ein, in den zwölf Monaten davor waren es zusammen nur rund 23.000 gewesen. Jetzt noch ausreichend verfügbare Ladepunkte landesweit – und schon surren wir ganz bald alle gemeinsam in eine bessere Zukunft, versprochen. In die katapultieren sich andere schon jetzt im Hauruckverfahren. Wen wir damit meinen? Na, lesen Sie mal unten weiter!

China: Peking fährt schon mal vor
Kaufanreize, Prämien – die chinesische Öko-Autokratie spricht eine andere Sprache: Von 2019 an drohen Autobauern empfindliche Strafen, die auf dem chinesischen Markt eine Zehn-Prozent-Quote für E-Autos (ab 2020: zwölf Prozent) nicht einhalten. Übrigens: Deutschland hatte versucht, die Regelung hinauszuzögern und Vorgaben abzumildern. Doch bevor Sie sich jetzt chinesische Verhältnisse wünschen, denken Sie an die Menschenrechte dort und einige gute Ansätze hier bei uns:

Düren: Die Post ist auf dem Weg
Wo man Elektromobilität in feste Routen integrieren kann, hat sie in Deutschland auch eine Chance. Die Deutsche Post/DHL hat bundesweit schon jetzt eine Flotte von 3000 E-Transportern, und in Düren errichtet die Post-Tochter Streetscooter nun ein neues Werk für den Bau von 10.000 jährlich. Die sollen nicht nur die Post selbst, sondern auch Kommunen und Handwerker e-flott machen. Und vielleicht erobern sie ja sogar den nahen französischen Markt! Warum? Darum:

Paris: Oh, Champs-Électriques!
Während Berlin seine E-Mobilisten vergrault, könnte die französische Hauptstadt bald zu deren Mekka werden. In Paris sollen ab 2030 keine Diesel- und Benzinautos mehr fahren. Sowohl Frankreich als auch Großbritannien verfolgen zudem ein Zulassungsverbot für Diesel und Benziner ab 2040. Was die beiden von Deutschland lernen können: Es muss kein Atomstrom in den Tank. Und wenn sich dann noch alle darauf einigen, dass Kohle nicht die Alternative ist, wünschen wir: Gute Fahrt, safe trip und bon voyage in die Zukunft!