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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Mit fünf Kindern muss ich haushalten: Gibt es gutes Fleisch auch beim Schlachter meines Vertrauens oder nur bei Bioland und Demeter?

Text: Wolfgang Hassenstein

fragt Jürgen Wedler aus Hamburg

Drei Fragen an Ihren Fleischer

Klar ist: Nur wo bio draufsteht ist auch bio drin. Die Idee, man bekomme „gutes“ Fleisch auch beim Schlachter an der Ecke, ist leider meist ein frommer Wunsch. Zwar ist seine Ware allemal frischer als das abgepackte Discountersteak. Aber mit dem Vertrauen ist das so eine Sache. Eine Stichprobe bei einem Hamburger Fleischer mit erstklassigem Ruf, auf den sogar ein berühmter TV-Koch schwört, endete irritierend: Sein Schweinefleisch, erklärte uns der Geschäftsführer, sei zwar nicht als bio gekennzeichnet, die Tiere würden aber „unter Biobedingungen“ leben. „Sie kennen also die Betriebe, von denen die Schweine stammen?“ – „Nein.“ Hier kommen drei Fragen, die für mehr Klarheit sorgen könnten:

1. Schlachten Sie noch selbst? Mit dieser Frage kann beginnen, wem es darum geht, das Fleischerhandwerk zu unterstützen.
2. Woher stammt Ihr Fleisch? Bezieht der Fleischer seine Ware nicht vom Großhandel, sondern direkt vom Landwirt in der Region, kann er – theoretisch – Einfluss auf die Tierhaltung nehmen. Ein gutes Zeichen ist es, wenn Aushänge im Laden über Herkunft, Höfe und Haltungsbedingungen informieren.
3. Ist es möglich, mal einen Betrieb zu besuchen, der Sie beliefert? Landwirte, die nichts zu verbergen haben und zum Beispiel ihre Tiere ins Freiland lassen, freuen sich über Gäste. Der Fleischer kann vermitteln.