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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Mit welchen Knebelverträgen kaufen Discounter Ananas ein?

Text: Matthias Lambrecht

fragt Sigrun Weissenberg aus Ratingen

Mit ihrer Verhandlungsmacht beim Einkauf ist es den Discountern gelungen, die Ananas zum Billigobst zu machen, das im Schnitt kaum mehr als 1,30 Euro pro Kilo kostet. Die Anbieter, zumeist aus Costa Rica, haben dem Druck wenig entgegenzusetzen. Sie kompensieren steigende Kosten, etwa für Verpackungsmaterial oder Düngemittel, indem sie die Bedingungen auf den Plantagen weiter verschlechtern. Eine aktuelle Studie der Hilfsorganisation Oxfam belegt, dass Arbeiter in den Monokulturen versprühten Pestiziden ungeschützt ausgesetzt sind. Ihre Bezahlung reiche zumeist nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Daran habe auch das Siegel der „Rainforest Alliance“ wenig geändert, kritisiert Oxfam. Das von vielen Supermarktketten verwendete Nachhaltigkeits-Label berücksichtige weder zu geringe Löhne noch die Verletzung von Gewerkschaftsrechten oder den Preisdruck auf die Zulieferer.