Greenpeace Magazin Ausgabe 1.98

Monsantos Bauernopfer

Designer-Baumwolle aus dem Genlabor versagt in den USA auf dem Feld.

Ihr Vertrauen auf den Gentech-Multi Monsanto brachte Farmer im US-Bundesstaat Mississippi an den Rand des Ruins. Baumwollpflanzen mit einem eingebauten Gen, das sie gegen Monsantos Total-Herbizid „Roundup Ready“ resistent machen sollte, waren der Dusche mit eben diesem Pestizid nicht gewachsen. Die Farmer drohen Monsanto nun mit Klagen in Millionenhöhe. Der Gen-Konzern behauptet, Fehler der Farmer, das Wetter und extremer Insektenbefall seien die Ursache. Ein beamteter Agrarwissenschaftler macht die Eile des Konzerns für die Ernteschäden verantwortlich: „Die neuen Sorten und diese neue Technologie werden weniger getestet als traditionelle Methoden.“ 1996 versagte eine andere Monsanto-Kreation. Den eingebauten Insektenschutz ignorierten Insekten. Trotzdem kontrolliert Monsanto ein Viertel der US-Baumwoll-Produktion, 1998 soll es schon die Hälfte sein. „Die Gentechnik-Industrie hat ihre manipulierten Pflanzen nicht im Griff“, sagt Jan van Aken von Greenpeace. „Heute sind es wirtschaftliche Schäden bei Farmern, morgen können es tiefgreifende Umweltschäden sein.“ Auch „Pioneer Hi-Bred“, der größte amerikanische Saatgutproduzent für Mais, hat sich dagegen entschieden, die Roundup-Resistenz in seinen Mais einzubauen: Die Anforderungen an die Farmer und Beschränkungen beim Einsatz überwiegen seiner Ansicht nach die Vorteile der Genmanipulation.