Ernährungsreport 201909.Jan 2019

Das kommt in deutschen Haushalten auf den Tisch

Das kommt in deutschen Haushalten auf den Tisch

Schnell und doch gesund? Geht es nach der Mehrheit der Deutschen, sollte ihr Essen beides können – das zeigt eine aktuelle Umfrage. Doch meist steckt in vielen Fertigprodukten noch zu viel Zucker, Salz und Fett, kritisieren Experten. Und auch Fleisch steht in vielen Haushalten noch ganz oben im Kurs.

Es soll gesund sein, schnell zubereitet – aber vor allem gut schmecken: Das ist einer neuen Umfrage im Auftrag der Bundesregierung zufolge beim Essen besonders wichtig. Der Griff zu Fertiggerichten liege im Trend, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2019. Während es für 99 Prozent auf den Geschmack, für 91 Prozent auf die Gesundheit und immerhin 48 Prozent auf eine einfache Zubereitung ankommt, stehen Kaloriengehalt und Preis etwas weiter hinten. Der jährliche Ernährungsreport beruht auf einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa.

Satte 84 Prozent der Verbraucher wünschen sich weniger Zucker in Fertigprodukten wie Joghurt, Ketchup und Schokoriegel, auch wenn die Produkte dann weniger süß schmecken. Erst im Dezember hatte Klöckner mit der Industrie freiwillige Zielvereinbarungen getroffen, um Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten zu reduzieren. Für die Verbraucherorganisation Foodwatch ist das zu wenig. Martin Rücker, Geschäftsführer von Foodwatch, sagte im Deutschlandfunk, die Unternehmen hätten ein ökonomisches Interesse, ungesunde Lebensmittel zu verkaufen, da sich mit Obst und Gemüse weniger Profit mache lasse als mit Süßwaren, Softdrinks und Snacks. Deswegen sei die freiwillige Selbstverpflichtung zum Scheitern verurteilt. Er schlägt stattdessen eine klare Kennzeichnung beispielsweise des Zuckergehalts der Produkte vor, die zu einer positiven Veränderung von Rezepturen führen, weil Unternehmen dann einen Anreiz hätten, gesunde Produkte auf den Markt zu bringen.

Allerdings hält Ernährungsministerin Julia Klöckner bei der Vorstellung des Reports an ihrer Strategie fest, auf freiwilliger Basis mit der Lebensmittelindustrie zusammenzuarbeiten. Wir könnten theoretisch alle einen Plan machen, was gesund sei, aber am Ende bringe das alles nichts, wenn es nicht schmecke, so die Ministerin. Deswegen werde beispielsweise nicht von heute auf morgen vorgeschrieben, den Zucker etwa um die Hälfte zu reduzieren. Produkte würden dann zum Ladenhüter.

Der Ernährungsreport zeigt auch, dass in vielen Haushalten in Deutschland nach wie vor regelmäßig Fleisch auf den Tisch kommt. Demnach essen 28 Prozent der Deutschen täglich Fleisch und Wurst, nur ein Prozent vegan und sechs Prozent vegetarisch. Zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es sichtbare Unterschiede: Im Osten essen nach eigenen Angaben 43 Prozent der Menschen täglich Fleisch und Wurst, im Westen nur 26 Prozent. Andererseits geben im Osten 80 Prozent an, täglich Obst und Gemüse zu essen, im Westen sind es nur 69 Prozent.

dpa/lad

Aufmacherbild: picture alliance / Photoshot

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