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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.10

Personalien

Heather Mills, 42, will tausende Prothesen an die Erdbebenopfer 
in Haiti schicken. Zusammen mit der US-Hilfsorganisation „Ärzte für den 
Frieden“ (www.physiciansforpeace.org) ruft sie dazu auf, neue oder nicht 
mehr gebrauchte Prothesen, Rollstühle und Krücken zu spenden. Die Ex-Frau von Paul McCartney engagiert sich außerdem seit längerem für Minenopfer. Sie hatte 1993 bei einem Unfall selbst ein Bein verloren.

Hermann Scheer, 65, will die Energiewende mit einem Leuchtturmprojekt vorantreiben: Entlang der längsten deutschen Autobahn, 
der A7, sollen Windkraftanlagen errichtet werden. Dieser gigantische Windpark könne 2,2 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs decken und 
11,6 Millionen Tonnen CO2 einsparen, rechnet der Eurosolar-Präsident vor. Ist aus dem Verfechter dezentraler Strukturen nun doch ein Fan von Großprojekten geworden? Keineswegs: Für die Energieallee A7 sind viele kleine Investoren erwünscht.

Roland Schüren, 43, hatte es satt, tonnenweise altes Brot übrig zu haben. Jetzt verfeuert der Bäcker aus Hilden bei Düsseldorf die unverkauften Laibe. Damit will er seine Heizkosten halbieren und die Umwelt entlasten. In Kirchenkreisen kritisiert man, Lebensmittel zu verbrennen sei angesichts 
der Hungerkrise ein Skandal. Doch darauf reagiert Schüren genervt: „Von mir aus kann jeder vorbeikommen und das Brot nach Afrika bringen.“

Flordelis dos Santos, 48, ist Mutter von 50 Kindern – vier 
sind ihre eigenen, 46 holte sie von der Straße. Inzwischen hat sie alle adoptiert. Die Brasilianerin, die selbst in einem Armenviertel von Rio de Janeiro 
groß geworden ist, freut sich über ihre große Familie und die Hilfe von Kinderschutz-Organisationen. Diese übernehmen die Miete und manchen Einkauf: Jeden Monat braucht Flordelis dos Santos 180 Kilogramm Reis und 60 Kilogramm Bohnen.

Suraya Pakzad, 38, afghanische Frauenrechtlerin, fühlt sich in 
ihrem Land nicht mehr sicher, will es aber dennoch nicht verlassen. „Irgendjemand muss sein Leben für die Freiheit riskieren“, sagte sie dem „Spiegel“. Während des Taliban-Regimes unterrichtete Pakzad heimlich Mädchen bei sich zu Hause. Inzwischen hat die sechsfache Mutter ein Netz von Frauenhäusern aufgebaut. Im Rahmen eines EU-Projekts schult sie derzeit Afghaninnen 
für hohe administrative Posten. Das Wochenmagazin „Time“ zählt Pakzad zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt.

Mark Boyle, 30, eingefleischter Veganer, lebt seit November 2008 in einem geschenkten Wohnwagen in Südwestengland – ohne Geld. 
In seinem Blog schwärmt der Brite: „Ich bin ein glücklicherer Mensch geworden.“ Nach der einjährigen Testphase beschloss der Wirtschaftswissenschaftler, 
die „Freeconomy-Bewegung“ zu gründen und weiter mit Solar-Laptop 
und selbstgemachter Zahnpasta, aber ohne Geld zu leben. Seiner Bewegung haben sich bereits 16.000 Menschen aus 125 Ländern angeschlossen.

www.justfortheloveofit.org