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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.15

Personalien – 2.15

Regina Catrambone, 37, rettet Bootsflüchtlinge im Mittelmeer
Eine Winterjacke veränderte ihr Leben. Regina Catrambone entdeckte das Kleidungsstück im Yachturlaub, es trieb irgendwo im Mittelmeer. Die 37-jährige Versicherungsunternehmerin aus Malta realisierte, dass die Jacke einem Flüchtling gehört haben könnte, der es nicht nach Europa geschafft hatte. An diesem Sommertag 2013 beschloss Regina Catrambone, etwas gegen das Sterben zu tun: Zusammen mit ihrem Mann Chris gründete sie die „Migrant Offshore Aid Station“ (MOAS), kaufte ein Boot, mietete zwei Drohnen und heuerte ein Team von erfahrenen Seeleuten und Medizinern an. Im August 2014 konnte die „Phoenix 1“ zum ersten Mal ablegen. In Kooperation mit den zuständigen Behörden rettete das Team bis Oktober im Mittelmeer 3000 Kinder, Frauen und Männer in Seenot. „Wir können einfach nicht zulassen, dass diese Menschen sterben“, sagt die Mutter einer Tochter. Oft fährt sie selbst mit raus, verteilt Wasser und trockene Kleider, bereitet Milchfläschchen zu und kontaktiert die Küstenwache, die weitere Anweisungen gibt. Rund zwei Millionen Euro haben die Catrambones bisher für ihre private Rettungsoperation ausgegeben. Um im kommenden Frühjahr weitermachen zu können, braucht das Paar Unterstützung. Deshalb startete MOAS einen Spendenaufruf. Allein im Dezember kamen schon 35.000 Euro zusammen. Der Einsatz kostet im Monat 400.000 Euro.
moas.eu/de

Maede Soltani, 34, lädt in Nürnberg Menschen zu Soli-Essen für ihren Vater ein.
Der iranische Menschenrechtsanwalt Abdolfattah Soltani wurde in Teheran wegen „Verbreitung von regimefeindlicher Propaganda“ und „Störung der nationalen Sicherheit“ zu 13 Jahren Haft verurteilt. 2009 hatte er den Internationalen Menschenrechtspreis der Stadt Nürnberg erhalten. Beim gemeinsamen Tafeln bleibt immer ein Platz leer – zum Gedenken an Soltani und all die anderen politischen Gefangenen im Iran.

Cynthia Sin Nga Lam, 17, australische Schülerin, erfand ein Gerät, das das Leben vieler Menschen in Entwicklungsländern verbessern könnte: Der H2Pro reinigt zugleich verschmutztes Wasser und erzeugt Energie. Damit das auf Fotokatalyse beruhende Verfahren funktioniert, ist allein Sonnenlicht nötig. Durch die Aufspaltung von Wasser entsteht Wasserstoff, mit dem Strom erzeugt wird.

Michael Bohmeyer, 30, IT-Spezialist aus Berlin, ist ein Fan des „bedingungslosen Grundeinkommens“. Er will die Idee schon mal im Kleinen umsetzen. Deshalb sammelt Bohmeyer Geld und verschenkt es an zufällig ausgewählte Personen – ohne Gegenleistung. Mehr als 12.000 Menschen haben bisher über 70.000 Euro gespendet. Sechs ausgeloste Bewerber bekommen ein Jahr lang tausend Euro und können das Grundeinkommen testen.
mein-grundeinkommen.de