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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.15

Personalien – 3.15

Valentin Thurn, 51, prangert die Lebensmittelverschwendung nicht nur in seinen Dokumentationen an, sondern will sie auch bekämpfen. Deshalb gründete er den Verein Taste of Heimat und startete die gleichnamige Onlineplattform. Sie verrät Verbrauchern, wo sie regionale und saisonale Lebensmittel bekommen können und hilft Kleinbauern bei der Direktvermarktung. Thurns neue Doku „10 Milliarden“ über die Zukunft der Welternährung kommt Mitte April in die Kinos.
tasteofheimat.de

Esther Mujawayo-Keiner, 56, Trauma-Therapeutin, überlebte vor mehr als 20 Jahren den Genozid in Ruanda, bei dem ein Großteil ihrer Familie ermordet wurde. Um den vielen Opfern zu helfen, gründete sie die „Vereinigung der Witwen des Völkermords von 1994“. Seit vielen Jahren lebt sie in Deutschland und betreut traumatisierte Flüchtlinge. Für ihr Engagement bekam sie gerade den Bremer Solidaritätspreis.

Mohamed Nasheed, 47, bis 2012 erster frei gewählter Präsident der Malediven,
setzte sich gegen den für die Inselwelt bedrohlichen Klimawandel ein: Er tagte mit seinem Kabinett unter Wasser, ließ verschwenderische Wellness-Center in Hotels schließen und startete eine Solarinitiative. Nun wurde der Oppositionsführer zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er gegen Anti-Terror-Gesetze verstoßen haben soll. Amnesty International bezeichnet das Urteil als „Verhöhnung der Gerechtigkeit“.

Nidaa Badwan, 27 Jahre, wehrt sich mit Kunst gegen Unfreiheit
Ihre Welt misst zehn Quadratmeter. So winzig ist ihr selbst gewählter Zufluchtsort im Gazastreifen, in dem die Künstlerin seit November 2013 ausharrt. Nur zwei Mal hat sie das Zimmer in der ganzen Zeit verlassen, selbst während des Krieges zwischen Israel und der Hamas im Sommer vergangenen Jahres ist sie dort geblieben. Ihre Entscheidung zur Selbstisolation fiel, nachdem sie von Hamas-Kämpfern geschlagen wurde, weil sie nicht traditionell gekleidet war. Gewalt, Unterdrückung, Unfreiheit – die Welt draußen – hielt sie nicht mehr aus. „In Gaza zugleich eine Künstlerin und eine Frau zu sein, das ist eine Katastrophe“, sagt Nidaa Badwan. Zwei Monate verbrachte die 27-Jährige in Angst und Verzweiflung, dann fing sie an, sich selbst mit der Kamera zu porträtieren. Zwischen Matratze, Gaskocher und Klapptisch komponierte sie eindrucksvolle Bilder, die sie beim Schminken, beim Nähen oder Schreiben zeigen. In ihrer Wunschwelt kann sie sein, wer sie will. Die prächtigen Farbaufnahmen konterkarieren die feindliche Welt draußen, der sie nicht entfliehen kann, weil Israel alle Grenzübergänge absperrt. Ihre Bilder aber finden einen Weg heraus aus dem zweifachen Gefängnis: Im Internet verbreiten sie sich schnell. Unter dem Titel „Hundert Tage Einsamkeit“ werden 14 ihrer Selbstporträts derzeit im Westjordanland ausgestellt.
nidaabadwan.com