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Greenpeace Magazin Ausgabe 4.14

Personalien

Armin Mueller-Stahl, 83, protestiert gegen den Braunkohletagebau Welzow Süd II. In einem Brandbrief bezeichnet er das Abbaggern von Dörfern als „Akt kultureller Barbarei“. Mit der systematischen Verwüstung der Niederlausitz müsse endlich Schluss sein. Neben dem aus Tilsit stammenden Hollywood-Star haben diesen Appell 21 weitere prominente Künstler unterschrieben. Seit Jahren wehren sich die Bewohner des deutsch-sorbischen Örtchens Proschim gegen die Vertreibung. Nach den derzeitigen Planungen des Energiekonzerns Vattenfall soll das Dorf im Jahr 2027 weichen.
lausitzer-braunkohle.de

Maria Krautzberger, 60, übernimmt als erste Frau die Leitung des  Umweltbundesamtes. Die neue Präsidentin wurde vom Bundeskabinett ernannt. Als Staatssekretärin in Berlin machte sie sich für die erste deutsche Umweltzone und eine ökologische Verkehrspolitik stark. Die Verwaltungsexpertin folgt Jochen Flasbarth nach, der als Staatssekretär ins Bundesumweltministerium wechselte.
uba.de

Liang Kegang, 45, chinesischer Künstler, konnte während einer Dienstreise in der französischen Provence mal wieder richtig tief durchatmen. Die saubere Luft nahm er in einem Einmachglas mit nach Peking – dort herrscht seit langem Feinstaub-Alarm. Aus Protest gegen die gesundheitsgefährdende Luftverschmutzung versteigerte er dort das „leere“ Glas – und erzielte beachtliche 620 Euro.

Dafna Rothstein Landman, 17, und Roni Lax, 20, verweigern den Kriegsdienst in Israel
Wenn Dafna Rothstein Landman und Roni Lax demnächst ihr Abitur in der Tasche haben, müssen sie vielleicht direkt ins Gefängnis. Zusammen mit mehr als hundert anderen Schülern verweigern die beiden den Militärdienst. In einer Erklärung an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begründeten sie ihren Entschluss so: Ihr Protest richte sich gegen die Besatzung der palästinensischen Gebiete, wo „täglich Menschenrechte verletzt und Handlungen begangen werden, die vom  internationalen Recht als Kriegsverbrechen definiert sind“. Mit dieser Massenverweigerung setzen die jungen Israelis eine Tradition fort, die bis in die 70er-Jahre zurückreicht. Damals hatte eine Gruppe Schüler einen offenen Brief an Ministerpräsidentin Golda Meir geschrieben. Die daraus entstandene Bewegung nennt sich Schministim, was wörtlich übersetzt „Zwölftklässler“ heißt. Viele der Unterzeichner werden von der israelischen Gesellschaft als Vaterlandsverräter oder Drückeberger beschimpft, etliche werden monate- oder jahrelang eingesperrt, nicht selten sogar mehrmals. Roni und Dafna sind bereit, diese Konsequenzen zu tragen. „Ich gehe nicht zur Armee, auch wenn ich stattdessen in den Knast muss“, sagt Dafna. Mit ihrer Verweigerung will sie vor allem eine bislang tabuisierte  öffentliche Diskussion über den Militärdienst anstoßen, denn Gewalt werde den Konflikt nicht lösen.
connectionev.de/article1936