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Greenpeace Magazin Ausgabe 6.14

Personalien – 6.14

Elisabeth Ngari, 57, streitet für die Rechte von Flüchtlingsfrauen
„Ich will nicht, dass andere durchmachen müssen, was ich durchgemacht habe“, sagt Elisabeth Ngari. 1996 musste die alleinerziehende Mutter aus Kenia fliehen. Sieben Jahre lang lebte sie mit ihren beiden Töchtern in Sammelunterkünften in Brandenburg. Sie verstand kein Wort, kannte ihre Rechte nicht, litt unter der fehlenden Privatsphäre, erfuhr sexuelle Belästigungen und körperliche Gewalt. Längst hat sie die schlimmen Jahre hinter sich gelassen. Heute lebt Bethi, wie Freunde sie nennen, in Berlin. Eine Tochter studiert, die andere macht eine Ausbildung. Aber sie weiß, dass viele Frauen noch immer in der gleichen Situation sind wie sie damals. Dass sie Angst haben und total isoliert sind: „Flüchtlingsfrauen sind in doppelter Hinsicht Opfer von Diskriminierung: Sie werden als  Asylbewerberinnen durch rassistische Gesetze ausgegrenzt und von männlichen Heimbewohnern unterdrückt.“ Deshalb setzt sich Ngari seit 2002 mit ihrer Initiative „Women in Exile“ für die Rechte von weiblichen Flüchtlingen ein. „Vernetzt euch! Werdet laut!“, fordert sie ihre Leidensgenossinnen auf, wenn sie Heime besucht, Beschwerden dokumentiert und die Missstände öffentlich macht. Zuletzt tat sie das auf einer Tour mit dem Liedermacher Heinz Ratz (GPM 3.13). An Bord von zwei Flößen tourten Asyl-Aktivistinnen und Musiker als schwimmende Demonstration durchs Land. Auf dem Dach prangte ein Transparent mit der Hauptforderung der 57-Jährigen, die Mitte September mit dem „taz Panter Preis“ ausgezeichnet wurde: „Keine Lager für Frauen!“
women-in-exile.net, refugee-women-tour.net

Ob Saiyavath, 18, wollte nicht länger mit ansehen, wie Haie verstümmmelt und ihre Flossen als Delikatesse in alle Welt verkauft werden. Der Schüler aus Bangkok forderte die Fluggesellschaft Thai Airways in einer Online-Kampagne auf, wie viele andere keine Hai-Produkte mehr an Bord zu nehmen. In drei Tagen unterschrieben 1000 Menschen, kurz darauf verhängte die Airline ein offizielles Transportverbot.

Joachim Ackva, 49, Vermögensverwalter aus der Pfalz, lässt über staunende Passanten säckeweise Fünf- und Zehn-Euro-Scheine regnen. Er verschenke Geld, weil er hoffe, Menschen zum Nachdenken über eine gerechte Welt zu bringen, begründet er seine Aktion. Wenn jeder freiwillig ein Tausendstel seines Vermögens abgeben würde, ließen sich damit „globale Schandmale wie extreme Armut, Krieg und Umwelt zerstörung“ bekämpfen.
planetearthaccount.de

Alex Bellini, 36, italienischer Abenteurer, will sich ab Frühjahr 2015 ein Jahr lang allein auf einem Eisberg treiben lassen. So will er das Schmelzen des Eises dokumentieren und auf den Klimawandel aufmerksam machen. Bellini wird in einer Rettungskapsel wohnen, mit Muskelkraft Energie erzeugen und von 300 Kilogramm Trockennahrung leben. Zuvor war der Extremsportler schon allein über den Atlantik und den Pazifik gerudert.
alexbellini.com