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Greenpeace Magazin Ausgabe 3.05

Perverse Forschung an Babys

Die US-Umweltbehörde EPA hat nach Protesten demokratischer Politiker eine Studie abgebrochen, bei der Babys Pestiziden ausgesetzt werden sollten. Die umstrittene Untersuchung zielte darauf ab, die gesundheitlichen Auswirkungen der Chemikalien auf Kleinkinder zu erforschen. Ihre Initiatoren suchten mit Hilfe eines Flugblatts im Bundesstaat Florida nach Familien, die ein Baby haben und „zu Hause routinemäßig Insektensprays benutzen“, und boten interessierten Teilnehmern 970 Dollar, ein T-Shirt und einen Camcorder als Belohnung an. Bill Nelson, demokratischer Senator von Florida, warf den Wissenschaftlern vor, gezielt in ärmeren Vierteln Versuchspersonen anzuwerben – und damit Bedürftige zu motivieren, ihre Kinder gesundheitsschädlichen Stoffen auszusetzen. Demgegenüber behaupteten die Auftraggeber der Studie, man wolle nur die alltägliche Belastung messen, der die Kinder ohnehin ausgesetzt seien. Finanziert werden sollte die Studie zu drei Vierteln von der EPA, den Rest wollte das American Chemistry Council beisteuern, ein Lobbyverband der chemischen Industrie, dem auch Pestizidhersteller angehören.