Greenpeace Magazin Ausgabe 1.97

Pestizid-Profite

Der Markt für Agrarchemikalien wächst stetig – und dadurch der Schaden für Mensch und Natur.

Frohe Kunde für Pestizidproduzenten, schlechte Nachrichten für die Umwelt: Mehr als 45 Milliarden Mark haben Bauern 1995 weltweit für Agrarchemikalien ausgegeben. Zum zweiten Mal nacheinander ist der internationale Pestizidmarkt damit um fünf Prozent gewachsen. Am Rande des Welternährungsgipfels im November in Rom berichteten Wissenschaftler des „Internationalen Reisforschungsinstitutes“ (IRRI), daß rund 80 Prozent der im Reisanbau verwendeten Agrargifte zur falschen Zeit und gegen die falschen „Schädlinge“ eingesetzt werden. Mit Folgen vor allem für die Bauern: Die Weltgesundheitsorganisation WHO legte in Rom Zahlen vor, wonach jedes Jahr 200.000 Menschen an Pestiziden sterben und drei Millionen schwer vergiftet werden. Westliche Chemiekonzerne, so eine weitere IRRI-Studie, verkaufen vor allem in Asien weiterhin giftige Agro-Chemikalien, die in Europa und den USA längst verboten sind.