Greenpeace Magazin Ausgabe 5.14

Plantagen bedrohen Afrikas Affen

Die Palmölindustrie entdeckt Afrika. Auf dem Kontinent werden riesige Plantagen angelegt. Forscher der John Moores Universität in Liverpool befürchten deshalb, dass Schimpansen, Gorillas und Bonobos dasselbe Schicksal erleiden könnten wie ihre Verwandten in Indonesien und Malaysia. Dort hat die industrielle Produktion der ölhaltigen Früchte große Teile des Lebensraums der Orang-Utans zerstört. In einer Studie stellten die britischen Wissenschaftler fest, dass 40 Prozent ihrer nicht geschützten Lebensräume in potenziellen Palmölgebieten liegen. Dazu gehören vor allem Regionen in Sierra Leone, Liberia, Ghana, der Elfenbeinküste, Kamerun und Gabun.

Um die dort lebenden Menschenaffen zu schützen, sollten die Anbaugebiete außerhalb der ökologisch wertvollsten Gebiete liegen, fordern die Forscher. Außerdem warnen sie davor, für Plantagen Regenwälder zu roden, da sie viel Kohlenstoff speichern. Neue Palmölplantagen solle man auf Gras- oder Buschland anlegen. Seit Jahren steigt der Bedarf der Industrie an Palmöl, das in vielen Lebensmitteln, Kosmetikartikeln und Reinigungsmitteln enthalten ist. Die Weltproduktion liegt bei mehr als 50 Millionen Tonnen.