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Appell gegen
Plas­tik­müll

Ein Greenpeace Magazin Kalender rüttelt auf – Plädoyer für einen achtsamen Umgang mit unseren Ressourcen

Kinder spielen an einem mit Müll bedeckten Strand in Manila. (Foto: Daniel Müller/Greenpeace)
Kinder spielen an einem mit Müll bedeckten Strand in Manila. (Foto: Daniel Müller/Greenpeace)
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Appell gegen
Plas­tik­müll

Ein Greenpeace Magazin Kalender rüttelt auf – Plädoyer für einen achtsamen Umgang mit unseren Ressourcen

Kinder spielen an einem mit Müll bedeckten Strand in Manila. (Foto: Daniel Müller/Greenpeace)
Kinder spielen an einem mit Müll bedeckten Strand in Manila. (Foto: Daniel Müller/Greenpeace)

Früher bejubelt, heute oft verfemt: Plastik, das vielseitige Material der Moderne, hat seine Unschuld verloren. Mit dem Kalender 2019 „Willkommen im Plastozän“ macht das Greenpeace Magazin auf die verheerenden Folgen einer gedankenlosen Konsum- und Wegwerfkultur aufmerksam und ruft auf zu achtsamem Gebrauch.

„I WANT TO BE PLASTIC!“ – WIE ALLES BEGANN

Wirtschaftswunder, Fräuleinwunder, Wunder von Bern: Die Nachkriegsjahre sind reich an Superlativen und schenken den Deutschen neues Selbstbewusstsein – Modernität und Spaß statt Muff und Spieß lautet die Devise. Perlonstrümpfe, Nyltesthemden, Hula-Hoop-Reifen und Vinyl halten Einzug in den bundesdeutschen Haushalt, wie von Zauberhand vereinfacht sich der eben noch schwerfällige Alltag, wird smart, bunt und bequem. Die neue Leichtigkeit ist ein billiges Gemisch aus Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff und Sauerstoff, angereichert mit Lösungsmitteln, Druck und Hitze. Plastik! Ein fantastischer Stoff, beliebig modulierbar, Projektionsfläche für Sehnsüchte aller Art. „I love plastic“, verkündet Pop-Art-Ikone und Oberflächen-Fetischist Andy Warhol euphorisch und lässt die Welt wissen: „I want to be plastic!“

Greenpeace-Aktivisten und Taucher der niederländischen Organisation Ghost Fishing bergen vor Sylt verlorene Fischernetze. (Foto: Bente Stachowske/Greenpeace)
Greenpeace-Aktivisten und Taucher der niederländischen Organisation Ghost Fishing bergen vor Sylt verlorene Fischernetze. (Foto: Bente Stachowske/Greenpeace)
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SIND WIR NICHT ALLE EIN BISSCHEN PLASTIK?

Plastik ist sexy wie Barbie und Ken, weltweit überaus beliebt. Immer neue Erfindungen begeistern die Massen, wie Designklassiker von Panton und Ikea, medizinische Prothesen und Playmobil, Wegwerfbecher und Baustoffe. Die Faszination des Materials besteht anfangs darin, es schnell herstellen, verbrauchen und wieder loswerden zu können. Welch ein Irrtum! Vormals der letzte Schrei, steht Plastik heute für Berge von Müll, unter denen die Erde zu ersticken droht. Längst ist der Mensch Teil des Monsters, das er schuf. Wissenschaftler von der Heriot-Watt University in Edinburgh errechneten, dass eine durchschnittliche Person jedes Jahr beim Essen bis zu 68.415 winzige Plastikfasern zu sich nimmt. Plastik ist keine extravagante Möglichkeit mehr wie in Warhols Swinging Sixties. Ob wir wollen oder nicht: Wir sind (auch) Plastik.

Ein Fund auf der Vogelschutzinsel Nigehörn: In den Schnüren können sich die Tiere verheddern. (Foto: Maria Feck/Greenpeace)
Ein Fund auf der Vogelschutzinsel Nigehörn: In den Schnüren können sich die Tiere verheddern. (Foto: Maria Feck/Greenpeace)
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EINE FOLGENREICHE VERBINDUNG

Heute schon Austern geschlürft, Honig genascht, ein erfrischendes Kaltgetränk genossen oder einfach nur tief eingeatmet? Dann sind Sie eine möglicherweise folgenreiche Verbindung eingegangen. Ist das Mikroplastik erst einmal in unseren Organismus gelangt, bleibt es uns oft treu. Und immer öfter kommt es nicht allein: Plastik funktioniert auch wie ein Trojaner, das echte Problem kommt durch die Hintertür. Die mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikel, die etwa im Meer zerfallen, nehmen Schadstoffe wie Dioxine oder polychlorierte Biphenyle auf – und laden diese über die Nahrungskette
in unserem Organismus ab. Ungebetene Gastgeschenke sozusagen,
aber jetzt sind sie nun mal da. Und bisher weiß ja auch niemand, was das für unsere Gesundheit wirklich bedeutet. Augen zu und durch, also?

Kraftakt: Sechs Personen braucht es, um die mit Müll beladenen Säcke auf Scharhörn zu ziehen. (Foto: Maria Feck/Greenpeace)
Kraftakt: Sechs Personen braucht es, um die mit Müll beladenen Säcke auf Scharhörn zu ziehen. (Foto: Maria Feck/Greenpeace)
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WILLKOMMEN IM PLASTOZÄN

Tatsächlich dürfte es uns immer schwerer fallen, den Blick abzuwenden. Denn wohin wir auch gehen, es ist immer schon da. Einstige Traumstrände und unberührte Badebuchten sind zu Plastik-Müllkippen mutiert. Und was man so an den Ufern von Scharhörn bis Manila (siehe Fotos) nicht alles findet: Kippen, Kanister, Kaffeekapseln, Kontaktlinsen, Kosmetikartikel, Windeln, Flaschen ... An den Stränden der Welt türmen sich meterhohe Kunststoffberge auf. Und
so wird der Urlaub vom Plastik immer öfter zum Plastikurlaub und das Zeitalter des unendlichen Konsums zum Plastozän. Die Plastikflasche etwa braucht geschätzt bis zu 450 Jahre, um sich im Salzwasser zu zersetzen – und dann auch nur in Kleinstteile. 2050, so schätzen Fachleute, könnte es im Meer mehr Plastik als Fische geben.

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EINE WELT AUS PLASTIK? – WIR HABEN ES IN DER HAND

Plastik? Fantastik! Als hygienisches und formbares Leichtgewicht ist das Material ein Glücksfall und verbessert die Lebensqualität von Millionen Menschen. Verheerend wird Plastik erst durch eine gedankenlose Konsum- und Wegwerfkultur. Das können wir alle ändern.

Text: Karin Midwer

 

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Kalender 2019 „Willkommen im Plastozän“

Fotos: Ansgar Pudenz
Gestaltung: Christine Köhler
Format: 42 x 59,4 x 0,5 cm, 14-tägig, 28 Motive
Papier: 100% Recycling
ISBN: 978-3-944222-10-3
Art.-Nr.: 6035
29,50 Euro