Guten Abend,

Tauwetter – was in der Politik als Bezeichnung für eine Wende zum Positiven dient, ist für die Arktis alles andere als erfreulich. Sie erwärmt sich schneller als jede andere Region der Erde. Die Auswirkungen spüren nicht nur Menschen und Tiere vor Ort, und zwar schon jetzt, sondern früher oder später wir alle. Grund genug für das Greenpeace Magazin, den Schwerpunkt der neuen Ausgabe diesem faszinierenden und bedrohten, schönen und unwirtlichen Teil der Erde zu widmen.

Zahlreiche Expeditionen sind dort unterwegs, um die Veränderungen am Polarkreis zu dokumentieren und dessen zentrale Bedeutung für den Klimawandel noch besser zu erforschen. Darunter auch das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“, das nahe dem Nordpol im Packeis treibt. Mein Kollege Wolfgang Hassenstein sprach mit Expeditionsleiter Markus Rex über das Arbeiten im „Epizentrum“ des Klimawandels. Tim Kalvelage hat die Crew der „Maria S. Merian“ begleitet, die Meeresströmungen misst und deren Einfluss auf unser Klima untersucht. Und die Paläoklimatologin Gina Moseley erzählt von Expeditionen in eisige Tropfsteinhöhlen im Norden Grönlands, die Informationen über Hunderttausende Jahre Klimageschichte bergen.

Der klimatische Umschwung in der Arktis zieht nicht nur Wissenschaftler an: Bodenschätze und neue Seewege wecken Wirtschaftsinteressen. Wir geben Ihnen einen Überblick, wo bekannte und vermutete Erdöl- und Erdgasvorkommen locken und wo neue Schifffahrtsrouten bereits befahrbar sind oder es bald sein dürften. Unser Logbuch zeichnet anhand der Chronik des Jahres 2019 nach, wie schnell sich die Veränderungen vollziehen. Gerade erst vor ein paar Tagen war Igor Setschin, Chef des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft, bei Präsident Wladimir Putin im Kreml und sprach mit ihm über die Pläne für das etwa 144 Milliarden Euro schwere Wostok-Projekt: 100.000 neue Arbeitsplätze, 15 Industriestädte, zwei Flughäfen, ein Seehafen und 800 Kilometer Pipelines sollen entstehen.

Nicht nur Staaten und Konzerne melden Ansprüche auf den hohen Norden an: Auch die Tierwelt gemäßigter Breiten ist auf dem Vormarsch und macht arktischen Artgenossen Konkurrenz, wie Benjamin von Brackel berichtet. Biber, Elche und Schneehasen stoßen polwärts vor, der Rotfuchs vertreibt den Polarfuchs und der Kabeljau den Polardorsch, den Schwarzen Heilbutt und den Tiefenrotbarsch. Die arktische Nahrungskette wandelt sich dramatisch, Eisalgen und Ruderfußkrebse sind ebenso betroffen wie Robben und Eisbären.

Weichen müssen dem Klimawandel auch Menschen: In Alaska verlieren die 380 Bewohner des Dorfes Newtok wegen des tauenden Permafrosts im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen. Ihre Umsiedlung in ein neues Dorf hat begonnen. Sie sind die Ersten, weitere Gemeinden werden folgen. 

Außerdem in der neuen Ausgabe: In Folge zwei unserer Serie zum Thema Mindesthaltbarkeit enthüllen wir, welche Lebensmittel unseres Tests immer noch genießbar sind und wie Hersteller die Haltbarkeit ihrer Produkte verlängern. Sie erfahren, wie Neuseeland auf einer einsamen Insel alles daransetzt, den Kākāpō, einen flugunfähigen Papagei, vor dem Aussterben zu bewahren – mit beachtlichem Erfolg. Und die Fotografin Jordis Schlösser dokumentiert die Absurdität der deutschen Kohlepolitik am Beispiel der sieben Ortschaften, die dem rheinischen Braunkohletagebau noch weichen sollen. Dem Heft liegen übrigens aus gegebenem Anlass 23 „Grüne Karten für das Klima“ bei, als praktische und freundliche Argumentationshilfe für die Debatte mit Menschen, die den Klimawandel immer noch leugnen.

Das und mehr bietet das neue Greenpeace Magazin, ab sofort am Kiosk, in unserem Warenhaus oder im Abo. Sie können die Ausgabe auch in unserer digitalen Version lesen: mit allen Inhalten der Print-Ausgabe, optimiert für Tablet und Smartphone. Hier gelangen Sie zum Inhaltsverzeichnis. Wir wünschen Ihnen viel Inspiration beim Schmökern, Schauen und Teilen!

Polarfieber – Die Arktis taut rasant

Kerstin Eitner
Redakteurin

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