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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Reicht der in Deutschland erzeugte Biohonig für den hiesigen Konsum?

Text: Katja Morgenthaler

fragt Dagmar Wiegel aus Bremen

Nein. In Deutschland gibt es nicht einmal genügend konventionellen Honig. Laut Deutschem Imkerbund liegt die Ausbeute der insgesamt 800.000 Bienenvölker bei höchstens 25.000 Tonnen im Jahr. Das deckt nur ein Fünftel des Bedarfs. Biobienen zählt der Verband leider nicht extra. Nach Schätzung der Agrarmarkt Informationsgesellschaft AMI werden aber 56.000 der Völker ökologisch gehalten. Damit hätte die Biovariante einen Anteil von rund sieben Prozent am ohnehin raren heimischen Honig. Entsprechend schwierig kann es sein, Biohonig aus Deutschland zu finden. Doch das flüssige Gold entspricht hierzulande immer hohen Standards. Unterschiede bestehen in der Tierhaltung – am bienenfreundlichsten ist Demeter –, doch ein wichtiges Merkmal von Bioqualität kann kein Imker garantieren: dass seine Bienen nur pestizidfreie Blüten besuchen. Daher raten Experten: Im Zweifel lieber Honig beim Imker nebenan kaufen als Biohonig vom anderen Ende der Welt. Wir können zwar Honig importieren, aber keine Bestäubung.