Greenpeace Magazin Ausgabe 2.99

Schlupflöcher, durch die auch Wale passen

Die Behörden leugnen es bis heute, doch „genetische Fingerabdrücke“ haben nun zweifelsfrei belegt, daß von Sapporo bis Tokio Fleisch bedrohter Walarten landet. Den Harvard-Genetikern Frank Cipriano und Stephen Palumbi, die Proben aus Osaka untersucht hatten, gelang es sogar, Fleisch eines ganz bestimmten Wals zu identifizieren. „Nr. 26“, eine seltene Kreuzung aus einem Finnwal-Männchen und einem Blauwal-Weibchen, war schon 1989 vor Island getötet worden – im Rahmen „wissenschaftlichen Walfangs“. Unter diesem Deckmantel töten Japan und Norwegen bis heute jährlich bis zu tausend Wale, die nach den Regeln des internationalen Walfangmoratoriums nur im jeweiligen Fangland gehandelt werden sollen. Schon 1998 hatten neuseeländische Wissenschaftler berichtet, sie hätten Walfleisch aus dem Ausland auf dem japanischen Markt gefunden. Japan wies dies zurück. Die Harvard-Forscher nutzten aber neueste Analysemethoden. „Theoretisch war zwar alles legal“, sagt Cipriano, „es verstößt aber gegen den Geist der Schutzabkommen.“ Ein klassisches Schlupfloch.