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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Sind alternative Süßungsmittel wie Honig, Zuckerrübensirup, Rohrohrzucker, Ahornsirup, Agavendicksaft, Stevia und Xylit gesünder als industriell hergestellter weißer Haushaltszucker?

Text: Maike Ehrlichmann, Ernährungsberaterin

fragt Mirko Neujahr aus Halle/Saale

Bei allen Alternativen bis auf Xylit und Stevia entspricht die Blutzuckerwirkung der von weißem Haushaltszucker. Sie können im Übermaß konsumiert also ebenfalls Diabetes provozieren. Auch die Karieswirkung ist ungefähr gleich. Dennoch gibt es Unterschiede: Die Leute essen nicht so viel von diesen Zuckerarten, weil sie diese meist selbst verwenden und die Menge im Blick haben. Das ist etwas anderes als der in Fertigprodukten versteckte Zucker. Ein weiterer Vorteil der Alternativen ist, dass sie eine ganz andere Süße haben. Viele Menschen lieben Ahornsirup und Co. wegen der intensiven Karamellnote, sie sorgt für geschmackliche Zufriedenheit, eine Art sinnesspezifische Sättigung. Auch deshalb verwendet man davon weniger. Meist gilt: Je dunkler der Zucker, desto stärker der Geschmack. Der dritte Punkt: All diese Produkte enthalten einen kleinen Anteil gesunder Mineralstoffe und Spurenelemente, Zucker nicht. Der ist raffiniert: Außer der reinen Süße, der Saccharose, wird der Zuckerrübe alles entzogen.

Mit Xylit und Stevia ist es anders. Es handelt sich um sogenannte Zuckerersatzstoffe. Xylit wird aus Harthölzern gewonnen und auch „Birkenzucker“ genannt. Es enthält etwa 40 Prozent weniger Kalorien als Zucker, hat einen ähnlichen Geschmack und fast die gleiche Süßkraft. Dadurch spart man Kalorien. Außerdem schützt Xylit sogar vor Karies. Auf der Zunge hat es einen kühlenden Effekt. Deshalb wird es oft in Kaugummi oder Zahnpasta eingesetzt. Stevia enthält keine Energie und hat daher auch keine Wirkung auf den Blutzucker. Es wird aus dem südamerikanischen Stevia-Kraut gewonnen. Gesundheitsgefährdend ist es nach derzeitigem Wissen nicht. Man sollte aber bedenken, dass Stevia selten allein, sondern oft zusammen mit normalem Zucker eingesetzt wird. Es schmeckt nach Lakritz, was störend sein kann, und verschafft meist nicht den erwünschten Süßekick. Ich empfehle, lieber herkömmliche Süßmittel wie Sirup zu verwenden.