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Greenpeace Magazin Ausgabe 2.17

So werden Sie zum Schmetterlingskenner – und Ihr Garten zum Kleinod des Naturschutzes

Buchtipps: Was kann ich über Falter lernen?
In diesem handlichen Buch sind sämtliche nicht-alpinen heimischen Tagfalter lebensgroß abgebildet – darum wird es von Schmetterlingsexperten für die Bestimmung im Feld empfohlen.
Josef Settele und andere: Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands. Ulmer Verlag 2015, 256 Seiten, 16,90 Euro

Aus welcher Raupe wird welcher Schmetterling? Warum sitzen an einer Pflanze immer die gleichen Raupen? Und wann flattert wer durch meinen Garten? Mit diesem umfangreichen Tierführer tauchen Sie ein in die Welt der heimischen Schmetterlinge.
Heiko Bellmann: Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Kosmos Verlag 2016, 448 Seiten, 29,99 Euro

Das Schmetterlingsporträt in der außergewöhnlich schönen Reihe „Naturkunden“ erzählt dem Leser mehr als nur naturwissenschaftliche Details über die Falter. Der essayhafte Text widmet sich der Wirkung der zarten Luftwesen auf die Menschen von der Antike bis heute.
Andrea Grill, Judith Schalansky (Hg.): Schmetterlinge. Ein Portrait. Matthes und Seitz 2016, 159 Seiten, 18 Euro

Aktionstipp: Wie kann ich zur Schmetterlingsforschung beitragen?
Augen auf für die Vielfalt – die umfassendsten Zahlen zur aktuellen Bestandssituation der Insekten liefert das Projekt „Tagfalter-Monitoring Deutschland“, das vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung koordiniert wird. Jahr für Jahr erfassen Freiwillige bei wöchentlichen Begehungen festgelegter Strecken alle tagaktiven Falter. Ihre Zählungen geben Aufschluss darüber, wie es welcher Art geht. Jeder, der sich für die Schmetterlinge einsetzen möchte, kann mitmachen – die Falter werden es Ihnen danken.
tagfalter-monitoring.de

Gartentipps: Wie schaffe ich ein Falterparadies?

Schmaus für Schmetterlinge
Wenn das kulinarische Angebot stimmt, lassen die Gäste nicht lange auf sich warten: Statt Einheitsrasen und exotischer Gewächse tun Sie gut daran, in Ihrem Garten heimische Blumen, Gräser, Sträucher und Bäume wachsen zu lassen. Zwischen dem zeitigen Frühjahr und dem späten Herbst sind Schmetterlinge auf Nahrungssuche und für jeden einladenden Garten dankbar. Heimische Blumenmischungen, duftende Kräuterbeete oder ausgewählte Staudenrabatten locken die Tiere an und machen Ihren Garten oder Balkon zu einem lebendigen Teil der Natur. Bei Mensch und Tier gleichermaßen beliebt sind zum Beispiel Thymian, Lavendel, Natternkopf, Schneeheide, Horn- oder Rotklee. Wenn Sie nicht auf exotische Gewächse wie den unter Bestäubern beliebten Sommerflieder verzichten möchten, pflanzen Sie am besten nur solche mit nicht geschlossenen Blüten an – so gelangen die Insekten leichter an den Nektar.

Refugium für Raupen
Schmetterlinge laben sich an unterschiedlichen Nektarquellen – doch als Raupen sind die Tiere in Bezug auf ihre Futterpflanzen oft wählerisch: Der Schwalbenschwanz bevorzugt wilde Möhren, Petersilie und Dill als Kinderstube, die Raupen des Malven-Dickkopffalters leben am liebsten auf Stockrosen oder Moschusmalven, Kohlweißlinge ziehen den namensgebenden Kohl allen anderen Pflanzen vor. Wenn Sie nur einer bestimmten Art den Hof machen wollen, dann informieren Sie sich über deren spezielle Vorliebe. Eine Brennnesselecke in Ihrem Garten erhöht dagegen die Chancen, dass gleich mehrere Arten vorbeikommen: Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral und Landkärtchen legen ihre Eier bevorzugt auf die viel geschmähte Pflanze, später tun sich deren Raupen daran gütlich. Ein bisschen Wildwuchs, in dem sich die Insekten verstecken und verpuppen können, sollte in einem Schmetterlingsgarten nie fehlen.