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Greenpeace Magazin Ausgabe 5.16

Spaghetti von Demeter kosten 2,49 Euro, die im Discounter 49 Cent. Ist die Öko-Produktion wirklich fünfmal so teuer?

Text: Matthias Lambrecht

fragt Jonas Bartsch aus Freiburg

Man könnte auch fragen: Warum ist der Discounter so billig? Leider haben wir von den großen Supermarktketten darauf nur sehr allgemein gehaltene Antworten bekommen. Offen und transparent zeigte sich dagegen der Demeter-Großhändler Naturata. Vielleicht, weil der Lieferant von Bio-Fachgeschäften nicht verbergen muss, dass andere zahlen, wenn der Preis bis zum Anschlag gedrückt wird. Etwa für den Verlust an Biodiversität, Grundwasserverseuchung und Bodenerosion. Demeter-Landwirte verzichten auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide, bewirtschaften ihre Äcker in Misch- statt Monokulturen und lassen Raum für Blühstreifen am Feldrand. Doch dieser ökologische Gewinn hat seinen Preis: Der kann für Demeter-Getreide gut dreimal so hoch ausfallen wie der Marktpreis für konventionelle Ware. Die Rohstoff- und Verarbeitungskosten machen bei den Naturata-Spaghetti 38 Prozent des empfohlenen Verkaufspreises aus. Auf Vermarktung und den möglichst ressourcenschonenden Vertrieb entfallen weitere zehn Prozent. Und die kleinteilige Struktur im Biofachhandel kann nur mit einer Handelsmarge von 45 Prozent existieren. Discounter mit eigenen Logistikzentren sparen gut ein Viertel dieser Kosten ein.