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Rachel Kyte: „Hinter verschlossenen Türen wird Klartext geredet!"

Rachel Kyte: „Hinter verschlossenen Türen wird Klartext geredet!"

Rachel Kyte reist als UN-Sonderbeauftragte für nachhaltige Energie zum Weltwirtschaftsforum in Davos. Im Interview erzählt sie dem Greenpeace Magazin, wie sie bei dem Treffen der Eliten mitmischen will.

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Dienstag, 23. Januar 2018

Daily Navigator: Glyphosat ohne Ende, Plastik auf Mallorca und frischer Fisch

nachreichen wollen wir noch einige Betrachtungen zum Amtsjubiläum von Donald Trump: Abgesehen vom ständigen Theater im Weißen Haus hat der neue US-Präsident tatsächlich bereits vieles zum Nachteil verändert. Mehr gibt’s in diesem Gastbeitrag beim Tagesspiegel, beispielsweise im Detail zu Deregulierung, Privatisierung und Machtkonzentration. Und bei uns haben wir einen Überblick zur Umweltpolitik und den damit verbundenen Gefahren.

Darüber hinaus geht es heute im Navigator um den weiter andauernden Streit zu Glyphosat, den wachsenden Ölteppich vor der Küste Chinas und um geplante neue auf Mallorca.

Wir diskutieren jetzt intern, wann wir den letzten Sangria hinter uns gebracht haben und sind morgen zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Agrarminister bekräftigt Glyphosat-Ausstieg

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Der Streit um ein Aus für das Pflanzengift Glyphosat nimmt kein Ende. Am Rande der Grünen Woche sagte Agrarminister Christian Schmidt in einem zehnminütigen Interview mit dem Deutschlandfunk, dass er grundsätzlich für einen Ausstieg sei und dass während seiner Amtszeit der Einsatz von Glyphosat ohnehin um ein Drittel zurückgegangen sei. Bei Spiegel Online erläutert Bernhard Url von der Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA in einem Interview die Debatte um das Pflanzengift und warum es aus seiner Sicht sicher ist. 

Interviews mit Detailinfos, 10 und 4 Minuten Hörzeit
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Ölteppich nach Tankerunglück immer größer

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Nach dem Untergang des iranischen Tankers „Sanchi“ vor der Ostküste Chinas wird dort die Umweltkatastrophe immer schlimmer: Das ausgelaufene Öl erstreckt sich inzwischen auf eine Wasserfläche von rund 330 Quadratkilometern, was laut Zeit Online in etwa dem Stadtgebiet Dresdens entspricht. Das Schiff liegt weiter in rund 115 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund. Es hatte etwa 113.000 Tonnen Ölkondensat an Bord, das für Meereslebewesen hochgiftig und nur schwer vom Wasser zu trennen ist.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Mallorca will Einweg-Artikel verbieten

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Die rot-grüne Regierung der Balearen geht auf den beliebten Ferieninseln rund um Mallorca stärker gegen Plastik- und Aluminiummüll vor. Sie hat ein neues Abfallgesetz vorgestellt, wonach von 2020 viele Wegwerfartikel verboten sind, darunter Plastikgeschirr und -besteck, Strohhalme, Trinkbecher, Einwegrasierer und Kaffeekapseln. Mehr Details hat die taz.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Österreich klagt gegen Ungarn

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Österreich will gegen den Ausbau des Atomkraftwerks Paks im Zentrum Ungarns Klage einreichen. Konkret richtet sich die Beschwerde gegen eine von der EU-Kommission bewilligte Förderung. Diese sei nur möglich, wenn sie einem „gemeinsamen Interesse” dient –und bei Atomkraft sei das nicht gegeben, erläutert Vienna.at das angekündigte Verfahren.

Bericht, 5 Minuten Lesezeit
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TV-Bericht: Marktstände schummeln bei Fisch

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Ein Test des NDR-TV-Magazins Markt hat gezeigt, dass Marktstände häufig bei der Herkunft von Fisch schummeln. Mehrere als Wildfisch aus dem Meer gekennzeichnete Tiere seien in Wirklichkeit Zuchtfische gewesen, heißt es in dem Bericht, in dem die Kollegen auch viele Merkmale frischen Fisches erläutern.

Überblick, 2 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Experte lobt Diesel

Wieder meldet sich ein wichtiger Wissenschaftsvertreter und bricht eine Lanze für den Diesel. Der Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie findet den neuesten Technologiestand „eindrücklich“.

Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk führt Thomas Koch aus, dass das Problem zu hoher Stickstoffemissionen technisch bereits völlig gelöst sei. Wären alle Fahrzeuge auf dem neuesten Stand, läge man bei weniger als zehn Prozent des Grenzwerts. 

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Nachrichten

Ein Jahr Trump
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18.Jan 2018

Trumps Um­welt­po­li­tik: „Das ist kein Witz, sondern wirklich gefährlich!“

Trumps Umweltpolitik: „Das ist kein Witz, sondern wirklich gefährlich!“
Nur ein Jahr im Amt und schon hat US-Präsident Trump fast alle umweltpolitischen Bemühungen seines Vorgängers zu Fall gebracht. Schwer war das nicht, Obama hatte es ihm leicht gemacht 
plastikmüll
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15.Jan 2018

Deutsche Recycling-Wirtschaft profitiert von Chinas Müllimport-Verbot

Deutsche Recycling-Wirtschaft profitiert von Chinas Müllimport-Verbot
Die Entscheidung löste zunächst Panik in Deutschland aus: Wo sollen die rund 800.000 Tonnen Kunststoffabfall hin, die jedes Jahr ins Reich der Mitte verschifft werden? Dabei ist es besser, den Müll als Rohstoff zu betrachten und ihn nicht zu exportieren. Das ist ökologisch sinnvoll und stärkt die Kreislaufindustrie – wenn der Gesetzgeber mitspielt.   
Grüne Woche
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17.Jan 2018

Glau­bens­krieg überwinden: Bio-Landwirte treffen auf kon­ven­tio­nel­le Bauern

Glaubenskrieg überwinden: Bio-Landwirte treffen auf konventionelle Bauern
Auf der weltweit größten Agrar-Messe „Grüne Woche“ spricht die Branche über Zukunftsstrategien. Konventionelle und biologische Landwirtschaft haben seit jeher sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Lebensmittel produziert werden sollten. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert eine Annäherung.
Sondierungsgespräche 2018
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12.Jan 2018

Son­die­rungs­er­geb­nis: „Bei den Um­welt­the­men ist viel auf der Strecke geblieben“

Sondierungsergebnis: „Bei den Umweltthemen ist viel auf der Strecke geblieben“
SPD und Unionsparteien bekennen sich zwar weiterhin zu den Klimazielen, wie sie diese aber erreichen wollen, bleibt unklar. Auch sonst dominieren Absichtserklärungen das Ergebnispapier der Sondierungen, reale Lösungsvorschläge fehlen. 
Design
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18.Dez 2017

Ethischer Konsum: „Käufer und Hersteller achten mehr auf Nach­hal­tig­keit“

Ethischer Konsum: „Käufer und Hersteller achten mehr auf Nachhaltigkeit“
Es soll nicht nur gut aussehen, es soll auch gut gemacht sein – ohne Kinderarbeit und umweltschonend. Das fordern immer mehr Käufer von Lebensmitteln, Möbeln und Mode. Wie nachhaltiges Design entsteht und was seine Erfolgsgeschichte mit dem 11. September 2001 zu tun hat, erzählt Karin-Simone Fuhs, Direktorin der Ecosign-Akademie in Köln.

Es soll nicht nur gut aussehen, es soll auch gut gemacht sein – ohne Kinderarbeit und umweltschonend. Das fordern immer mehr Käufer von Lebensmitteln, Möbeln und Mode. Wie nachhaltiges Design entsteht und was seine Erfolgsgeschichte mit dem 11. September 2001 zu tun hat, erzählt Karin-Simone Fuhs, Direktorin der Ecosign-Akademie in Köln.

Frau Fuhs, was macht für Sie ein gelungenes nachhaltiges Design aus?

Das beste Beispiel dafür ist der Kaffeehausstuhl von Thonet, ein Klassiker aus dem Jahr 1859. Er ist komplett aus Holz hergestellt. Das Revolutionäre damals war, dass die Firma ein neues Verfahren entwickelt hat, mit dem sie das Holz biegen konnte. Auch anderthalb Jahrhunderte nach seiner Entwicklung sind die Stühle ressourceneffizient, überzeugen mit einer langwährenden Ästhetik und lassen sich platzsparend und in Einzelteilen zerlegt verschicken.

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Aus Holz und schon vor über 100 Jahren in Einzelteile zerlegbar: So sieht der Design-Klassiker von Thonet aus. Foto: Ecosign

Lassen sich aus den Charakteristika dieses Stuhls allgemeingültige Regeln ableiten?

Ein langlebiges Design, das eben nicht morgen schon wieder out ist, ist wichtig. Außerdem sollte sich das Produkt reparieren lassen und Einzelteile sollten ausgetauscht werden können. Ich habe zum Beispiel ein Fairphone. Das ist mir schon einige Male runterfallen, aber ich konnte es immer wieder herstellen lassen.  

Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Welche Gründe hat das?

Als ich die Akademie 1994 eröffnet habe, war die faire Herstellung von Produkten kein großes Thema. Die meisten Unternehmen haben sich nicht um die Natur geschert, allein der Profit und ein neuer Porsche waren wichtig. Dann kamen die Attentate auf das World Trade Center 2001. Von da an hat sich in der Mentalität und im Konsumverhalten vieler Menschen etwas geändert. Viele dachten mehr darüber nach, wie sie arbeiten und leben wollen. Schlimm, dass es so ein schreckliches Ereignis brauchte, um die Leute wachzurütteln. Aber auch durch die Finanzkrise 2008 haben Unternehmen gemerkt, dass sie nicht so weiterarbeiten konnten wie vorher. Verbraucher forderten immer stärker nachhaltige und ethisch vertretbare Produkte. Und plötzlich wurde auch ich nicht mehr als Öko abgestempelt, wenn ich über Nachhaltigkeit sprach.             

FuhsKarin-Simone Fuhs hat die Akademie für Gestaltung in Köln mit dem Namen Ecosign bereits vor über 20 Jahren gegründet. Foto: Ecosign

Wie kam es dazu, dass Sie sich schon damit auseinandergesetzt haben, als sich noch niemand für nachhaltige Produkte interessierte?

Ich bin in Ägypten aufgewachsen und habe dort viele Missstände mit eigenen Augen gesehen. Kinder, die mit Chemikalien arbeiten mussten und davon offene Füße hatten. Kinder, die nicht zur Schule gehen konnten. Das wollte ich mit meinem Konsum nicht unterstützen. Doch als ich später Design studiert habe, waren faire Arbeitsbedingungen und nachhaltig hergestellte Produkte kein Thema. Alle haben mit den Augen gerollt, wenn ich darüber geredet habe. Für mich lassen sich Design und Nachhaltigkeit aber überhaupt nicht trennen. Deshalb wollte ich eine eigene Akademie gründen. Die Banken haben mich zuerst ausgelacht und wollten mir kein Geld geben. Weil ich jung und eine Frau war und dann auch noch so eine Nischenidee hatte. Schließlich habe ich doch noch 200.000 DM Kredit bewilligt bekommen. Mittlerweile bilde ich aktuell über 200 Studenten aus. Und ich habe das Gefühl, dass Kunden und Hersteller immer mehr auf Nachhaltigkeit achten. Das ist eine gute Entwicklung – für die Absolventen der Akademie, aber vor allem für Mensch und Natur.   

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Diese Kaffeetasse einer Absolventin soll den Wegwerfmüll von Kaffee-To-Go-Bechern verringern. Foto: Ecosign

In welchen Bereichen steckt das größte Potential für eine nachhaltige Entwicklung?

Die größten ökologischen Sünden passieren im Bauwesen und in der Mobilität. Es ist wichtig, dass wir uns überlegen, wie wir heizen und wie wir uns fortbewegen wollen. Jeder muss bei sich selbst anfangen und sein eigenes Leben durchleuchten. Beim Konsum ist das besonders einfach: Sollte ich wirklich das günstigste Steak aus dem Supermarkt oder nicht doch eher weniger Fleisch essen und es dafür vom Biohof kaufen? Brauche ich die Hose aus der neuen Kollektion wirklich?

Was hemmt uns konsequent nachhaltige Produkte zu kaufen?

Niemand will anderen Leuten durch seinen eigenen Konsum Leid antun. Und trotzdem tun wir es, jeden Tag. Gewohnheiten sind sehr hartnäckig. Weil viele Menschen sich nicht die Zeit nehmen, sich mit ihrem Konsum auseinanderzusetzen und dann eben Produkte kaufen, die von Kindern oder unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt wurden. Um das zu verhindern, muss es noch attraktiver werden, nachhaltige Produkte zu kaufen. Bioläden müssen ihr muffiges und altbackenes Image endlich komplett abschütteln. Das Einkaufen dort muss Spaß machen.

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Der Pfandring ist eines der bekanntesten Produkte aus der Designakademie. Foto: Ecosign

Und man muss es sich leisten können.

Bei Nahrungsmitteln stimmt das, da gebe ich ihnen recht. Es ist aber eine Illusion, dass nachhaltige Produkte teurer sind. Mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren ist günstiger als das Auto zu nehmen. Nachhaltig hergestellte Kleidung hält viel länger als billig produzierte Klamotten. Das rentiert sich auf lange Sicht. Weniger und sinnvoller konsumieren ist nachhaltig, und das kann sich jeder leisten! Einer unserer Studenten hat die Initiative „Trinken statt Tragen“ entwickelt – um das Wasser aus dem Hahn attraktiver zu machen. Auch das Trinken aus der Leitung ist günstiger als im Supermarkt Wasser in Flaschen zu kaufen.  

Was können Unternehmen tun? 

Damit das Wort Nachhaltigkeit in Unternehmen nicht nur als grüne Dekoration eingesetzt wird, müssen Designer diesen Punkt schon in ganz frühen Phasen der Produktentwicklung mitdenken, denn hier entscheidet sich der größte Teil der Auswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung. Gutes Aussehen und eine faire Herstellung müssen Hand in Hand gehen. Es ist anspruchsvoll, eine Wertschöpfungskette schon in der Entwurfsphase als Ganzes in den Blick zu nehmen. Das lernen die Studierenden an unserer Schule. Doch diese Denkweise in Unternehmen einzubringen ist nicht einfach, denn alle dort sind an die alten Strukturen und Abläufe gewöhnt. Und Innovation erfordert Mut. Diesen Mut und frischen Wind können nachhaltige Designer in Unternehmen einbringen. 

hg

Alle 14 Tage lädt die Ecosign-Academie in Köln zu Aufnahmegesprächen ein. Die Bewerber können zwischen einem staatlich anerkannten Bachelorstudium und einem privaten Abschluss wählen. Pro Monat kostet das Studium 620 bzw. 420 Euro. Start des Studiums ist zweimal im Jahr – zum 1.4. oder zum 1.10. Die Absolventen arbeiten später in Designagenturen, in der Produktentwicklung oder machen sich als Designer selbständig.   

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