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„Wie eine griechische Tragödie“

„Wie eine griechische Tragödie“

In der Oberpfalz spielten sich in den Achtzigerjahren bürgerkriegsähnliche Szenen ab: Die Proteste am Bauzaun der geplanten atomaren Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf veränderten die Bundesrepublik. Nun startet der Spielfilm „Wackersdorf“ in den Kinos, der die Geschichte des Widerstands aus Sicht eines Landrats erzählt. Im Interview mit dem Greenpeace Magazin spricht Regisseur Oliver Haffner darüber, warum es heute so schwer ist, Menschen zum Protest zu mobilisieren.

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Donnerstag, 20. September 2018

Daily Navigator: Räumung des Hambacher Forsts nach Todesfall ausgesetzt, Lobbyisten wollen mit Tricks höhere Klimaziele verhindern und ein Öko-Manifest

einmal mehr beherrscht der Hambacher Forst die Schlagzeilen und den Navigator. Es waren traurige Nachrichten, die am Mittwochnachmittag aus dem besetzten Waldstück drangen: Ein junger Journalist, der das Leben der Baumschützer dokumentiert hatte, verstarb nach einem Sturz aus 15 Metern Höhe. Die Räumung ist vorerst ausgesetzt. 

Vor dem Hintergrund eines solchen Ereignisses gerät auch das Politische eher in den Hintergrund. Da ist zum Beispiel ein geleaktes Memo von Brüsseler Lobbyisten, aus dem deutlich wird, mit welchen kommunikativen Tricks die Industrie schärfere Klimavorgaben verhindern will. Und Angela Merkel hat beim Thema Elektromobilität Klartext geredet: Ja, es gehe langsamer voran als geplant.

Auf unserer eigenen Seite erzählt Oliver Haffner, Regisseur des Films „Wackersdorf“, warum es heutzutage so schwer ist, Menschen zum Protest zu mobilisieren. 

Wir melden uns morgen hoffentlich mit besseren Nachrichten zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Journalist verunglückt im Hambacher Forst tödlich – Räumung ausgesetzt

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Im besetzten Hambacher Forst ist es am Mittwochnachmittag zu einem schweren Zwischenfall gekommen: Ein junger Journalist, der das Leben der Waldbesetzer dokumentierte, brach in etwa 15 Metern Höhe durch eine Hängebrücke und schlug auf dem Waldboden auf. Obwohl Rettungs- und Polizeikräfte sofort Erste Hilfe leisteten, verstarb der junge Mann noch vor Ort, wie die SZ berichtet. Der Polizei zufolge fanden zum Zeitpunkt des Unglücks „keine polizeilichen Maßnahmen“ in der Nähe statt. Der Journalist habe gerade seine volle Speicherkarte eintauschen wollen, dabei sei er abgestürzt. Die Aktivisten der Initiative „Hambi bleibt“ schrieben jedoch auf ihrem Blog, der Journalist habe von oben eine in der Nähe stattfindende Aktion des SEK beobachten wollen. NRW-Innenminister Herbert Reul setzte die Räumung des Waldstücks „bis auf Weiteres“ aus. „Jetzt ist keine Zeit für Rechthaberei und politische Auseinandersetzungen“, sagte Reul. „Wir können nicht so einfach weitermachen.“ 

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Brüsseler Lobbyisten wollen mit Tricks höhere Klimaziele verhindern

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Businesseurope, der mächtige Arbeitgeber- und Industrie-Lobbyverband in Brüssel, will strengere Klimavorgaben der EU unbedingt verhindern. Wie, das macht ein geleaktes Memo deutlich, das klimareporter° vorliegt. Den Mitgliedern des Verbands wird darin eine Kommunikationsstrategie empfohlen, die zum Ziel hat, die „neue Ambitionssteigerung“ zurückzuweisen. Um das Ziel des Pariser Klimaabkommens doch noch zu erfüllen, will die EU-Kommission die CO2-Emission bis 2030 um 45 Prozent senken. Bislang vereinbart sind 40 Prozent. Öffentlich hat Businesseurope versprochen, das Pariser Klimaabkommen voll zu unterstützen. Im Widerspruch dazu drängt der Wirtschaftsverband seine Mitglieder nun dazu, sich beispielsweise mit Verweis auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit gegen die neuen EU-Pläne auszusprechen. Eine andere Möglichkeit sei, auf eine „nötige Untersuchung der Auswirkungen“ der neuen Klimaziele zu drängen.

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Merkel: Elektromobilität kommt nicht so schnell voran wie geplant

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Die Kanzlerin gesteht ein, dass sich die Elektromobilität in Deutschland langsamer entwickelt als ursprünglich gedacht. Mit Blick auf den Markt für Elektroautos sagte Angela Merkel in Berlin: „Wir müssen ganz ehrlich sein: Trotz aller Fortschritte dauern die Dinge etwas länger, als wir uns das vor acht Jahren gedacht haben.“ Es gehe jetzt darum, die Fahrzeug-Technologie „in die gesamte Breite“ hineinzubringen. Beim Ausbau des Ladenetzes für E-Autos sieht Merkel auch die Kommunen in der Pflicht. Wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier dringt die Kanzlerin auf eine heimische Batteriezellfabrik. Hier geht’s zum Bericht der FAZ – wer wissen möchte, warum E-Autos in Deutschland so unbeliebt sind, findet hier ein Interview von Zeit Online mit Horst Friedrich, der das Institut für Fahrzeugkonzepte beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Stuttgart leitet.

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Glyphosatverbrauch stark gestiegen

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Im vergangenen Jahr wurden knapp 4.700 Tonnen sogenannter Organophosphor-Herbizide verkauft – das ist etwa ein Viertel mehr als 2016. Das berichtet die taz unter Berufung auf Zahlen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Glyphosat macht den Hauptbestandteil an diesen Unkrautvernichtungsmitteln aus. Für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Harald Ebner zeigt der jüngste Anstieg, „dass sich hier von alleine gar nichts löst“. Glyphosat sei nach wie vor die Nummer eins unter den Ackergiften in Deutschland. Er forderte Agrarministerin Julia Klöckner auf, den „versprochenen Glyphosat-Ausstieg“ anzugehen. 2015 hatte die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. 

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Drei Kartelle beherrschen den illegalen Elfenbeinhandel

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Mombasa in Kenia, Entebbe in Uganda und Lomé in Togo – von hier aus wird das meiste Elfenbein illegalerweise in alle Welt verschifft. Verantwortlich sind hauptsächlich drei Kartelle. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Washington einem Bericht von Spiegel Online/dpa zufolge (alle Erkenntnisse sind nachzulesen in der Fachzeitschrift Science Advances). Die Wissenschaftler analysierten die DNA von Elfenbein in 38 großen Lieferungen, die zwischen 2006 und 2015 an verschiedenen Orten auf der Welt beschlagnahmt worden waren. So konnten sie die Absender zu bestimmten Gruppen zurückverfolgen. Die Forscher wollen mit ihren Erkenntnissen den Kampf gegen Wilderei unterstützen. Seit 1989 ist der Handel von Elfenbein international verboten. Trotzdem fallen der kriminellen Multimilliarden-Dollar-Industrie jährlich immer noch etwa 44.000 Elefanten zum Opfer.

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Denkzettel am Donnerstag: Manifest gegen die „ökologische Apokalypse“

Der Brite Chris Packham ist besorgt um die Tierwelt auf der Insel. So besorgt, dass der Naturfotograf und Fernsehmoderator jetzt ein Manifest aufgesetzt hat. In dem warnt er, dass Großbritannien in eine „ökologische Apokalypse“ schlafwandle. Und er gibt seinen Landleuten ganz praktische Tipps, wie sie dem entgegenwirken können.

Wieder mehr Hecken anpflanzen, an jedem Neubau ein Vogelhäuschen installieren, nicht mehr mit Hunden in Naturschutzgebieten Gassi gehen. Das sind nur drei Vorschläge, die Packham dem Guardian zufolge in seinem „People’s Manifesto for Wildlife“ macht. Entstanden ist es in Zusammenarbeit mit Umweltexperten und Wissenschaftlern. Der Hintergrund ist durchaus ernst: Seit 1970 hat sich beispielsweise die Zahl der Feldvögel in Großbritannien mehr als halbiert. Und auch das Verschwinden vieler Insekten blieb lange unentdeckt. Zu lange, findet Packham.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Die Lage ist ernst: Die Insekten verschwinden aus unserer Umwelt und mit ihnen viele Vögel, Fische und Pflanzen. Warum auch wir die Artenvielfalt zum Überleben brauchen, zeigen wir in unserer neuen Ausgabe: Ein Jahr nach der Krefelder Studie über den drastischen Insektenschwund in Deutschland gehen wir der Frage nach, was wahrer Reichtum ist – und wie wir ihn erhalten können.

Artenvielfalt – 5.18

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Verkehrswende
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15.Sep 2018

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Für sieben Tage legen sich Städte und Gemeinden in Europa ins Zeug, um zu zeigen, wie man Verkehr alternativ gestalten kann: Neben kreativen Aktionen für eine Umnutzung des öffentlichen Raums geht es dabei vor allem um Werbung fürs Radfahren, für Elektromobilität und digitale Verkehrsvernetzung.

Anti-Kohle-Bewegung
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13.Sep 2018

Hambacher Forst: „Es besteht Gefahr für Leib und Leben"

Hambacher Forst: „Es besteht Gefahr für Leib und Leben"

Die Polizei beginnt mit der Räumung des Hambacher Forsts. Hier im Braunkohlerevier leben Aktivisten seit Jahren in hohen Baumhäusern, um eine Rodung des Waldes zu verhindern. Nun hat die Stadt Kerpen Tatsachen geschaffen und sich dabei eines juristischen Tricks bedient.

Interview mit Thomas Kuczynski
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14.Sep 2018

„Marx beschrieb die zer­stö­re­ri­sche Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

„Marx beschrieb die zerstörerische Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

Ein Marx-Jahr geht zu Ende. Am 5. Mai dieses Jahres hätte Karl Marx seinen 200. Geburtstag gefeiert, am 14. September vor einem Jahr ist sein Hauptwerk „Das Kapital“ 150 Jahre alt geworden. Marx-Experte Thomas Kuczynski zieht ein Resümee des Hypes und erklärt, warum wir Marx‘ Ideen brauchen, um die ökologische Krise unseres Planeten zu bekämpfen.

Hitzesommer
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12.Sep 2018

War das noch Wetter oder ist das schon Klima?

War das noch Wetter oder ist das schon Klima?

Dieser Sommer hat sich nicht nur außerordentlich heiß angefühlt, die Statistik bestätigt: Er war der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen in Deutschland. Wir werden uns an derlei Extreme gewöhnen müssen – an die lauen Sommernächte wie auch die Ernteausfälle.

Künftig besser leben
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17.Aug 2018

Nach­hal­tig­keits­for­scher Paech: „Wir brauchen die Rückkehr zum mensch­li­chen Maß“

Nachhaltigkeitsforscher Paech: „Wir brauchen die Rückkehr zum menschlichen Maß“

Angesichts von schleppendem Klima- und Umweltschutz haben wir den Wissenschaftler Niko Paech gefragt, wie wir in Zukunft leben sollen. Vor allem genügsamer, antwortet dieser – und erteilt damit der Vorstellung eine Absage, technische Innovationen könnten unsere Umweltprobleme lösen. Stattdessen schlägt der Ökonom das Modell einer schrumpfenden Wirtschaft vor. Samt Zwanzig-Stunden-Arbeitswoche.

„Wie wollen wir 2025 leben?“, fragt die Auftaktveranstaltung der Utopie-Konferenz, die am Montag, den 20. August, an der Universität Lüneburg beginnt. Gemeinsam mit Studierenden und interessierten Bürgern diskutieren Niko Paech und andere Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft darüber, wo wir als Gesellschaft hinmöchten und wie wir unsere Ziele erreichen. Zumindest Paech hat schon die Antworten parat. Im Gespräch mit dem Greenpeace Magazin erzählt der Ökonom, wie Genügsamkeit zum Ziel führt – und warum sein eigener Zukunftsentwurf gar nicht utopisch ist.

Herr Paech, Sie sollen auf der Utopie-Konferenz über schöne neue Welten diskutieren. Wie sieht für Sie eine utopische Gesellschaft aus?

Ich selbst glaube nicht an Utopien. Mir geht es um nachhaltige und humane Zukunftsentwürfe. Und dafür bedarf es keiner neuen Ideen, denn wir haben schon alles, was wir brauchen, um unser Leben verantwortbar zu gestalten. Daher ist der von mir entwickelte Entwurf einer Postwachstumsökonomie ganz und gar nicht utopisch. Er orientiert sich an Lebensstilen und Versorgungssystemen, deren Elemente längst bekannt sind und früher bereits praktiziert wurden. Utopien sind zumeist moderne Versprechungen, denen gegenüber ich ein gewisses Unbehagen verspüre.

Was bereitet Ihnen da Unbehagen?

Dass wir brutal über unsere Verhältnisse leben. Und durch unseren Lebensstil, den wir als modernen Fortschritt verklären, das Überleben der menschlichen Zivilisation gefährden. In der aktuellen Situation zu sagen, wir müssten noch moderner werden, um die Folgen der vorangegangenen Modernisierung zu tilgen, ist absurd. Das ist wie Benzin ins Feuer zu gießen. Deshalb ist das Konzept der Postwachstumsökonomie nicht utopisch, sondern eine Rückkehr zum menschlichen Maß. Viele als Modernisierung verklärte Vorstellungen wären rückgängig zu machen. Das betrifft die Mobilität, die Nutzung von Technik und den Konsum. Würden wir an den Ursachen ansetzen, müssten wir einfach nur genügsamer leben. Aber die Vorstellung, dass politische und technische Innovationen unsere Probleme lösen, ist bequemer, denn sie wälzt die Verantwortung ab – auf die Ebene einer Utopie. Und damit sind wir fein raus, denn die Utopie tritt per definitionem nie ein.  

Wie sollte es die neue bessere Gesellschaft mit der Umwelt halten?

Die Ökonomie wieder in die Ökosphäre einzubetten bedeutet, materielle Ansprüche zu senken. Nachhaltigkeit heißt, die Wirtschaft kleiner werden zu lassen und Handlungsmuster zu entwickeln, durch die Menschen befähigt werden, diese Situation zu meistern. Manche der notwendigen Alltagspraktiken haben wir früher beherrscht, aber im Modernisierungswahn verdrängt. Wenn ich mir überlege, was meine Eltern und Großeltern alles repariert haben, wie sorgfältig sie mit Gebrauchsgütern umgegangen sind und wie sesshaft sie waren. Das ist zwar nicht utopisch oder innovativ, aber dafür umso wirksamer. Zusätzlich bedarf eine Postwachstumsökonomie einer sozialpolitischen Flankierung: Das heißt, die verbleibende Arbeitszeit in einer nur noch halb so großen Wirtschaft, muss gerecht verteilt werden.

Niko Paech Portrait

Niko Paech forscht zur Postwachstumsökonomie und plädiert im Interview für Genügsamkeit, wenn wir unsere Ökosphäre noch retten wollen. Foto: Kay Michalak

Wie lebt es sich denn in einer Postwachstumsökonomie?

Das 40-Stunden-Arbeitsmodell wäre allmählich durch eine 20-Stunden-Woche zu ersetzen, um in einer schrumpfenden Wirtschaft Arbeitslosigkeit zu verhindern. Die Menschen würden dann über eine geringere reale Kaufkraft verfügen, weil weniger produziert wird und weil sie weniger Einkommen haben. Dafür wird eine andere Ressource verfügbar, nämlich zwanzig Stunden an zusätzlicher Zeit. Und damit lassen sich deindustrialisierte und deglobalisierte Versorgungsstrukturen gestalten.

Das müssen Sie erklären. Was sind deindustrialisierte und deglobalisierte Versorgungsstrukturen?

Es geht um Selbstversorgung: Familien, Nachbarschaften, Gemeinden oder Kommunen könnten Güter selbst erzeugen und gemeinschaftlich nutzen. Und noch wichtiger ist es, das Bildungssystem und die Erziehung so zu verändern, dass jungen Menschen wieder handwerkliche Kompetenzen und materielles Improvisationsgeschick vermittelt werden. Dies ist nötig, um die Nutzungsdauer von Gebrauchsgegenständen zu verlängern. Dazu trägt bei, Dinge zu pflegen, instand zu halten und zu reparieren. Wenn damit die Nutzungsdauer verdreifacht wird und zugleich viele Dinge wie Waschmaschinen, Werkzeuge und Autos gemeinschaftlich genutzt werden, lässt sich so viel Geld sparen, dass mit dem Einkommen einer 20-Stunden-Woche ein gutes Leben möglich ist. Wenn dann zusätzlich die Mobilität, insbesondere der Flugverkehr reduziert wird, kann es gelingen, die derzeit jährlich zwölf Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf um vier Fünftel zu senken – denn nur so kann die Ökosphäre noch gerettet werden.

Aber wie sollen denn alle Menschen lernen, sich künftig ihre Schuhe zu reparieren, ihre Kleidung zu nähen und ihr Essen anzubauen?

Es sollte nicht mehr so viel Geld in die Akademisierung fließen. Wir müssen jungen Leuten vermitteln, dass ein befriedigendes Leben auch als Handwerker möglich ist. Es kann nicht sein, dass inzwischen fünfzig Prozent aller Menschen akademisiert sind, die zumeist nichts mehr können, außer zu reden, zu schreiben, digitale Medien zu bedienen und unterwegs zu sein. Aber wenn sie ein Hemd oder Fahrradreifen reparieren sollen, sind sie überfordert. Da Akademiker selbst nichts herstellen können, müssen sie alles kaufen. Und so steigt in den Industrieländern nicht nur der Einkommens- und Konsumbedarf, sondern die Abhängig vom Weltmarkt, also die Absturzgefahr der Ökonomie. Wir benötigen ein anderes Gleichgewicht zwischen arbeits- und wissensintensiven Beschäftigungen.

Sind Sie selbst denn handwerklich geschickt?

Ich bin kein Handwerker, aber mein zehn bis zwölf Jahre altes Notebook habe ich immerhin gerade selbst repariert. Das war eine Fummelei von zwei bis drei Stunden und ich musste mich mit einigen Youtube-Tutorials weiterbilden. Aber immerhin konnte ich herausfinden, warum der Rechner nicht mehr startet, und den Fehler beheben. Jetzt läuft er wieder einwandfrei.

Interview: Nora Kusche

Aufmacherbild: picture alliance/Johannes Schmitt-Tegge/dpa

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