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Globalisierung: Warum es ums große Ganze geht

Globalisierung: Warum es ums große Ganze geht

Massenhaft gehen die Menschen gegen Freihandelsabkommen auf die Straße, massenhaft strömen sie aber auch in die Filialen von global agierenden Konzernen wie H&M, Apple und Co. Wenn es um die Haltung zur Globalisierung geht, wird es schnell kompliziert. Gerade deshalb fragen wir in unserem aktuellen Heft: Wie verändert die Globalisierung den Globus? Wie können wir sie gestalten? Es geht ums große Ganze!

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Dienstag, 20. Februar 2018

Daily Navigator: 17 Tote nach Mülllawine in Mosambik, die Briten und der Koh­le­aus­stieg sowie die Zukunft von Tesla

ein wirkliches Schwerpunktthema haben wir heute nicht im Angebot. Stattdessen bietet der Navigator einen breiten Querschnitt: Unter anderem geht es um Insekten in Deutschland, zu viel Müll in Mosambik und um Wasserkraftwerke auf dem Balkan.

Auf unserer eigenen Seite blicken wir nach Italien. Dort waren wir zu Besuch bei einer Slow-Food-Universität in der Region Piemont. Die Lernenden dort erfahren, wie sie auf einfache, regionale Produkte setzen können – und so nebenbei die nachhaltigen Essenstraditionen ihres Landes bewahren.

In diesem Sinne setzen wir das Pastawasser auf und sind morgen zurück. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Mindestens 17 Tote durch Abfall-Lawine in Mosambik

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Beim Einsturz eines Müllbergs in Mosambiks Hauptstadt Maputo sind mindestens 17 Menschen gestorben. Heftiger Regen hat die Müllmassen ins Rutschen geraten lassen. In der Abfalllawine sind auch vier Kinder getötet worden, berichtet Spiegel Online.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Wasserkraftausbau bedroht Wildflüsse auf dem Balkan

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Wie kompliziert manchmal die Dinge zusammenhängen, zeigt ein Hintergrund im Deutschlandfunk über den Ausbau von Wasserkraftanlagen auf dem Balkan. Die Region mit ihren verzweigten Flusslandschaften gilt manchmal als „blaues Herz Europas“, doch durch den Bau von immer mehr Wasserkraftwerken ist die unberührte Natur in Gefahr. Naturschützer wehren sich mit wenig Erfolg.

Hintergrund mit Audio, 19 Minuten Laufzeit
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Naturschützer veröffentlichen Appell zum Insektenschutz

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Der Naturschutzbund NABU hat am Wochenende den „Münsteraner Appell zum Insektenschutz und zur Erhaltung der Biodiversität” verabschiedet. Darin fordern die Unterzeichner mehr Geld für Artenschutz, mehr Forschung und einen strikteren Umgang mit Pestiziden. Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt solle von 25 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro verdoppelt werden. Details hat die taz.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Wie den Briten der Kohleausstieg gelingt

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In düsteren Brexit-Debatten geht eine interessante Entwicklung in Großbritannien ein wenig unter: Die Briten haben den Anteil von Kohle an der Energiegewinnung bereits massiv heruntergefahren; bis 2025 soll der Ausstieg vollzogen sein. Zeit Wissen beschreibt, wie das gelingt – unter anderem mit massiven Preissteigerungen. 

Bericht, 6 Minuten Lesezeit
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Warum es auch mit selbstfahrenden Autos Unfälle gibt

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Der Technologiechef von einem der führenden Ausrüster für die Mobilitätswende glaubt nicht, dass mehr selbstfahrende Autos für weniger Unfälle sorgen werden. Menschliche Fehler wie betrunkene Fahrer oder Fußgänger sorgen dafür, dass auch künftig die Unfallrate inakzeptabel hoch bleiben werde, sagte Matthew Grob von Qualcomm der Welt/dpa.

Zusammenfassung, 2 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Jeder Schritt von Tesla kann schiefgehen

Tesla, Uber und Co.: Die Debatte über die Mobilität der Zukunft wird von neuen starken Playern bestimmt. Aber wie nachhaltig sind deren Geschäftsideen wirklich?

Die Zeit geht dieser Frage zusammen mit dem Wissenschaftler Dan Sperling nach. Sie unterwerfen viele Trends einem Realitätscheck und schauen auf Apps, selbstfahrende Autos, E-Mobilität – und gehen der Frage nach, wie man die Menschen aus ihren eigenen Autos herausbekommt.

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Nachrichten

Lebensmittel
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19.Feb 2018

Wie die Slow-Food-Uni­ver­si­tät die nach­hal­ti­gen Es­senstra­di­tio­nen Italiens fördert

Wie die Slow-Food-Universität die nachhaltigen Essenstraditionen Italiens fördert
Italiener setzen kulinarisch auf Einfachheit und regionale Produkte. Eine Slow-Food-Universität in der Region Piemont hilft, diese Küche zu schützen und auszubauen.
Samsung-Werbung
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13.Feb 2018

Kein smartes Phone

Kein smartes Phone
Samsung-Telefone stehen für Fortschritt und Lebensqualität. Doch seine Geräte fertigt der südkoreanische Konzern mit schmutzigem Kohle- und Atomstrom – das führt zu Rückschritten in der globalen Lebensqualität. Wir haben deshalb eine aktuelle Werbeanzeige überarbeitet.
Serie: In Zeiten des Aufruhrs
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15.Feb 2018

Bröckelt das nukleare Tabu?

Bröckelt das nukleare Tabu?
Während die Sicherheitselite in München über das Comeback von Atomwaffen diskutiert, starten wir unsere Serie „In Zeiten des Aufruhrs“. Darin betrachten wir die historische, gesellschaftliche und politische Dimension von Atomwaffen. Das Auftaktstück fragt, wie kritisch die Weltlage derzeit ist – in Zeiten, in denen alle Atomstaaten ihre nuklearen Arsenale modernisieren.
Energieeffizienz
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09.Feb 2018

Strom­aus­fäl­le vermeiden: Warum Deutsch­land Energie ef­fi­zi­en­ter einsetzen muss

Stromausfälle vermeiden: Warum Deutschland Energie effizienter einsetzen muss
Die Übertragungsnetzbetreiber prognostizieren in ihrem Bericht zur Leistungsbilanz, dass Deutschland 2020 im Extremfall seinen Strombedarf nicht mehr decken kann. Das ist ziemlich unwahrscheinlich, trotzdem wird es in Zukunft wichtig, den Strombedarf zu regulieren.

Die Übertragungsnetzbetreiber prognostizieren in ihrem Bericht zur Leistungsbilanz, dass Deutschland 2020 im Extremfall seinen Strombedarf nicht mehr decken kann. Das ist ziemlich unwahrscheinlich, trotzdem wird es in Zukunft wichtig, den Strombedarf zu regulieren.

Es ist ein düsteres Szenario, das die vier Übertragungsnetzbetreiber für einen Tag im Januar 2020 prognostizieren: Deutschland ist unter bestimmten Voraussetzungen nicht mehr in der Lage seinen Strombedarf komplett zu decken. Anders ausgedrückt: Es drohen Stromausfälle, Dunkelheit, Chaos. Das ist es, was hängenbleibt von dem „Bericht zur Leistungsbilanz“ der Netzbetreiber Amprion, Tennet, Transnet BW und 50Hertz.

In dem Bericht, der zuletzt Ende Januar überarbeitet wurde, stellen die Verfasser den zu erwartenden Stromverbrauch in Deutschland und die verfügbare Einspeiseleistung gegenüber. Um die Versorgungssicherheit auf Extremsituationen zu überprüfen, wählen sie einen Tag aus, an dem der Verbrauch als besonders hoch und die Energieproduktion als besonders niedrig angenommen wird. So kommen sie zu dem Ergebnis, dass im Januar 2020 die vorhandenen Energiereserven nicht mehr ausreichen, um den gesamten Strombedarf zu decken. Es fehlen 0,5 Gigawatt. Ein Alarmsignal – das allerdings auf einem unrealistischen Szenario beruht.

„Es müssten sehr viele Dinge zusammenkommen, damit das so eintritt“, sagt Frank Peter, stellvertretender Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende. Insbesondere zu Beginn des Jahres, wenn der Stromverbrauch hoch ist, Hochdruckgebiete nur wenig Wind in die Rotorblätter blasen und die Sonne nur selten zum Vorschein kommt, sind es zwar die konventionellen Kraftwerke, die die Versorgung aufrecht erhalten. Das Eintreten einer Energieunterversorgung setzt aber nicht nur voraus, dass ein hoher Bedarf besteht und gleichzeitig überhaupt kein Strom aus Windkraft und Solaranlagen produziert wird. Die Netzbetreiber rechnen darüber hinaus mit Ausfällen in konventionellen Kraftwerken und blenden überdies die Möglichkeit aus, Strom aus dem Ausland zu importieren. „Theoretisch ist eine solche Situation natürlich möglich“, sagt Peter, „aber es geht doch ein ganzes Stück an der Realität vorbei.“

Der Grund für die sehr extremen Annahmen war von den Übertragungsnetzbetreibern nicht zu erfahren. Sie standen für eine Stellungnahme gegenüber dem Greenpeace Magazin diese Woche nicht zur Verfügung. In einer schriftlichen Stellungnahme räumt eine Sprecherin der TransnetBW GmbH ein, dass in dem Bericht die „voraussichtlich kritischste Situation“ betrachtet wird, „ohne damit eine vollumfängliche Aussage zur Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Situation zu treffen“. Aus dem Bericht lasse sich keine Aussage über das absolute Versorgungssicherheitsniveau in Deutschland ableiten.

Es stellt sich die Frage, welche Aussage der Bericht dann haben soll? Warum wird so zugespitzt? Klar ist: Der Bericht schürt die Angst der Energieunterversorgung im Falle eines schnellen Kohleausstiegs. Die Mär von der Stromlücke wurde schon zu Zeiten der Debatte um den Atomausstieg häufig bemüht, ungeachtet der sehr hohen Versorgungssicherheit in Deutschland. Der Gedanke: Je weniger Kohlekraftwerke am Netz sind, desto geringer ist die Reservelast und desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Szenario eintreten kann. Hierbei werden jedoch viele wichtige Faktoren ausgeblendet.

Im Januar unterliegt die Versorgung mit Ökostrom starken Schwankungen. Allerdings werden nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Kohlestrom zu ersetzen. Quelle: Agora Energiewende

„Dass der Energiebedarf steigt und gleichzeitig die Reservelast geringer wird, wenn wir Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz nehmen, ist definitiv eine Entwicklung, die wir in Zukunft sehen werden“, sagt Frank Peter. „Das ist im Strommarktdesign so angelegt und Marktteilnehmer werden dafür Lösungen entwickeln.“ Gerade im Hinblick auf die Elektrifizierung der Mobilität ist davon auszugehen, dass Deutschland zukünftig deutlich mehr Strom benötigt. Das heiße aber im Umkehrschluss nicht, dass die Kohlekraftwerke weiterhin in ständigem Betrieb laufen müssten. Vor allem Gaskraftwerke haben noch ungenutztes Potenzial. Am 24. Januar zum Beispiel, als Kohlekraftwerke die Hauptversorgungslast trugen, waren Gaskraftwerke mit einer Leistung von zehn Gigawatt im Einsatz – möglich gewesen wären bis zu 28 Gigawatt. „Sofort sieben bis acht Gigawatt Leistung aus Kohlekraft vom Netz zu nehmen, wie es als Kompromiss bei den Jamaikasondierungen auf dem Tisch lag, ist möglich, ohne dass es zu Engpässen kommen würde“, sagt Peter.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen, der die Bundesregierung berät, und das Umweltbundesamt kommen in zwei unterschiedlichen Stellungnahmen aus dem Oktober und November 2017 zu ähnlichen Ergebnissen. Aber auch aus einem gemeinsamen Bericht der Übertragungsnetzbetreiber aus Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Österreich, der Schweiz und Deutschland, der die Versorgungssicherheit in der Region untersucht, geht hervor, dass in Deutschland die Situation bis 2023/2024 „robust“ ist. In Engpasssituationen, die laut Peter in der Regel vorhersehbar sind, kann Deutschland demnach immer auf Importe aus den Nachbarländern zurückgreifen.

Zudem hätte die Stromverknappung durch einen Kohleausstieg sogar positive Nebeneffekte: Denn zusätzlich zur verbesserten Klimabilanz und der geringeren Luftverschmutzung lässt sich durch eine Verknappung mit erneuerbaren Energien mehr Geld verdienen. Das wiederum würde Investitionen in die Erneuerbaren fördern – und auch der Betrieb der im Netz verbleibenden Meiler würde automatisch rentabler.

Trotz der momentan gesicherten Versorgung dürfe ein Problem nicht missachtet werden, sagt Peter: die Energieeffizienz. Zwar hält der Energieexperte den geplanten Ausbau der erneuerbaren Energien auf 65 Prozent im Jahre 2030, wie er im Entwurf des Koalitionsvertrags verankert wurde, für gut und sehr ambitioniert. Wichtiger wäre seiner Ansicht nach aber ein Gesetz gewesen, das den effizienten Einsatz von Energie regelt und Anreize schafft, Strom zu sparen.

„Der Ausbau auf 65 Prozent ist einfacher, wenn wir effizienter werden und unseren Strombedarf, der in Zukunft eher steigt, halten oder gar senken“, sagt Peter. Denn je weniger Strom verbraucht wird, desto weniger konventionell und klimaschädlich produzierter Strom fließt durch die Netze und desto weniger Kohlekraftwerke müssen vorgehalten werden, die in Extremfällen einspringen können.

Bastian Henrichs

Aufmacherbild: dpa

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