Nachrichten

Rennen gegen Rüstung

Rennen gegen Rüstung

Panzer aus Deutschland rollen bei der türkischen Offensive in Nordsyrien ein, deutsche Sturmgewehre tauchen in mexikanischen Konfliktregionen auf und Mitarbeiter von Heckler & Koch müssen sich  vor dem Stuttgarter Landgericht für illegale Waffen-Lieferungen rechtfertigen, der Verdacht der Bestechung steht im Raum. Rüstungsgegner begleiten diese Entwicklungen mit einer einmaligen Protestaktion.

Weiterlesen
Mittwoch, 23. Mai 2018

Daily Navigator: Menschen lassen Arten sterben, China senkt Zölle und der Tag der Bio­lo­gi­schen Vielfalt

egal ob wissenschaftliche Statistiken aus Israel, Beobachtungen vor Ort im Havelland oder die Erinnerung an einen Gedenktag im Kalender: Wichtigstes Thema im Navigator heute ist die Artenvielfalt. Gestern zum Beispiel war Tag der Biologischen Vielfalt – und neue Statistiken und Berechnungen kommen zu beunruhigenden Ergebnissen.

Auf unserer eigenen Seite schauen wir heute auf Oberndorf in Baden-Württemberg. Dort sitzen gleich zwei wichtige Unternehmen für den Status Deutschlands als viertgrößter Waffenexporteur der Welt. In Rennen gegen Rüstung beschreibt Julia Lauter den Alltag in Oberndorf und wie sehr sich die Waffenbranche durch die öffentlichen und privaten Diskussionen in der Kleinstadt zieht.

Auch wir diskutieren bis morgen weiter über gewohnt Kontroverses. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

Mehr
emoji

Neue Studie: Menschheit hat 83 Prozent aller Säugetiere vernichtet

mehr

Eine neue Studie hat herausgearbeitet, dass die Menschheit gleichzeitig extrem unbedeutend und unfassbar dominant für das Leben auf der Erde ist. Die rund 7,6 Milliarden Menschen repräsentieren nur rund 0,01 Prozent allen Lebens auf dem Planeten. Seit dem Beginn der menschlichen Zivilisation haben sie jedoch das Aussterben von rund 83 Prozent aller wilden Säugetiere und der Hälfte aller Pflanzen ausgelöst. Die von Forschern in Israel geleitete Studie kam auch zu dem Ergebnis, dass Pflanzen besonders bedeutend sind und rund 82 Prozent aller lebenden Materie auf der Erde ausmachen. Die Ergebnisse fasst der Guardian zusammen; eine Langfassung gibt es bei den Proceedings of the National Academy of Sciences

Englischer Bericht mit tollen Grafiken, 5 Minuten Lesezeit
emoji

China senkt Importzölle für Fahrzeuge

mehr

Der Handelsstreit zwischen den USA und China geht in die nächste Runde — und vom aktuellen Schachzug der asiatischen Supermacht profitiert nun auch die deutsche Automobilindustrie. Das Land senkt die Importzölle auf Fahrzeuge von derzeit 25 Prozent auf dann 15 Prozent. Besonders davon profitieren wird laut Süddeutscher Zeitung Porsche, weil das Unternehmen anders als beispielsweise BMW oder Daimler nicht in China produziert, sondern alle Fahrzeuge aus dem Ausland importiert. 

Bericht mit Hintergrundgrafiken, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Woher die Süßkartoffel wirklich stammt

mehr

Unsere inoffizielle Rubrik „Neues aus der Wissenschaft” handelt heute nicht von Tieren, sondern von einer Pflanze: Forscher dachten lange Zeit, dass die immer beliebtere Süßkartoffel aus Amerika stammt. Jetzt deuten jedoch neue Artefakte darauf hin, dass die Pflanze zum einen deutlich älter ist und zum anderen in Asien ihren Ursprung hat. Forscher entdeckten in Ostindien das Fossil eines 57 Millionen Jahre alten Windengewächses, zu dem auch die Süßkartoffel gehört. Spiegel Online fasst die Ergebnisse aus dem Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences zusammen.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Tag der Biologischen Vielfalt

mehr

Gestern war Tag der Biologischen Vielfalt – und nicht nur UN-Generalsekretär António Guterres nutzte das, um energischere Maßnahmen für den Erhalt der Arten zu fordern. Uns fiel derweil eine Bildergalerie zu Positivbeispielen von geretteten Tierarten bei n-tv auf. Und wir empfehlen einen Text beim MDR dazu, was Leserinnen und Leser persönlich für mehr Artenvielfalt tun können.

Bildergalerie, 6 Minuten Lesezeit
emoji

Viele Mücken durch fehlenden Naturschutz?

mehr

Das Frühjahr war trocken, der Winter zuvor war vergleichsweise streng — und trotzdem erleben einige deutsche Regionen eine ungewöhnlich deutliche Mückenplage. Der Tagesspiegel berichtet in leicht saloppem Ton beispielsweise aus dem Westhavelland und hat auch eine Erklärung für die ungewöhnlich großen Populationen: Es fehlt an Vögeln, die sonst die Insekten fressen; mangelnde Artenvielfalt bringe also auch hier die Natur aus dem Gleichgewicht.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Meinung am Mittwoch: Scheuer hält nur Deutschland für genau

Verkehrsminister Andreas Scheuer will durch Gespräche mit der EU-Kommission in letzter Minute verhindern, dass Deutschland wegen zu hoher Luftverschmutzung in den Städten verklagt wird – jedoch trifft er dabei nicht unbedingt den richtigen Ton gegenüber anderen Staaten der Union.

Scheuer traf sich dafür laut Automobilwoche gestern in Berlin mit EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc und sagte, dass natürlich vereinbarte Grenzwerte eingehalten werden müssten. Er habe aber Zweifel, „ob in Madrid, Brüssel, Marseille oder Rom die Schadstoffbelastung genauso exakt gemessen wird wie in deutschen Städten“ — was ja mindestens mal eine bemerkenswerte Meinung ist.

Daily Navigator abonnieren?

Nachrichten

Internationaler Weltbienentag
/
18.Mai 2018

„Man müsste alle syn­the­ti­schen Pflan­zen­schutz­mit­tel ächten, so wie Landminen“

„Man müsste alle synthetischen Pflanzenschutzmittel ächten, so wie Landminen“
Sonntag ist der erste Weltbienentag der Vereinten Nationen – und viele Menschen sorgen sich um die fleißigen Tiere. Die Honigbiene ist zwar nicht bedroht, ihren wilden Verwandten und vielen anderen Insekten geht es aber an den Kragen. Deshalb ist es erforderlich, den Lebensraum der Bienen zu schützen, denn das hilft auch Libellen, Schmetterlingen und Heuschrecken.
New York 2140
/
14.Mai 2018

Wie der Ka­pi­ta­lis­mus New York unter Wasser setzt

Wie der Kapitalismus New York unter Wasser setzt
Kim Stanley Robinson schildert in seinem neuen Roman New York 2140 eine überraschend heitere Zukunft, in der Kapitalismus und Klimawandel ihren Zenit erreicht haben. Die US-Metropole steht zu großen Teilen unter Wasser und der Mensch probt den Aufstand gegen das ökonomische System.
Atommülllager
/
16.Mai 2018

„Viele wissen gar nicht, dass wir ein Endlager für Atommüll suchen“

„Viele wissen gar nicht, dass wir ein Endlager für Atommüll suchen“
Das „Nationales Begleitgremium“ aus Experten und Bürgern soll dafür sorgen, dass die Suche nach einem Endlager für Atommüll fair und transparent abläuft. In seinem ersten Tätigkeitsbericht empfiehlt das Gremium dem Bundestag mehr Bürgerbeteiligung und mahnt die Verabschiedung eines neuen Gesetzes an. Wir sprachen mit Gremiumsmitglied Jorina Suckow.

Das „Nationales Begleitgremium“ aus Experten und Bürgern soll dafür sorgen, dass die Suche nach einem Endlager für Atommüll fair und transparent abläuft. In seinem ersten Tätigkeitsbericht empfiehlt das Gremium dem Bundestag mehr Bürgerbeteiligung und mahnt die Verabschiedung eines neuen Gesetzes an.

Bis 2031 soll in Deutschland ein Ort gefunden sein, ein Schacht vielmehr, tief unter der Erde und weit weg von jedweder vulkanischen Aktivität und Erdbebengefahr. Ein Ort, an dem etwa 30.000 Kubikmeter hochradioaktiver Müll lagern können. Trocken und sicher für die nächsten eine Million Jahre, so die Vorgabe. Diesen Ort zu finden ist keine leichte Aufgabe – und der Prozess ein konfliktreicher. 

Deshalb hat der Bundestag das „Nationale Begleitgremium“ eingesetzt, das die Bundesregierung neben der neu gegründeten Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) und des Bundesamts für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) bei der Suche unterstützt. Es setzt sich zusammen aus sechs „anerkannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“ wie dem ehemaligen Bundesumweltminister Klaus Töpfer und der Klimawissenschaftlerin Miranda Schreurs, sowie drei zufällig ausgewählten Bürgern. Seine Aufgabe besteht darin, die Nähe und den Austausch mit der Öffentlichkeit zu suchen und Vertrauen aufzubauen, die Bevölkerung einzubinden und so das Konfliktpotenzial möglichst gering zu halten. Einmal im Monat trifft sich das Gremium zu öffentlichen Sitzungen in Berlin, es organisiert Informationsveranstaltungen, hat an der Überarbeitung des Standortauswahlgesetzes mitgearbeitet und Gutachten in Auftrag gegeben.

Am Dienstag hat das Gremium dem Bundestag seinen ersten Tätigkeitsbericht samt Empfehlungen vorgelegt. Darin mahnt es mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung beim Auswahlverfahren an – und fordert die zügige Verabschiedung des Geowissenschaftsdatengesetzes. Ein solches Gesetz sei „unerlässlich“, heißt es im Gremiumsbericht, um ein von Anfang an transparentes Standortauswahlverfahren überhaupt zu ermöglichen. Hintergrund: Die Endlagersuche findet im ersten Schritt „ergebnisoffen“ und nach dem Prinzip der „weißen Landkarte“ statt. Es gibt also kein Gebiet, das nicht als Standort in Erwägung gezogen wird. Geologische Daten werden gesammelt und nach und nach Regionen ausgeschlossen. Die Rechte an den geologischen Daten liegen jedoch teilweise bei Dritten und können nicht so einfach veröffentlicht werden. Das neue Gesetz soll dem Transparenzgebot Vorrang vor dem Interesse Dritter einräumen.

Das Geowissenschaftsdatengesetz ist bereist in Planung

Im Koalitionsvertrag hatten die Regierungsparteien bereits die „rasche Verabschiedung“ des Geowissenschaftsdatengesetzes vereinbart. Ursula Heinen-Esser, Vorsitzende der Geschäftsführung der BGE begrüßte den Dringlichkeitsappell des Nationalen Begleitgremiums. „Wir benötigen das Geowissenschaftsdatengesetz dringend, um unsere Arbeit transparent und öffentlich gestalten zu können“, sagte sie.

Jorina Suckow, 25, ist eine der drei zufällig ausgewählten Bürgervertreter im Nationalen Begleitgremium und Vertreterin der jungen Generation. „Die Zusammenarbeit mit den anderen beiden beteiligten Stellen, BfE und BGE, läuft gut. Es sind immer Vertreter von ihnen auf unseren Sitzungen dabei. Allerdings ist es ein schleppender Prozess und vieles ist sehr bürokratisch“, sagt sie. Insgesamt zieht sie aber eine positive Bilanz der ersten eineinhalb Jahre ihres Ehrenamts. „Rückblickend hätte ich gedacht, dass es deutlich weniger Arbeit sein würde. Aber ich halte es für eine sehr sinnvolle Aufgabe“, sagt sie und ist sich ihrer Verantwortung bewusst, denn schließlich ist es ihre Generation, die die meisten Folgen der Atomwirtschaft zu tragen hat.

suckow

Jorina Suckow ist das jüngste Mitglied im Gremium – und hofft in Zukunft auf weniger bürokratische Hürden. Foto: Inga Kjer/photothek.net

Suckow war zufällig ausgewählt und – nachdem sie sich bereit erklärt hatte – in einem Beteiligungsverfahren in das Gremium gewählt worden. Ganz nebenbei hat sie ihr Staatsexamen gemacht und in einer Kanzlei gearbeitet. In ihrer Freizeit las sie Studien zur Endlagerung, geologische Berichte und bereitete Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung vor. „Ich lerne ganz viel“, sagt die Juristin, „gleichzeitig will ich aber gar nicht Expertin für alles Mögliche sein. Ich versuche eher mir die Bürgersicht zu bewahren.“

Darin besteht die zentrale Aufgabe des Gremiums: Die Bürgersicht berücksichtigen und der Öffentlichkeit umfassende Einsicht in das laufende Auswahlverfahren gewähren. Daher nun auch die Empfehlungen an den Bundestag, bereits den ersten Arbeitsschritt, den Ausschluss von Gebieten, transparent zu vollziehen und schon die Zwischenergebnisse des Auswahlverfahrens zu veröffentlichen. In öffentlichen Dialogforen sollten die Ausschlusskriterien zur Diskussion gestellt werden.

Begleitgremium mahnt mehr Transparenz an, das Interesse der Bürger sei groß

Die Öffentlichkeitsarbeit könne durchaus intensiviert werden, findet Jorina Suckow: „Ich denke, dass die Bürger durchaus mehr Interesse hätten, wenn sie denn besser informiert würden.“ Zu den Veranstaltungen, die das Begleitgremium zum Beispiel im vergangenen Jahr an den Zwischenlagerstandorten organisiert hat, kamen regelmäßig um die zweihundert Leute. „Viele wissen aber auch noch gar nicht, dass wir überhaupt ein Endlager suchen“, sagt sie.

Die Zeit drängt, jetzt schon. Denn insbesondere in den Regionen, in denen sich atomare Zwischenlager befinden, ist die Sorge groß, dass diese faktisch zu Endlagern werden könnten. Auch hier mahnt das nationale Begleitgremium ein Konzept an, das die Bürger in die Entscheidung mit einbezieht und das ausreichend Zeit für die Auswahl des Endlagerstandortes einräumt. Zudem solle es „klären, welcher Weg bei einer notwendigen Verlängerung der Zwischenlagerung beschritten wird“, heißt es im Gremiumsbericht. Die Verzögerungen sind also bereits einkalkuliert, die Konflikte vorprogrammiert.

Bastian Henrichs

Aufmacherbild: dpa

In unserer Ausgabe 1/18 über „Einzelkämpfer“ haben wir einen Mann portraitiert, der seit über 40 Jahren gegen das Atommüll-Zwischenlager in seiner Stadt mobil macht. Lesen Sie die ganze Geschichte hier.

Druckenzum Nachrichtenarchiv
klimakonferenz
/
11.Mai 2018

Ver­hand­lun­gen über das Klima: Bloß keine Ver­pflich­tun­gen

Verhandlungen über das Klima: Bloß keine Verpflichtungen
In Bonn ist gerade eine Zwischenverhandlung zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens zu Ende gegangen. Dabei wurde deutlich: Wenn es um die Finanzierung von globalen Klimaschutzmaßnahmen geht, schwinden die Ambitionen der Industrieländer. Auch Deutschland scheut sich vor klaren Bekenntnissen.  
Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
Weiterlesen
Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.18 Meere

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 3.18 Meere

Die Ozeane sind Sehnsuchtsorte, bedrohliche Naturgewalten, mysteriöse Wunderwelten, weltumspannende Wirtschaftsräume: Wir nutzen, fürchten und bewundern das Meer. Doch verstehen wir unsere Wirkung auf die Meere, unsere Verantwortung für sie? In unserer aktuellen Ausgabe blicken wir den fragilen Riesen unumwunden ins Auge – und ergründen die Meeresnatur in uns selbst.

Zur Ausgabe

Wöchentlichen Newsletter bestellen?

Miese
Masche

Nylonstrümpfe sind Teil des Schönheitsideals der westlichen Welt. Das hat Folgen – auch ökologische

Weiterlesen

À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

Von Asterix bis '68 probt diese Rote die Revolte – und hat ein saftiges Geheimnis. Welches? Merken Sie sich erstmal die Parole der Saison: Erdbeerfelder für immer!

Der
Anti-Trump

Der Nobelpreisträger und Ökonom Joseph E. Stiglitz kritisiert die globalen Märkte seit Jahrzehnten. Im Interview erklärt er, warum eine schlechte Ordnung dennoch besser ist als gar keine

Weiterlesen

Wie geht
Protest?

Hartmut Liebermann kämpft seit über 40 Jahren gegen Atommüll in Ahaus

Weiterlesen

Das weiße Gold
aus dem Meer

Wie Frankreichs Salzgärten durch den Anstieg des Meeresspiegels zu verschwinden drohen

Weiterlesen

In Zeiten
des Aufruhrs

Serie zur historischen, technischen und politischen Dimension von Atomwaffen

Weiterlesen

Geht doch!

Greenpeace Magazin - Geht doch: Gutes statt Plastik

Gutes statt Plastik

Großbritannien: Queen Elisabeth geht mit gutem Beispiel voran

Greenpeace Magazin - Geht doch: Verbieten erlaubt

Verbieten erlaubt

Kanada: Grizzlybären dürfen nicht mehr gejagt werden

Greenpeace Magazin - Geht doch: Mehr E-Auto wagen

Mehr E-Auto wagen

Deutschland: Die Umweltprämie für Elektroautos nimmt Fahrt auf